Grand Prix Japan in Suzuka (Archivversion) Ganz nah dran

Steve Jenkner verpasste seinen ersten GP-Sieg denkbar knapp und wurde am Ende Dritter. Katja Poensgen kam als 20. ins Ziel, ihre deutschen 250er-Kollegen stürzten.

Im einzigen Training der 125er kam Steve Jenkner nur auf den 13. Startplatz, weil sich seine Aprilia anfühlte, «als sei ein Schwamm unter dem Sitz”. Im Rennen kämpfte der Sachse dann aber doch in der Spitzengruppe mit und hatte eingangs der Schikane in der letzten Runde sogar die Nase vorn. «Lucio Cecchinello und Stefano Perugini sind kollidiert und von der Piste abgekommen. Ich bin beim Versuch, Distanz zu halten, zwar fast selbst in den Straßengraben gefahren, lag danach aber trotzdem vorn”, schilderte Jenkner. «In der Schikane hat sich Stefano dann wieder innen reingepresst. Ich habe ihn zu spät gesehen und musste aufmachen. Doch immerhin, bis so kurz vor dem Ziel war ich noch nie vorne – ich denke, demnächst wird es auch mal bis zum Zielstrich klappen”, kommentierte er seinen dritten Platz. Dass am Renntag überhaupt die Wende zum Guten glückte, war einem Frühstück mit Aprilia-Renndirektor Jan Witteveen zu verdanken, bei dem sich Jenkner die Modifikationen am neuen Aprilia-Fahrwerk im Detail erklären ließ. «Ein Großteil meiner Schwierigkeiten lag an der Umstellung von White Power auf Öhlins. Während ich von WP gewohnt war, möglichst viel Federweg zu nutzen, arbeiten die Öhlins-Federelemente mit einem Drittel weniger optimal. Weil ich das nicht wusste und immer den vollen Federweg nutzen wollte, hatte ich hinten den Schwamm drinne!”Während Perugini und Giansanti Jenkner den Sieg vor der Nase wegschnappten, leistete sich Cecchinello einen weiteren Ausritt und kürzte die Schikane ab, was ihm zunächst 30 Strafsekunden und den achten Platz einbrachte. Am Ende zeigte die Rennleitung aber Gnade und gab Cecchinello jenen vierten Platz, den er auch ohne seine Abkürzung erreicht hätte.In der 250er-Klasse holte sich Aprilia-Werkspilot Manuel Poggiali einen klaren Sieg, während der spanische Aprilia-Star Fonsi Nieto mit Platz sechs zufrieden sein musste und sein Teamkollege Toni Elias nach mehreren Kolbenklemmern mit einem Motorschaden stehen blieb. Auch Christian Gemmel verpasste das Ziel, hatte bei seinem Grand-Prix-Debüt aber bis zur vorletzten Runde als 16. tapfer mitgehgalten, bevor ihm im Kampf gegen Jakub Smrz und Eric Bataille des Vorderrad wegrutschte. »Natürlich hätte ich das Rennen gerne beendet. Doch die Bilanz ist trotzdem positiv – ich habe bewiesen, dass ich mitfahren kann”, meinte der Idar-Obersteiner. Nicht einmal eine Runde dauerte dagegen der Kampf von Dirk Heidolf. Von einem frühen Bremsmanöver des Franzosen Erwan Nigon aus dem Konzept und von der Ideallinie gebracht, ging dem Aprilia-Germany-Piloten die Fahrbahn aus.Angesichts der Stürze ihrer beiden deutschen Klassenkameraden war Katja Poensgen im Anschluss an ihren sicheren Zieleinlauf an 20. Stelle natürlich obenauf. »Ich bin die schnellste Deutsche”, gluckste sie. »Hier zu Ende zu fahren war ein Training, das ich auf dieser Maschine dringend gebraucht habe. Endlich bin ich an dem Punkt, wo das Fahrwerk angefangen hat zu arbeiten. Darauf lässt sich aufbauen!”

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