Grand Prix Japan in Suzuka (Archivversion) Schwarzer Tag

Katos Crash war das erste schwere Unglück im Grand-Prix-Sport nach fast neun Jahren. Der Familie des japanischen Honda-Piloten bleibt derzeit nur die Hoffnung.

Daijiro Kato gewann dreimal den 250er-Grand-Prix von Suzuka und sicherte seiner Hausmarke Honda außerdem zweimal den Sieg bei den prestigeträchtigen Acht Stunden von Suzuka. Der bisherige Höhepunkt in der Karriere des 26-jährigen Fliegengewichts – Kato bringt bei 162 Zentimeter Körpergröße nur 51 Kilogramm auf die Waage – war der Gewinn der 250er-Weltmeisterschaft 2001. Seither wurde er von Honda zum Herausforderer von Valentino Rossi aufgebaut und erhielt 2002 als erster Pilot außerhalb des offiziellen Werksteams eine Fünfzylinder-RC 211 V. Abseits der Rennpiste war der schweigsame, aber stets liebenswürdige Japaner vor allem für seine unerschütterliche Ruhe und seine Fähigkeit, in den letzten Minuten vor einem Rennen noch ein Schläfchen einzulegen, bekannt. Kato ist verheiratet und hat einen zweijährigen Sohn namens Ikko, seine Frau Makiko brachte vor zwei Wochen außerdem ein Mädchen zur Welt. Daijiros Familie bleibt derzeit nur die Hoffnung: Am Montag nach dem Suzuka-GP hatten sich der Herzschlag und der Blutdruck weiter stabilisiert.Katos Unfall ist das schwerste Unglück im Motorrad-GP-Sport seit dem Tod von Seitenwagenpassagier Simon Prior beim Hockenheim-GP 1994. 1993 war der japanische 250er-Pilot Noboyuki Wakai bei einem Boxengassenunfall in Jerez gestorben, im gleichen Jahr hatte Halbliter-Champion Wayne Rainey bei seinem Sturz in Misano seine Querschnittslähmung erlitten. 1990 hatte sich 250er- Vizeweltmeister Reinhold Roth bei einem Zusammenstoß in Rijeka schwere Kopfverletzungen zugezogen. Der deutsche GP 1989 in Hockenheim war vom tödlichen Unfall des Aprilia-Piloten Ivan Palazzese überschattet worden.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote