Grand Prix Japan in Suzuka (Archivversion)

Parc ferméNeuer Modenas-MotorDie letzteHoffnungKenny Roberts läßt einen neuen Modenas-Dreizylinder bauen, der Freddie Spencers Weltmeistermotor von 1983 ähnlicher ist als die derzeitige Fehlkonstruktion der britischen Tom Walkinshaw Group. Statt zwei liegender und einem stehenden hat das Aggregat künftig zwei stehende und einen liegenden Zylinder, statt einem gemeinsamen Kurbelgehäuse für zwei der drei Zylinder sind die Einheiten nun getrennt. Die Zylinder werden in streng symmetrischen Abständen von 120 Grad befeuert, eine Ausgleichswelle räumt mit den berüchtigten Killervibrationen auf. Der für den Frankreich-Grand Prix geplante Einsatz des neuen Motors wird mit Bangen erwartet: Er ist Kennys letzte Hoffnung auf einen technischen Durchbruch.Comeback in Jerez?BaylesKopfwehJean-Michel Bayle rutschte bei Vorsaisontests in Malaysia auf einem Ölfleck aus und laboriert noch immer an einem Schädeltrauma. Die ersten Wochen verbrachte er isoliert im abgedunkelten Schlafzimmer, immer noch rebelliert sein Körper gegen harmlose Aktivitäten wie Videospiele und Fahrradausfahrten mit stechenden Kopfschmerzen. Yamaha-Teamchef Wayne Rainey plante für den Weg zum Jerez-Grand Prix einen Zwischenstopp in Albacete ein, um seinem Star Testfahrten zu ermöglichen. Eine so schnelle Erholung Bayles ist allerdings keineswegs garantiert - statt eines Comebacks droht immer noch das Ende seiner Karriere.Sensation bei YamahaDer Sambavon NanbaYamahas Halbliter-Helden waren ebenso aufsehenerregend wie die kompakter gebaute und in allen technischen Details verfeinerte neue YZR 500. Der 35jährige Familienvater Kyoji Nanba, der seit zwei Jahren kein Rennen bestritten und noch nie eine 500er gesteuert hatte, wurde als Vertreter von Jean-Michel Bayle aus dem Ruhestand geholt, fuhr im Training sensationell auf Platz zwei und rutschte im Rennen nur wegen eines am Start überfluteten Vergasers auf Platz fünf. Superbike-As Noriyuki Haga, bei den IRTA-Tests der Vorwoche erstmals in den Sattel einer 500er geklettert, fuhr im Rennen nach Belieben links und rechts an Norifumi Abe vorbei, war lange Zweiter und feierte als Dritter hinter Tadayuki Okada ein tolles Grand Prix-Debüt.Aoki-BrüderRennenfür Takuma»Fahrt für mich«, feuerte Takuma Aoki seine Brüder Nobuatsu und Haruchika vor dem Suzuka-Wochenende an. Der frühere Honda-Star, seit einem Sturz auf einer Honda-Teststrecke 100 Kilometer nördlich von Tokyo querschnittsgelähmt, liegt noch im Spital und soll demnächst in eine Rehabilitationsklinik nach Amerika verlegt werden. Sein Unfall war kein Thema beim WM-Auftakt, denn Suzuki-Hoffnung Nobuatsu hatte die Presse bereits am Donnerstag gebeten, entsprechende Fragen zu vermeiden. »Die Situation ist auch so schon schwer genug. Wir wollen uns auf unseren Job konzentrieren, so gut es geht«, meinte Nobuatsu.Neuer WerksmotorBartolsBaukunstDer neueste Yamaha-Werksmotor kommt nicht aus Japan, sondern dem österreichischen Straßwalchen: Konstrukteur Harald Bartol, der die TZ 125 des Yamaha-Aral-Kurz-Teams bereits erfolgreich vom Kurzhuber zum Klassen-Standard eines quadratischen Bohrung-Hub-Verhältnisses umbaute, fertigt jetzt ein komplett neues Gehäuse. Rund zwei PS Mehrleistung sollen nicht nur sportliche Erfolge sichern, sondern auch technisch richtungsweisend sein. Hermann Kurz: »Wir rechnen damit, daß das Werk das Projekt aufgreift und künftige Motorengenerationen auf dieser Basis in Japan produziert.“

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