Grand Prix Katalonien (Archivversion)

Genau das Richtige

Grand-Prix-Experte Jürgen Fuchs kommentiert das überraschende Comeback seines ehemaligen Teamkollegen Ralf Waldmann in der 250er-Weltmeisterschaft.

Jetzt ist es sicher! Ralf Waldmann wird beim kommenden GP in Assen mit einer 250er-Aprilia für das UGT-3000 Team sein Comeback in der Motorrad-WM feiern. Die Reaktionen auf diese News waren sehr unterschiedlich im Fahrerlager. Sehr viele sind einfach nur gespannt, ob Waldi nach eineinhalb Jahren Pause noch den nötigen Speed hat. Andere wiederum sehen es als »Werbegag« oder meinen, er hätte nie aufhören sollen. Alle waren sich jedoch einig, dass aus deutscher Sicht wieder Leben in die 250er-Klasse kommen wird. Ich habe Waldi als Teamkollegen kennen gelernt. Ich glaube, das Comeback ist genau das Richtige für ihn. Er ist ein Racer, und er ist wieder hungrig auf Motorradrennsport. Nach gut 15 Jahren auf höchstem Niveau ist es nur verständlich, dass er ein wenig »müde« war, seine Knochen hinzuhalten. Da war es höchste Zeit, einmal etwas anderes zu probieren. Jedoch musste er feststellen: Alles andere ist langweilig.Damit ist er nicht der erste Sportler, den so eine schöpferische Pause zum Rücktritt vom Rücktritt bewegt. Was auf einmal fehlte, war der Stress, das Adrenalin, die Glücksgefühle und selbst der Frust, den du als Rennfahrer jedes GP-Wochenende hast. Auch wenn dir genau das irgendwann als unerträglich erscheint und dich müde werden lässt, fehlt es dir gewaltig, sobald du dich davon erholt hast. Gerade dann, wenn man es wie Ralf das halbe Leben lang nicht anders kannte. Seine Chancen? Die sind gar nicht so schlecht, denke ich. Er hat schon früher nach den Winterpausen nie viel Training benötigt, er ist fit, er kennt das Motorrad und er ist heiß. Und sein Leitspruch lautet: »Alter schützt vor Vollgas nicht.« Also drücken wir ihm die Daumen.
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