Grand Prix Katalonien (Archivversion)

BMW-Boxer-CupPech für BarthMOTORRAD-Pilot Markus Barth bog beim BMW-Boxer-Cup als Spitzenreiter in die erste Kurve ein und stach auch im folgenden Vierkampf immer wieder erfolgreich in die Lücke. In der siebten Runde fädelte er sich dann allerdings etwas zu spitz in eine Rechtskurve, worauf ihm der Italiener Roberto Panichi den Weg abschnitt. »Er schlug mir die Tür zu, ich nahm das Gas weg, die BMW sackte ein, setzte mit dem Zylinder auf und entlastete das Vorderrad«, erklärte Barth seinen ersten Sturz, nach dem er dank tatkräftiger Hilfe einiger Streckenposten wieder aufspringen und weiterfahren konnte. Vier Runden später hatte er schon wieder Punkte in Reichweite und bremste am Ende der Zielgeraden eine ganze Meute Nachzügler aus, als ihn das Schicksal ein zweites Mal ereilte. »Einer aus dieser Gruppe fuhr mir ungebremst in die Seite«, erläuterte Barth seinen zweiten und endgültigen K.o., mit dem er die Führung im BMW-Boxer-Cup vorläufig einbüßte. Jetzt liegt Laufsieger Thomas Hinterreiter vorn (52 Punkte), Barth fiel hinter den amtierenden Meister Stephane Mertens (Zweiter im Rennen/40 Punkte) vorläufig auf Rang drei (38 Punkte) zurück. Barths MOTORRAD-Kollege Jürgen Fuchs, als VIP außer Konkurrenz gestartet, erbeutete trotz einer Erkältung hinter Mertens und Randy Mamola Platz vier.In Assen auf ApriliaWaldisWiederkehrRalf Waldmann plant sein Renn-Comeback und will in Assen, auf dem Sachsenring und in Brünn mit einer Aprilia RSV 250 antreten. »Das Leben ist langweilig, wenn du nichts zu tun hast«, erklärte der 20fache Grand-Prix-Sieger, der sich derzeit als mdr-Kommentator bei den Rennen die Zeit vertreibt und beweisen will, dass er auch mit 36 Jahren noch nicht zum alten Eisen zählt. »Es ist ja nicht mehr viel los mit dem deutschen GP-Rennsport, deshalb hat es mich gereizt, noch einmal anzutreten. Nur so zum Spaß. Deshalb fahre ich auch umsonst«, erläutert der zweifache Vizeweltmeister die Idee, die er zusammen mit Steve Jenkners Geldgeber Ralf Schindler beim Grand Prix in Mugello ausheckte. Der UGT-Besitzer bewilligte spontan das nötige Budget und engagierte die frühere Mechaniker-Crew von Alex Hofmann mit Cheftechniker Lucas Schmid. Von seinem eigentlichen Arbeitgeber MZ bekam Waldi frei: »Geschäftsführer Petr-Karel Korous meinte, ich solle ruhig fahren. Denn mit der MotoGP-MZ gibt es einige Komplikationen, das Debüt verzögert sich noch etwas...«90000 ZuschauerCrivillésFiestaWeder das hochsommerliche Badewetter noch das Achtelfinalspiel der spanischen Fußball-Nationalmannschaft, das um halb zwei am Nachmittag angepfiffen wurde, konnte die treuen spanischen Motorradfans abhalten: Über 90000 Zuschauer pilgerten am Rennsonntag zur Montmeló-Strecke und feierten neben den Podestplätzen ihrer Stars auch den zurückgetretenen Helden Alex Crivillé. Der Halbliter-Weltmeister von 1999 erhielt nach langem Tauziehen endlich seine siegreiche Honda NSR 500 und führte damit am Sonntagvormittag bei einer Ehrenrunde etliche prächtige Wheelies vor, bevor das Erinnerungsstück in Crivillés Wohnzimmer im nur wenige Kilometer entfernten Seva verfrachtet wurde.Nieto nur Dritter2003 mitRossi ?Aprilia-Werkspilot Marco Melandri brauste bei den 250ern zum zweiten Sieg hintereinander auf und davon. Der Lokalmatador und WM-Leader Fonsi Nieto musste sich wegen Vorderradrutschern am Ende auch dem italienischen Honda-Star Roberto Rolfo geschlagen geben und mit Platz drei vorlieb nehmen. Für die nächste Saison ist in dieser von Privatfahrern wie dem an 21. Stelle platzierten Dirk Heidolf bestimmten Kategorie Abrüstung angesagt: Honda will keine NSR-Werksmaschinen mehr produzieren und rüstet stattdessen den Tuning-Kit für die käufliche RS 250 R auf. Auch Aprilia sperrt das ohnehin bereits auf Melandri reduzierte Werksteam zu. Über die Zukunft des spanischen Aprilia-Leasingteams mit Nieto und Toni Elias wird derzeit kräftig spekuliert: Repsol, der Sponsor des Honda-MotoGP-Werksteams mit Valentino Rossi, soll das Budget im nächsten Jahr von 3,5 auf 10 Millionen Dollar erhöhen und hat im Gegenzug das Recht, dort einen spanischen Piloten unterzubringen. Einer der Kandidaten ist der talentierte Nieto.

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