Grand Prix Katalonien in Barcelona (Archivversion) Doppelschlag

Valentino Rossi verpasste seinem Erzfeind Max Biaggi mit einem klaren Sieg beim Katalonien-GP den ersten Haken. Sein Manager Gibo Badioli holte nach Rennende dann auch noch mit der Faust aus.

Valentino Rossi vermasselte den Start und wurde in der ersten Kurve des 500er-Grand-Prix derart von Alex Crivillé abgedrängt, dass er sich in der Schlussgruppe wiederfand. Nach der Hälfte der Renndistanz tauchte die gelbe Gefahr aber bereits wieder an der Spitze auf und fuhr seinen italienischen Rivalen Max Biaggi und Loris Capirossi anschließend gnadenlos davon. Von den Vorgängen, die sich vor der Siegerehrung abspielten, gibt es die gleiche Anzahl Versionen wie Journalisten im Pressezentrum. Die spannendste davon ist, Max Biaggi habe eine Wasserflasche nach Sieger Valentino Rossi geschleudert, worauf Rossi seinem Erzfeind den Helm ins Gesicht geschlagen und eine blutende Wunde hinterlassen habe. Ergreifend, aber leider unwahr. Die richtige Chronologie: Biaggi will im Gedränge zu einer steilen Treppe in Richtung Podium und versetzt Rossis Manager Gibo Badioli, der unnötig im Weg herumsteht, einen Ellbogencheck. »Que cazzo fai, idiota – was zum Teufel machst du Idiot«, brüllt Beobachter Valentino Rossi zur Freude des italienischen Fernsehpublikums, weil eines der Mikrofone eingeschaltet ist. Auch Badioli zetert Biaggi hinterher, worauf der sich umdreht und Badioli seine Plastikflasche entgegen schleudert. Um eine weitere Eskalation zu verhindern, wird Biaggi von einigen Offiziellen festgehalten. Badioli nutzt diesen Moment und schlägt Biaggi wie eine wütende Katze ins Gesicht, wobei er ihm an zwei Stellen die Haut aufreißt. »Das war ein Moskito«, sagt Biaggi in der anschließenden Pressekonferenz mit den schreibenden Journalisten, denn die Rennleitung will den Zwischenfall so weit es nur irgend geht vertuschen. Während 500er-Titelverteidiger Kenny Roberts schon in der vierten Runde gestürzt war, drehte sein Teamkollege Sete Gibernau beim Heimspiel groß auf. Wild driftend hielt er fast das halbe Rennen lang Platz zwei und feierte am Ende als Fünfter seinen ersten Teilerfolg im Suzuki-Team. Bei den 250ern erlebten die Zuschauer den gewohnten Zweikampf der japanischen Stars, bei dem Daijiro Katoh seinen Rivalen Tetsuya Harada erneut ablederte. Während Alex Hofmann sechs Mann überholte und einen tollen neunten Platz erkämpfte, musste Katja Poensgen schon in der ersten Runde nach einem Bremsfehler ins Kiesbett und kippte um. Danach bewies die attraktive Renn-Lady jedoch Sportsgeist und fuhr mutterseelenallein bis zum Ende durch. Lucio Cecchinello verdrängte den 15-jährigen Publikumsliebling Toni Elias mit einer harten Schlussattacke auf Platz zwei bei den 125ern. Dagegen scheiterte Steve Jenkner mit seinem Schlussangriff schuldlos am GP-Podium. »Ich war in der letzten Sektion eindeutig schneller als die Bande vor mir. Doch dann hat der Azuma knallhart reingebremst und sich vor meiner Nase hingelegt. Sonst hätt’ ich vielleicht Dritter werden können – um 0,19 Sekunden an meinem ersten Podestplatz zu scheitern, ärgert mich natürlich.“

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