Grand Prix Malaysia (Archivversion) Sorgen für MuZ

LucalustlosVor dem Saisonauftakt in Malaysia erklärte Luca Cadalora kühn, er werde um Plätze unter den ersten Fünf kämpfen und seine neues MuZ-Weber-Team berühmt machen. Doch die Euphorie verflog schnell: Im Training an 17. Stelle und zu Rennmitte wegen defekter Ausgleichswelle stehengeblieben, machte sich der kapriziöse Italiener in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Staub. Am Mittwoch abend rief er sein gutgläubig nach Japan weitergereistes Team aus Italien an und ließ Manager Rolf Biland wissen, der Mangel an Übersee-Tests schlage auf seine Motivation, und er werde erst zu Beginn der Europasaison in Jerez wieder antreten. Der Kapriolen Cadaloras endgültig leid, verhängte die Teamvereinigung IRTA eine 10 000-Dollar-Geldstrafe und kündigte an, ihn bei einem erneuten Vertragsbruch endgültig zu sperren. Als Ersatzfahrer wurde der frühere Suzuki-Werkspilot Noriyasu Numata engagiert, der immerhin Platz 13 erbeutete.Bayle frustriertBeattie plantComebackFalls sich Cadalora nicht mehr für künftige Großtaten auf der MuZ motivieren läßt, stehen die Nachfolger Schlange. Eurosport-Kommentator Randy Mamola bot sich ebenso an wie Ex-Suzuki-Star Daryl Beattie. Teamchef Biland sprach auch schon mit John Kocinski und dessen Teammanager Erv Kanemoto, der den Honda-Werkseinsatz auf Vorjahresmaschinen mit zwei Bankkrediten finanzierte und nach dem Spanien-Grand Prix ohne Geld dastehen wird. Derzeit noch geheim sind die Fluchtgedanken von Jean-Michel Bayle: Nachdem Cheftechniker Warren Willing zu Suzuki abwanderte und das Modenas-Team nur noch zur Vertragserfüllung mit den Sponsoren weiterexistiert, ist der Franzose so frustriert, daß er zu Hause bleiben und auf sportlich vielversprechendere Angebote warten will.Privates GlückKartfahrerRaineyDer 1998 zurückgetretene Yamaha-Teamchef Wayne Rainey besuchte den Japan-Grand Prix, um alte Freunde zu treffen und seine Motorradsammlung um die Weltmeistermaschine von 1991 zu ergänzen. Sehnsucht, an die Rennstrecken zurückzukehren, verspürt er nicht. »Das hier ist wie Ferien, denn mein Sohn Rex nimmt mich zweimal pro Woche zum Hockey, außerdem zum Football und Baseball mit, und das lastet mich völlig aus«, schmunzelte der dreifache Champion. Die verbleibende Zeit vertreibt sich Rainey mit Kart-Rennen in einem Zwei-Mann-Team mit seinem Freund Eddie Lawson.Derbi-FeuertaufeFest fürFestinaDie Uhrenfirma Festina, deren Radteam 1998 den Doping-Skandal bei der Tour de France auslöste, feierte als Sponsor des neuen Derbi 125-Teams ein erstes Erfolgserlebnis. Star Youichi Ui erbeutete in Malaysia als 13. auf Anhieb Punkte und fuhr in Japan sensationell auf Rang vier, obwohl die Motorräder außer einem kurzen Funktionstest nie zuvor gelaufen waren. Der Grund für die Verspätung liegt in der dünnen Personaldecke: Konstrukteur Harald Bartol baute die Motorräder in seiner österreichischen Werkstatt mutterseelenallein, eine Rennabteilung im Derbi-Werk bei Barcelona gibt es nur in der Phantasie der Fans. »Bis auf gelegentliche Anrufe von Teamchef Giampiero Sacchi, ob´s schon fertig ist, habe ich keinerlei Unterstützung erhalten. So kann´s nicht weitergehen«, stellte Bartol fest.

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