Grand Prix Malaysia und Japan (Archivversion)

Ganz der Papa

16 Jahre nach dem letzten großen Rennen seines Vaters fährt Kenny Roberts junior in der Erfolgsspur - auch für seinen alten Teamkollegen Ralf Waldmann eine deftige Überraschung.

Ralf Waldmann stapfte, den rechten Unterarm in Gips und die verschwitzte Lederkombi bis zu den Hüften abgestreift, vom Streckenhospital durch die malaysische Tropenglut an die Box zurück. Kaum, daß er seinem Aprilia-Team den Befund einer glatten Radiusfraktur erklärt hatte, befahl Teammanager Dieter Stappert den geordneten Rückzug, buchte den geplanten Weiterflug zum zweiten Grand Prix in Japan am Handy in die sofortige Heimreise um und wirkte dabei wie ein Offizier, der vor der Kapitulation noch rettet, was zu retten ist.Es war schwer, an jenem schwarzen Freitag Würde zu bewahren, denn Waldis unverschuldeter Sturz brach gleich als dreifaches Pech über das eben erst wiedervereinte Stappert-Team herein. Zum einen wog der sportliche Fehlstart, gleich zwei Rennen auslassen zu müssen und erst ab dem Europa-Auftakt in Jerez auf die Aufholjagd in der Punktetabelle gehen zu können. »Zum Heulen. Warum erwischt es immer mich zu Saisonbeginn?« gestikulierte Waldi, der 1995 bei seinem Sieg in Australien letztmals einen Auftakt nach Maß gefeiert und die Jahre danach ausnahmslos mit Fehlstarts eröffnet hatte.Schlagartig rückten nun auch die Titelchancen für 1999 in weite Ferne, und das beschwor eine zweite, noch viel größere Sorge herauf. Stappert pokerte mit dem zu erwartenden sportlichen Erfolg seines erstklassigen Teams und setzte darauf, die dürftig beklebte Werks-Aprilia nach den ersten Siegen wieder mit neuen Geldgebern schmücken zu können. Denn trotz monatelanger Sponsorsuche war die Mission Weltmeisterschaft 1999 unterfinanziert, und jetzt rückten die verdrängten Existenzängste wieder in den Mittelpunkt.Als das Rennwochenende vorbei war mit all seinen Überraschungen, regte sich drittens dann auch noch der ungemütliche Argwohn, technisch aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Das Waldi-Team mußte mitansehen, wie Loris Capirossi und Tohru Ukawa auf eben jenen Werks-Honda einen Doppelsieg einstrichen, die man wegen der Mißerfolge 1998 verschmäht hatte. Auch die Schlagkraft von Yamaha wurde kraß unterschätzt: Olivier Jacques neuer Teamkollege Shinya Nakano, in Malaysia Dritter, feierte im Regen von Japan einen überlegenen Sieg.Aprilia, 1998 wegen der Probleme der Japaner das Maß aller Dinge, hatte plötzlich ernsthafte Konkurrenz, denn die japanischen Membranmotoren waren gleich schnell, dabei aber zuverlässiger und technisch leichter beherrschbar als das wilde italienische Drehschieber-Triebwerk. »Ich war mit der Ersatzmaschine unterwegs. Der Motor lief nicht richtig, und ich wollte nur noch meine Runde zu Ende fahren und dann an die Box zurückkommen. Doch dann ging die Maschine beim Herunterschalten schlagartig fest«, beschrieb Waldi die Sturzursache. Ein verbogenes Lochblech in einem der Auspuffschalldämpfer und der resultierende Hitzestau im Zylinder waren die technische Erklärung für den Kolbenklemmer, und so rätselhaft es auch blieb, ob der Defekt bei der Produktion, bei der Montage oder gar erst beim Sturz auftrat, so eindeutig drängte sich ein Gesamteindruck auf: daß sich die tückische Werks-Aprilia, an der sich ganze Generationen von Kundenteams die Finger verbrannt hatten, auch in den Händen des als Kapazität anerkannten 250-cm³-Technikers Sepp Schlögl nicht gleich in ein frommes Lamm verwandelt. »Ich möchte wissen, ob es Aprilia jemals schafft, ein kundenfreundliches Motorrad zu bauen. Ständig werden neue Entwicklungsteile geliefert, die die Teams einbauen sollen, doch in der kurzen Trainingszeit an der Rennstrecke haben sie gar keine Chance, das Material gründlich abzustimmen. Den richtigen Durchblick hat nur das Werk«, urteilte Jürgen Fuchs, der seinem Abenteuer Aprilia 1998 einen Tiefschlag nach dem anderen und ein vorzeitiges Karriereende zu verdanken hat.Der schwerste Brocken, den Ralf Waldmann verdauen mußte, war jedoch die Sensation im Halbliterrennen. Schon 1997 hatte Waldi im WM-Duell gegen Max Biaggi gezeigt, daß er ein würdiger Gegner war, stand den Erfolgen seines Erzrivalen beim gemeinsamen Umstieg in die Halbliterklasse 1998 aber hilflos gegenüber. Denn während Biaggi mit seinem Kanemoto-Honda-Team ein Traumlos gezogen hatte, fuhr Waldi mit der untermotorisierten Dreizylinder-Modenas zwangsläufig hinterher.Immerhin gelang es ihm gelegentlich, seinem Teamkollegen Kenny Roberts junior davonzufahren und damit abermals den Beweis seiner Fahrkünste anzutreten - nur um jetzt mitansehen zu müssen, wie der talentierte, aber bislang durchaus besiegbare Amerikaner in Malaysia seinen ersten 500er WM-Lauf gewann und zum Weltstar aufstieg. »Waldi war letztes Jahr genauso schnell wie Kenny. Wenn du im richtigen Moment auf dem richtigen Motorrad sitzt, paßt es halt. Aber darin liegt nun mal die Kunst«, bekräftigte Beobachter Martin Wimmer.Ob Waldi die Nervenstärke gehabt hätte, der versammelten Weltelite mit Mick Doohan, Max Biaggi, Alex Crivillé und Carlos Checa auf diese Weise davonzufahren, bleibt dahingestellt. Kenny junior, schon 1996 in England für sechs Runden GP-Leader und dann gestürzt, preschte binnen drei Runden an die Spitze und zog dann unspektakulär und fehlerfrei auf bis zu acht Sekunden davon, bevor er 16 Jahre nach dem letzten großen Rennen seines Vaters in Imola 1983 wieder einen Sieg für die Familie, fünf Jahre nach Kevin Schwantz` letztem Erfolg 1994 in England wieder einen Sieg für Amerika und vier Jahre nach Daryl Beatties letztem Triumph 1995 auf dem Nürburging wieder einen Sieg für Suzuki herbeizauberte.Auf dem japanischen Twin Ring in Motegi schlug der 25jährige Kalifornier abermals zu. Schon im trockenen Freitagstraining Schnellster, zeigte sich Roberts auch im Nassen souverän und schüttelte seine Verfolger im Handumdrehen ab. Erst in der Schlußphase des Rennens setzte ihn der mächtig aufholende Mick Doohan unter Druck, doch Kenny ließ sich nicht nervös machen. Er tastete sich zu immer besseren Rundenzeiten vor, hielt den Weltmeister gekonnt auf Distanz und machte den ersten Doppelsieg seit Kevin Schwantz 1993 in Spanien und Österreich perfekt. »Beim ersten Sieg war ich im siebten Himmel, doch allmählilch gewöhne ich mich an die Höhenluft auf dem Podest. In diesem Stil kann`s weitergehen«, rieb sich Roberts übermütig die Hände.Technisch spricht nichts dagegen, daß sein Triumphzug auch bei den ersten Europarennen anhält. Nicht weniger als elf Tests zu je drei bis vier Tagen, mehr als jedes andere Team, standen vor Saisonbeginn in Kennys Kalender. Mit seinem Cheftechniker Warren Willing verfolgte er dabei die gleiche Strategie, mit der er schon im Modenas-Team seines Vaters den Aufstand geprobt hatte: Einer im Vergleich zu den bärenstarken Honda NSR 500 relativ schwachbrüstigen Maschine so viel Fahrwerksvorteile anzuerziehen, daß er den PS-Mangel in den Kurven wieder wettmachen konnte. »Die Honda-Fahrer haben soviel Wheelspin, daß sie Fehler durch pures Gasaufdrehen wieder ausgleichen können. Mit der Motorleistung von Suzuki geht das nicht«, verriet Kenny. »Es macht auch wenig Sinn, unsere Maschine auf beliebige Linienwahl und spektakuläre Ausbremsmanöver zu trimmen, denn mit einer solchen Abstimmung verlieren wir beim Beschleunigen auf der Geraden so viel, daß beim nächsten Bremspunkt gar niemand zum Ausbremsen da ist«, ergänzte er.Jahrelang versuchte Suzuki, einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden, doch die ständigen Umkonstruktionen der vorhandenen Fahrwerksteile wie etwa der Hinterradschwinge und des Hebelsystems für die Hinterradfederung machten erst einen Sinn, als Willing und Roberts in eine klare Richtung wiesen - und wie schon bei Modenas auf eine Abstimmung hinarbeiteten, die die vorhandene Leistung wenigstens rechtzeitig auf den Boden brachte.Im letzten Jahr fuhr Roberts eine Maschine, die dem Fahrer viel Gefühl für die Fahrbahn vermittelte und die dem Federungssystem dank der Eigendämpfung der Dunlop-Reifen und dem in seinen Dimensionen sorgfältig auf die vorhandene Motorleistung abgestimmten Chassis einen Teil seiner Aufgaben abnahm. Jetzt versuchten Willing und Roberts, dem auf härteren Michelin-Reifen einherrollenden Suzuki-Fahrwerk denselben »controlled flex« anzuerziehen, der eine satte, sichere Straßenlage und mehr Traktion beim Gasgeben ermöglichte.Auch die Werks-Yamaha sind nach diesem Prinzip gebaut, und der von Honda umgestiegene Carlos Checa meldete sich in spektakulärem Pokal- oder Hospital-Stil an die Weltspitze zurück. Bei einem Trainingssturz in Malaysia brannte seine Maschine ab, bei einem Trainingsssturz in Japan fuhr sein Motorrad allein weiter, kreuzte die Zielgerade und schlug dann in die Boxenmauer ein. Glimpflich davongekommen, schlug der unverwüstliche Spanier jeweils in den Rennen zu und ließ dem zweiten Platz in Malaysia Rang sechs in Japan folgen. Teamkollege Max Biaggi stand vorläufig im Schatten der vermeintlichen Nummer zwei: In Malaysia mit kaputter Zündung ausgefallen, machte er einen Mangel an Traktion und Erfahrung im Nassen für den mageren neunten Platz in Motegi verantwortlich.Ein Trost für den erfolgshungrigen Italiener war, daß sein Erzrivale Mick Doohan bislang auch nicht besonders gut aussah. Beim zweiten Platz im Regen von Japan konnte der Weltmeister die Schwierigkeiten mit seiner Honda überspielen, doch in Malaysia benahm sich die NSR 500 beim Einlenken so störrisch, daß er ernsthafte Versuche, Roberts hinterherzukommen, mit einem Sturz bezahlt hätte. »Die Motorräder von 1999 sind nichts anderes als Neuauflagen der Vorjahresmaschine. Ich wäre froh, wenn Honda endlich das bauen würde, was ich ihnen vorschlage, statt auf Konstruktionsprinzipien zu beharren, die vor zehn Jahren nicht funktioniert haben, vor vier Jahren nicht funktioniert haben und auch heute nicht funktionieren«, legte sich der Weltmeister ins Zeug.Alex Crivillè bestätigte die Tendenz der NSR 500 zum Untersteuern, und der einzige, der auf Honda wirklich beeindruckende Rundenzeiten vorlegte, war John Kocinski. In Malaysia glühte er auf die Pole Position, in Japan auf Startplatz vier und lobte sein Kanemoto-Team über den grünen Klee. »Im letzten Jahr hatte ich keinerlei Zutrauen zur Maschine. Doch mein neues Team weiß, was es tut«, rechnete er mit seiner Zeit im Rennstall von Sito Pons ab. »Außerdem geht´s bei Kanemoto nicht ums Geld, sondern ums Gewinnen. Erv hat letzten Monat vor lauter Arbeit nicht mehr als zehn Stunden geschlafen. Und wenn ich neue Kolben brauchen würde und kein Geld da wäre, würde er zwei Tage hungern, um welche anschaffen zu können.«Leider wurden die Entbehrungen in der Vorbereitung von keiner reichen Ernte belohnt: John Kocinski stürzte in beiden Rennen.
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Grand Prix Malaysia (Archivversion) - Sorgen für MuZ

LucalustlosVor dem Saisonauftakt in Malaysia erklärte Luca Cadalora kühn, er werde um Plätze unter den ersten Fünf kämpfen und seine neues MuZ-Weber-Team berühmt machen. Doch die Euphorie verflog schnell: Im Training an 17. Stelle und zu Rennmitte wegen defekter Ausgleichswelle stehengeblieben, machte sich der kapriziöse Italiener in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Staub. Am Mittwoch abend rief er sein gutgläubig nach Japan weitergereistes Team aus Italien an und ließ Manager Rolf Biland wissen, der Mangel an Übersee-Tests schlage auf seine Motivation, und er werde erst zu Beginn der Europasaison in Jerez wieder antreten. Der Kapriolen Cadaloras endgültig leid, verhängte die Teamvereinigung IRTA eine 10 000-Dollar-Geldstrafe und kündigte an, ihn bei einem erneuten Vertragsbruch endgültig zu sperren. Als Ersatzfahrer wurde der frühere Suzuki-Werkspilot Noriyasu Numata engagiert, der immerhin Platz 13 erbeutete.Bayle frustriertBeattie plantComebackFalls sich Cadalora nicht mehr für künftige Großtaten auf der MuZ motivieren läßt, stehen die Nachfolger Schlange. Eurosport-Kommentator Randy Mamola bot sich ebenso an wie Ex-Suzuki-Star Daryl Beattie. Teamchef Biland sprach auch schon mit John Kocinski und dessen Teammanager Erv Kanemoto, der den Honda-Werkseinsatz auf Vorjahresmaschinen mit zwei Bankkrediten finanzierte und nach dem Spanien-Grand Prix ohne Geld dastehen wird. Derzeit noch geheim sind die Fluchtgedanken von Jean-Michel Bayle: Nachdem Cheftechniker Warren Willing zu Suzuki abwanderte und das Modenas-Team nur noch zur Vertragserfüllung mit den Sponsoren weiterexistiert, ist der Franzose so frustriert, daß er zu Hause bleiben und auf sportlich vielversprechendere Angebote warten will.Privates GlückKartfahrerRaineyDer 1998 zurückgetretene Yamaha-Teamchef Wayne Rainey besuchte den Japan-Grand Prix, um alte Freunde zu treffen und seine Motorradsammlung um die Weltmeistermaschine von 1991 zu ergänzen. Sehnsucht, an die Rennstrecken zurückzukehren, verspürt er nicht. »Das hier ist wie Ferien, denn mein Sohn Rex nimmt mich zweimal pro Woche zum Hockey, außerdem zum Football und Baseball mit, und das lastet mich völlig aus«, schmunzelte der dreifache Champion. Die verbleibende Zeit vertreibt sich Rainey mit Kart-Rennen in einem Zwei-Mann-Team mit seinem Freund Eddie Lawson.Derbi-FeuertaufeFest fürFestinaDie Uhrenfirma Festina, deren Radteam 1998 den Doping-Skandal bei der Tour de France auslöste, feierte als Sponsor des neuen Derbi 125-Teams ein erstes Erfolgserlebnis. Star Youichi Ui erbeutete in Malaysia als 13. auf Anhieb Punkte und fuhr in Japan sensationell auf Rang vier, obwohl die Motorräder außer einem kurzen Funktionstest nie zuvor gelaufen waren. Der Grund für die Verspätung liegt in der dünnen Personaldecke: Konstrukteur Harald Bartol baute die Motorräder in seiner österreichischen Werkstatt mutterseelenallein, eine Rennabteilung im Derbi-Werk bei Barcelona gibt es nur in der Phantasie der Fans. »Bis auf gelegentliche Anrufe von Teamchef Giampiero Sacchi, ob´s schon fertig ist, habe ich keinerlei Unterstützung erhalten. So kann´s nicht weitergehen«, stellte Bartol fest.

Ergebnisse Malaysia (Archivversion)

125 cm³: 1. Masao Azuma (J), 2. Emilio Alzamora (E) beide Honda, 3. Gianluigi Scalvini (I), 4.Arnaud Vincent (F), 5. Jeronimo Vidal (E),...15. Steve Jenkner (D) alle Aprilia,...19. Reinhard Stolz (D) Honda.250 cm³: 1. Loris Capirossi (I), 2. Tohru Ukawa (J) beide Honda, 3. Shinya Nakano (J), 4. Olivier Jacque (F) beide Yamaha, 5. Valentino Rossi (I) Aprilia,...17. Alexander Hofmann (D) Honda.500 cm³: 1. Kenny Roberts junior (USA) Suzuki, 2. Carlos Checa (E) Yamaha, 3. Alex Crivillé (E), 4. Mick Doohan (AUS), 5. Tadayuki Okada (J),...17. Markus Ober (D) alle Honda.

125er (Archivversion) - Azumas Doppelsieg

Masao Azuma, Star im belgischen 125-cm³-Honda-Team von Olivier Liegois, erlebte den gleichen Traumstart in die Saison wie Kenny Roberts junior. In Malaysia spielte er mit dem Spanier Emilio Alzamora Katz und Maus, zog im Schlußspurt aber souverän zum ersten Sieg davon. Auch im strömenden Regen von Japan wühlte er sich schnell an die Spitze durch und hatte freie Fahrt bis ins Ziel, als der lästige Verfolger Max Sabbatini seine ständigen Attacken mit einem Sturz bezahlte.Neben Azuma feierte vor allem auch die Reifenmarke Bridgestone. Nicht weniger als vier der Top-five von Malaysia waren auf den Pneus der japanischen Marke unterwegs, zu den Überraschungen zählte dabei der Franzose Arnaud Vincent, der in den Trainings immer wieder Bestzeiten vorlegte, aber in beiden Rennen stürzte.Weltmeister Kazuto Sakata, der sich vor Saisonbeginn beim Kartfahren das Schlüsselbein gebrochen hatte, blieb nach dem Umstieg von Aprilia auf Honda blaß und kam nicht über Rang zehn in Malaysia und Platz acht in Japan hinaus. Auch bei den drei deutschen Piloten blieb die Ausbeute mager: Bislang punktete nur Steve Jenkner.

Die Deutschen (Archivversion) - Ober obenauf

Ralf Waldmann war der große Pechvogel des GP-Auftakts. Doch die Saison ist länger denn je, und ob sich sein Armbruch als Beinbruch im Titelkampf entpuppt, ist längst noch nicht entschieden.Alex Hofmann ist Waldis Kronprinz als nächster großer deutscher Star. Denn trotz eines Hitzschlags in Malaysia und trotz der tückisch nassen Piste in Japan behielt der 19jährige Newcomer bei beiden Rennen die Kontrolle über sich und seinen 250er Honda-Production Racer - und steuerte beide Male sturzfrei ins Ziel.Entspricht das den Planzielen für die sorgfältig aufgebaute Nachwuchshoffnung, so strafte Markus Ober alle Kritiker Lügen, die einen Direkteinstieg in die Halbliterklasse als Gesundheitsrisiko eingestuft hatten. Ober kämpfte sich ohne Zwischenfälle durch die Hitzeschlacht von Malaysia; bei einem Trainingssturz in Japan brach er sich zwar den kleinen Finger und prellte beide Füße, holte im Rennen mit seiner V2-Honda aber immerhin Platz 17. »Reife Leistung«, zollte ihm Teammanager Martin Wimmer Respekt.Eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebte dagegen Steve Jenkner. Schlechter Start, tolle Aufholjagd, Sturz und Platz 15 in Malaysia, Startplatz 28 wegen Fahrwerksproblemen und die nächste Aufholjagd zu Platz 13 in Japan. »Stevie ist super gefahren - und hat tollen Kampfgeist bewiesen«, zog sein neuer Teammanager Dirk Raudies eine insgesamt positive Bilanz.Auch der durchtrainierte Reinhard Stolz bewies Kondition und sorgte mit zwei sicheren Zielankünften für Beifall im italienischen Polini-Team. Das Rennen in Japan wurde dabei nicht nur wegen der Wassermassen zum Balanceakt: Teamkollege Simone Sanna stürzte gleich in der ersten Runde, Stolz wich übers Kiesbett aus, war weit abgeschlagen Allerletzter und wurde am Ende noch 17.Daß aller Anfang noch viel schwerer sein kann, mußte Mario Rubatto-Schützling Bernhard Absmeier erfahren: In Malaysia rollte er wegen einem Kolbenklemmer aus, in Japan stürzte er in der ersten Runde, zettelte eine verwegene Aufholjagd an und stürzte in der letzten Runde abermals.

Grand Prix Malaysia (Archivversion) - TV-Tip

Ab dem Jerez-Grand Prix am 9. Mai wird der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) alle europäischen WM-Läufe und das Rennen in Australien live und ohne Werbeunterbrechung übertragen. Gezeigt werden die Klassen 125 und 250 cm³. Dazu gibt es Hintergrundberichte über die deutschen Fahrer. Fachkommentator ist der ehemalige Weltmeister Dieter Braun.

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