Grand Prix Österreich in Zeltweg (Archivversion)

Schwere UnwetterPremierein GefahrDie Grand Prix-Premiere des auf dem Gelände des alten Österreichrings neugebauten A 1-Rings wäre um ein Haar ins Wasser gefallen. Als in der Nacht zum Samstag schwere Unwetter über der Steiermark niedergingen, schlug die Begeisterung über die abwechslungsreiche Berg-und-Tal-Bahn in Katastrophenstimmung um. Braune Schlammfluten schäumten von den noch unbewachsenen Hängen herab und über die unterdimensionierten Drainagen hinweg direkt auf die Strecke. Über 100 Mann schrubbten mit Besen und schweren Räumfahrzeugen die ganze Nacht hindurch, doch nach einer neuen Sintflut am frühen Samstag morgen schienen endgültig alle Dämme zu brechen. Die Feuerwehr schichtete Sandsäcke neben einen wahren Wildbach, aus Fahrerlager und Boxen wurde knöcheltiefer Schlamm geschaufelt. Ab 14 Uhr war die Piste wieder passierbar, jedoch immer noch so glitschig, daß einige Halbliter-Fahrer mit Streik drohten. Erst die allmähliche Wetterberuhigung rechtzeitig vor Rennbeginn ließ Streckenmanager Peter Geist aufatmen. Schock für DoohanBlitzschlagHalbliter-Weltmeister Michael Doohan überlebte am Samstagmorgen eine Begegnung der dritten Art. »Ich fuhr mit dem Roller vom Motorhome Richtung Fahrerlager, als plötzlich ein Blitz niederfuhr. Er traf mich nicht direkt, doch es war so viel Spannung in der Luft, um vom Griff des Regenschirms auf meine Hand überzuspringen. Eine Zeitlang zwar ich ziemlich zittrig, außerdem tat die Hand ordentlich weh. Danach fuhr ich ohne Schirm weiter. Denn ich werde lieber naß als von einem Stromschlag exekutiert!«TransfergerüchteYamahafür CorserDas Powerhorse-Promotor-Team des Österreichers Alfred Inzinger hat Yamaha-Werksmaschinen für Troy Corser und einen zweiten Fahrer, möglicherweise Jean-Michel Bayle, losgeeist. Die Neueinsteiger sollen gleichrangig wie das zweite Top-Team von Wayne Rainey behandelt werden, der neben Loris Capirossi auch Norifumi Abe unter seine Fittiche nehmen wird. Die Zukunft des Teams von Kenny Roberts ist ebenso unklar wie die Zukunft des Yamaha 250-Projekts. Ex-Weltmeister Christian Sarron will in den Farben von Yamaha Motor France ein neues 250er Team mit Regis Laconi und Thunderbiker William Costes auf die Räder stellen. Ob Tetsuya Harada bei Yamaha bleibt, ist fraglich. Wie in den Vorjahren wird er von Aprilia-Teamdirektor Carlo Pernat geködert, der 1997 mindestens zwei Topfahrer engagieren will. Auch wenn sich Max Biaggi entscheiden sollte, bei Aprilia zu bleiben, ist sein Exklusivstatus auf jeden Fall dahin. »Er hat zu lange gepokert und den Bogen überspannt«, erklärte Pernat.ThunderbikesSchescho schöpftHoffnungNach den Rückschlägen der letzten Rennen schöpfen die Rubatto-Kawasaki-Fahrer Stefan Scheschowitsch und Enrique de Juan neue Hoffnung bei den Thunderbikes. »Gott sei Dank wieder ein gutes Teamresultat. Das wird die Stimmung heben«, atmete Schescho nach den Plätzen sieben und acht auf. Start-Ziel-Sieger wurde der Engländer Ian Macpherson (Honda).

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