Grauimporteure: Report über Parallel-Import (Archivversion)

Im Januar 1993 kaufte ich bei einem März-Ducati-Händler eine Ducati 750 SS. Die Maschine wurde nach der Übergabe-Inspektion termingerecht ausgeliefert. In den folgenden drei Motorradsommern sah sie lediglich für eine Vergaser-Nachrüstung mit einem Dynojet-Kit außerplanmäßig die Werkstatt, ansonsten keinerlei Probleme oder Auffälligkeiten. Doch zum Jahresanfang 1996 tauchte völlig überraschend ein Schaden auf: Beim Montieren eines neuen Kettenkits bei 12 300 Kilometern wurde ein schwerwiegender Defekt an der hinteren Schwinge festgestellt. Anfängliches Bemühen, das teure Alu-Teil reparieren zu lassen, da die Garantie mittlerweile abgelaufen war, scheiterte an dem etwas eigenartigen Geschäftsgebaren eines Spezialbetriebs. Ziemlich skeptisch gab ich die Schwinge mit einem Kulanzantrag bei meinem Händler ab und richtete mich auf eine längere Wartezeit ein. Um so größer war mein Erstaunen, als ich nach zirka zwei Wochen telefonisch erfuhr, daß die neue Schwinge zum Abholen bereit sei. Die Firma März gewährte volle Kulanz auf die gesamten Materialkosten.Reinhard Helemann, DüsseldorfBisher habe in Sachen Garantie und Ersatzteilversorgung bei meiner »Grauen« nur gute Erfahrungen gemacht. Ich habe mir 1994 eine Kawasaki ZZ-R 600 bei der Firma Richter in Bad Laer gekauft. Nach 2350 Kilometern hatte die Maschine einen Motorschaden. Der Händler holte die ZZ-R bei mir ab und stellte mir kostenlos eine Leihmaschine zur Verfügung. Innerhalb von drei Tagen hat man mir absolut unbürokratisch und kostenlos einen komplett neuen Motor eingebaut. Auch bei der Umtauschaktion der Hinterradschwinge wurde ich schnell bedient.Hans-Jürgen Thom, Bad RothenfeldeIm März 1994 kaufte ich bei der Firma Könemann eine Suzuki LS 650. Ausschlaggebend war der um zirka zehn Prozent günstigere Preis und die umfangreichere Serienausstattung (Sissybar). Die übliche Garantie von einem Jahr bei Könemann verging ohne irgendwelche Macken oder Störungen. Die 1000-Kilometer-Inspektion ließ ich bei einem offiziellen Händler in Bremen ausführen. Service und Bedienung waren in Ordnung. Im Sommer letzten Jahres bemerkte ich einen schleichenden Leistungsverlust. Bei der 6000-Kilometer-Inspektion stellte sich heraus, daß die Laufflächen der Kipphebel verschlissen waren und die Nocken erste Pitting-Spuren aufwiesen. Ich sandte alle drei Teile nach telefonischer Rücksprache an die Firma Könemann und stellte einen Kulanzantrag, da die Garantie zwar abgelaufen, aber die Kilometerleistung so gering war. Nach vier Wochen erhielt ich die neuen Teile kostenlos (Wert etwa 500 Mark) und zahlte in der Werkstatt nur den Mehraufwand für Aus- und Einbau (120 Mark).Peter von Petkewitsch, DelmenhorstKauf einer neuen Honda VFR 750 R (RC 30) beider Firma Könemann in Schneverdingen im Dezember 1994. Im Juli 1995 bei der 6000- Kilometer-Inspektion wird von einem Honda-Vertragshändler an den vorderen Bremsscheiben ein leichter Seitenschlag festgestellt. Trotz eines sofortigen Telefonats des Händlers für den Austausch der Scheiben beharrt die Firma Könemann auf einer Besichtigung der Teile in Schneverdingen. Der dortige Meister stellt deutliches Bremsrubbeln fest, kann aber nur so weit weiterhelfen, daß die Garantieansprüche bei einem englischen Händler geltend gemacht werden. Für diese Auskunft immerhin 1000 Kilometer Fahrstrecke von Oberhausen nach Norddeutschland und zurück. Nach etlichen Telefonaten und fadenscheinigen Ausreden seitens der Firma Könemann nach vier Monaten Erhalt der Garantieteile zum Selbsteinbau. Also unbedingt vorher nachfragen, wie ein möglicher Garantiefall abgewickelt wird und eventuelle mündliche Zusagen schriftlich mit in den Kaufvertrag aufnehmen lassen.Bernd Salamon, GelsenkirchenIm September 1994 entdeckte ich in einer MOTORRAD-Anzeige eine Moto Guzzi Daytona zu einem interessanten Preis. Mit dem Händler aus Friedrichshafen, der sich auf den Import von Autos und Motorrädern spezialisiert hat, wurde ich schnell handelseinig. Gewährleistung: ein Jahr Garantie auf Teile, also ohne Arbeitslohn. Im März 1995, nach nur 2200 Kilometern, verabschiedete sich der linke Kolben und Zylinder mit einem Fresser. Ich baute die Teile aus. Er nahm sie mit nach Italien, übergab sie dort dem Guzzi-Händler, über den er die Maschinen bekommt. Der wiederum reklamierte die Teile in Mandello, dem Firmensitz. Nach zehn Wochen und einigen Anrufen bekam ich die Teile zugeschickt. Ich hatte, da ich den Aus- und Einbau selbst vornahm, bis auf die Einstellung des Zahnriemens für die Nockenwellen, die ich bei einem autorisierten Guzzi-Händler vornehmen ließ (130 Mark), keine weitere Kosten.Hilmar Diekmann, Westerstede

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