Großer Tag für die Kleinen (Archivversion) Großer Tag für die Kleinen

Proton und WCM bringen ihre Viertakter ins Ziel und düpieren das Kawasaki-Werksteam.

Beim Portugal-Grand-Prix schlug die große Stunde der kleinen Teams: King Kenny Roberts’ Proton-Team feierte die erste Zielankunft beider V5-Viertakt-maschinen »mit einer Freude, wie ich sie noch nie bei einem 19. und 20. Platz erlebt habe«, so der schmunzelnde Kommentar von Pilot Jeremy McWilliams. Und das WCM-Team des britischen Ingenieurs und Ex-Journalisten Peter Clifford feierte die späte, wenngleich erfolgreiche Premiere des eigenen Motorgehäuses mit Vierventil-Zylinderkopf, nachdem die auf Yamaha-R1-Basis entstandenen Motorräder wegen ihrer allzu offensichtlichen Seriennähe bis dato gesperrt worden waren. Dass sich David de Gea mit der nagelneuen Bastelmaschine auf Anhieb als 21. qualifizierte, war eine kleine Sensation – und ein Schlag ins Gesicht für das Werksteam von Kawasaki, dessen Fahrer Andrew Pitt nach anderthalb Jahren Entwicklungszeit nur eine Zehntelsekunde schneller war und Garry McCoy gar um knapp vier Zehntel hinter de Gea blieb. Fürs nächste Jahr will Kawasaki auf Bridgestone umrüsten und die Zusammenarbeit mit Dunlop beenden. Doch damit wird wohl das falsche Schwein geschlachtet. Nicht die Reifen, das Motorrad selbst ist nicht auf der Höhe der Zeit und wurde von McCoy in einem Interview mit einer australischen Tageszeitung Ende August gar als »Clunker«, als Schrottmühle, bezeichnet. »Ich habe eine verdammte Menge an Verbesserungen vorgeschlagen. Doch nichts davon wird umgesetzt. Ich frage mich, wohin meine Worte verhallen«, machte McCoy seinem Ärger Luft. Im Rennen stoppte er schon nach zwei Runden, um den Reihenvierzylinder nicht zu ruinieren: Kühlwasser war von unten auf die Verkleidungsscheibe gespritzt. Pitt kam als 21. und Vorletzter vor de Gea ins Ziel.

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