Halbliter-Pilot Alex Hofmann (Archivversion) Auf nachAssen

Pressekonferenz am Donnerstag, ein Fototermin mit den neuen Kollegen in Fußball-Trikots auf der Zielgeraden, tags darauf vor dem ersten freien Training ein Blitzlichtgewitter in der Box: Alex Hofmann, als Vertreter des ebenfalls verletzten Garry McCoy-Vertreters Jean-Michel Bayle kurzfristig ins MotoGP-Team von Red Bull-Yamaha gerutscht, stand sofort im Rampenlicht.Der Nachwuchspilot, trotz seiner 22 Jahre abgeklärt und clever, ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. »Ich bin nur herumgerollt und wollte die Kontrolle über das Motorrad kriegen, bevor ich anfange, am Gas zu drehen. Denn bei einer 500er schmerzt es schnell, wenn du einen Fehler machst«, erklärte der frühere 250er-Fahrer, warum er im ersten freien Training noch volle fünf Sekunden auf die Bestzeit verloren hatte.Danach steigerte sich Hofmann jedoch kontinuerlich, feilte insgesamt drei Sekunden weg und qualifizierte sich am Samstagnachmittag als 19. noch vor Honda-Star Tetsuya Harada und seinem spanischen Yamaha-Markengefährten Pere Riba. »In meinem ersten Halbliter-Qualifying Harada zu verblasen ist nicht verkehrt. Der war mal Weltmeister«, kommentierte Hofmann erleichtert. Im Vorfeld hatte der Bayer zwei hektische Wochen mit Tests auf der Dreizylinder-Proton, der Red Bull-Zweitakt-Yamaha und ein Rennwochenende auf der Kawasaki 750 hinter sich gebracht und versuchte, aus den unterschiedlichen Erfahrungen eine erste Bilanz zu ziehen. »Die Kawa ist am nähesten an einem Straßenmotorrad dran, vom Handling und vom relativ weichen Fahrwerk her. Die Proton ist mehr wie eine 250er, mit viel Handlichkeit, Grip und wenig Tendenz zu Slides. Die Vierzylinder-Yamaha ist eine ganz andere Erfahrung: Unendlich viel Power, trotzdem agil, und wegen der vielen PS versuchst du ständig, dem Grip hinterher zu rennen«, fiel ihm auf. Die Halbliter-Rakete war, anders ausgedrückt, eine ganz neue Herausforderung, die auch am Renntag einige Überraschungen parat halten sollte. So kämpfte sich Hofmann zwar schon in der zweiten Runde an seinem Paradegegner Riba vorbei auf den 16. Rang, gab ihn aber schon in der nächsten Runde wegen eines Verbremsers wieder preis. Die meiste Zeit des Rennens lag nur noch Norick Abe hinter dem Mindelheimer, der gleich zu Anfang von Olivier Jacque abgeschossen worden war und das Rennen an 16. Stelle zu Ende fuhr. Hofmann selbst wurde eine Runde vor Schluss durch einen Kolbenklemmer erlöst. Einen zweiten Einsatz mit der Yamaha YZR 500 hat Alex Hofmann nun Ende Juni beim holländischen Grand Prix in Assen. Weil er sich kontinuierlich steigerte und seinem Team teuren Schrott ersparte, darf der deutsche Ersatzpilot abermals auf dem Vierzylinder antreten.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote