Handlichkeit

Viele Kriterien bereiten bei der Bewertung wenig Kopfzerbrechen. Etwa die Fahrleistungen: Messen, Werte in die MOTORRAD-Datenbank eingeben, und automatisch erscheint die korrekte Punktzahl. So hat es der Redakteur gern, aber bei einigen Kriterien kommt es außerdem auf die subjektive Benotung an, und da gilt es reichlich Testarbeit und Gehirnschmalz zu investieren. Ein solches Kriterium ist die Handlichkeit. Dabei geht es in erster Linie um Lenkkräfte, die zum Einlenken in eine Kurve oder zum Ändern von Schräglage oder Fahrtrichtung erforderlich sind. Diese Kräfte können je nach Motorrad in sehr unterschiedlicher Weise von der Geschwindigkeit abhängen. Manche Maschinen wirken im Stadtverkehr ausgesprochen agil, verhalten sich bei höheren Geschwindigkeiten dagegen ziemlich widerspenstig. Andere lassen sich bei Schritttempo nicht sonderlich willig dirigieren an, versteifen sich bei höheren Tempi aber weniger stark. Bei der Einschätzung spielt zudem eine Rolle, wie das Motorrad auf jede Gewichtsverlagerung des Fahrers reagiert. Wichtige Einflussgrößen sind neben dem Gewicht - der Maschine, nicht des Fahrers - die Gewichtsverteilung, die Lenkgeometrie, die Schwerpunktlage oder die Kreiselkräfte aller drehenden Teile von der Kurbelwelle bis zum Hinterrad. Die berühmte MOTORRAD Teststrecke bietet mit ihren wechselhaften Streckenabschnitten reichlich Gelegenheit, die Handlichkeit zu überprüfen und zu bewerten. Zusätzlich müssen alle Top-Test-Maschinen den MOTORRAD-Parcours absolvieren, der neben engen Wendekurven zwei unterschiedlich schnelle Slalomabschnitte umfasst. Breite Lenker sind nicht das Allheilmittel, aber hilfreich, wie an der Aprilia Tuono zu erkennen ist. Die erhält vom MOTORRAD-Testteam immerhin 25 von 30 möglichen Punkten

Der Top-Test zur Aprilia Tuono aus MOTORRAD 02/2004 ist als Download zum Preis von zwei Euro verfügbar.

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