Harley-Pannenhilfe (Archivversion)

Abgeschleppt

Harley-Fahrer, die sich ihren Côte d’Azur-Urlaub verdient, doch unverdienterweise vor Lyon mit einer Panne liegenbleiben, dürfen jetzt mit schneller und kostenloser Hilfe rechnen. Der stillgelegte Schwermetalltreiber wählt die Nummer der vom deutschen Importeur mit Organisation und Abwicklung dieses Service beauftragten Firma, der GESA in München. Die wiederum kümmert sich um den Abschleppdienst zur nächsten Harley-Werkstatt und kommt, falls die Reparatur sich verzögert, notfalls auch für die Hotelkosten auf, die vom immobil gewordenen Biker freilich vorfinanziert werden müssen. In den Genuß dieser »Roadside Assistance«, profaner auch Pannendienst genannt, kommen nur Eigner von Maschinen des Modelljahrgangs 1996, die ihr Schwermetall bei offiziellen Harley-Dealern ordern. Ob dieser ganz spezielle Service, den europaweit so nur Harley anbietet, nach einem Jahr verlängert wird, bestimmt der Händler vor Ort nach Begutachtung der Maschine. Mitte 1996, nach Analyse der bis dahin aufgelaufenen Schadensfälle, will Harley Deutschland entscheiden, ob dieses Angebot auch in Zukunft kostenlos sein wird.
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Zum Thema (Archivversion) - «Was waren wir doch für Helden“

Mit den Elefanten verkrümelt sich auch der Winter - meint Andreas Lubitz.
Gibt es etwas Schöneres, als sich frühmorgens die bretthart gefrorenen Lederhosen überzustreifen, die Eiszapfen vom Zelteingang zu klopfen und das Motoröl am Lagerfeuer vorzuwärmen? Was waren wir doch für Helden, als die Winter noch streng und das Elefantentreffen noch ein Wintertreffen war, das seinen Namen auch verdiente! Mit 20 Grad minus und Schnee satt - und mit jenen Elefant genannten Zündapp-Gespannen.Seit einigen Jahren kommt es mir allerdings so vor, als hätte sich mit den Elefanten auch der Winter verkrümelt. Mehr Regen und Schlamm als Eis und Schnee, mehr Joghurtbecher als Boxer-getriebene Gespanne. Und mehr Weicheier, die ihre Maschine im Kastenwagen transportieren und auf den wenigen selbstgefahrenen Kilometern die Elektrodrähte in ihrer Edelkombi zum Glühen bringen, und weniger echte Winterfahrer, die - Katzenfell auf den Knien - den Unbilden des Wetters trotzen, nur um die Kette der Jahresanhänger unter dem bronzenen Elefantenschildchen um weitere zwei Zentimeter zu verlängern. Einzig ein Blick in den Hundertjährigen Kalender läßt mich hoffen, daß es nächstes Jahr mal wieder ein »richtiges« Wintertreffen gibt: » Schöne Wintertage bis zum Vierten«, heißt es da über den Februar 1996. Wer weiß, vielleicht kommen ja dann sogar die Elefanten wieder.

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