Hauptuntersuchung (Archivversion)

Mir ist aufgefallen, dass meine neue BMW R 1200 R laut Fahrzeugschein in zwei Jahren zur Hauptunter­suchung muss. Nach der Plakette auf dem Kennzeichen beträgt die Frist allerdings drei Jahre. Nun weiß ich, dass bei neuen Autos zunächst die Dreijahresfrist gilt. Ist diese Regelung auch bei Motorrädern gültig? Und wie schaut das aus, wenn ich kontrolliert werde: Auf was kann ich mich dann berufen?
Roger Eggers, Produktmanager TÜV NORD Mobilität, www.tuev-nord.de
Ein Motorrad muss alle zwei Jahre einer Hauptuntersuchung unterzogen werden, Rechtsgrundlage ist die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Im Gegensatz dazu müssen neue Pkw erst drei Jahre nach der Erstzulassung erstmalig zur Hauptunter­suchung. Danach beträgt der Zeitabstand aber ebenfalls zwei Jahre. Maßgeblich für den Termin der nächsten Hauptunter­suchung ist der Vermerk im Fahrzeugschein. Bei neuen Fahrzeugen ist dies die Eintragung der Zulassungsstelle auf der Vorderseite, ab der ersten Hauptuntersuchung wird vom TÜV-Sachverständigen auf der Rück­seite ein Stempelabdruck aufgebracht. Die Plakette auf dem hinteren Kennzeichen muss mit dem Vermerk im Fahrzeugschein übereinstimmen. Wenn bei einem Motorrad die Plakette zur erstmaligen Hauptunter­suchung eine Dreijahresfrist anzeigt, ist bei der Zulassung ein Fehler passiert.
Wenn die Hauptuntersuchungsfrist von zwei Jahren überzogen wird, wäre dies eine Ordnungswidrigkeit und würde bei einer Polizeikontrolle geahn­det werden. Beim TÜV werden dagegen aber keinerlei Sanktionen verhängt. Um Miss­-verständ­nisse zu vermeiden, sollte eine neue Plakette auf­-gebracht werden.

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