Hein Gericke: Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu Shops und Jobs weg

Aber es geht weiter bei Hein Gericke: Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan zugestimmt.

Foto: Hein Gericke

Es geht wohl weiter, aber viele Shops und Jobs fallen weg: Die Gläubiger der insolventen Hein Gericke Europe GmbH haben dem in Eigenverantwortung erstellten Insolvenzplan des Düsseldorfer Unternehmens erwartungsgemäß zugestimmt. Das gab die Firma am Donnerstag bekannt.

Zu den Gläubigern zählen neben Lieferanten und Vermietern von Ladenflächen auch die Mitarbeiter. Denen dürfte die Zustimmung besonders schwer gefallen sein, denn als Kernpunkt der Sanierung nennt eine schriftliche Stellungnahme des Unternehmens die Schließung von Filialen und den Abbau von Personal.

Tatsächlich sind im neuen 2016er-Katalog von Hein Gericke, der seit Ende Januar in den Läden der Zubehörkette erhältlich ist, viele Standorte nicht mehr aufgeführt. Es fehlen die beiden Läden in München, die Shops in Bocholt, Osnabrück, Trier, Frankfurt, Darmstadt, Mannheim, Kiel, Kehl, Erfurt, Schwäbisch Hall, Magdeburg, Weil am Rhein, Kaufbeuren und Rosenheim.

Demnach und nach der Standortliste auf der Website von Hein Gericke würden von den 2015 noch insgesamt 51 Gericke-Shops in Deutschland 33 bestehen bleiben. Von im letzten Jahr 15 HG-Shops in Österreich, Italien, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien wurden zwei geschlossen.

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Die Pressemeldung im Original

(Pressetext)

Gläubigerversammlung stimmt dem Insolvenzplan der Hein Gericke Europe GmbH mit großer Mehrheit zu

Wichtiger Meilenstein genommen: 98 Prozent der Gläubiger stimmten dem Insolvenzplan der Hein Gericke Europe GmbH zu +++ Fortbestand der Gesellschaft ist damit gesichert +++ Kernpunkte der Sanierung waren die Straffung des Filialnetzes und eine damit einhergehende Anpassung der Personalstruktur +++ Eigenmarken sollen Wertschöpfung des Unternehmens mit Beginn der Saison 2016 erhöhen

Düsseldorf, 04.02.2016 – Die Hein Gericke Europe GmbH gab heute bekannt, dass der Sanierungskurs des Unternehmens breite Zustimmung findet: Die Gläubigerversammlung – unter anderem bestehend aus Mitarbeitern, Lieferanten und Vermietern des Unternehmens  – stimmte am 2. Februar 2016 dem vom Unternehmen in Eigenverantwortung erarbeiteten  Insolvenzplan mit großer Mehrheit von 98 Prozent zu. Der Fortbestand der Gesellschaft ist damit gesichert. Kernpunkte der Sanierung waren die Straffung des Filialnetzes und eine damit einhergehende Anpassung der Personalstruktur.

"Ich bin sehr erleichtert über die eindeutige Zustimmung unserer Gläubiger zur erfolgreichen eigenverantwortlichen Sanierung von Hein Gericke", sagt Rutian "Paul" Liao, Eigentümer der Hein Gericke Europe GmbH. "Ich möchte mich vor allem bei unseren Mitarbeitern und Lieferanten bedanken, die uns auch in dieser nicht einfachen Phase die Treue gehalten haben. Jetzt können wir dieses herausfordernde Kapitel erfolgreich abschließen und uns mit ganzer Kraft der bevorstehenden Saison 2016 widmen, deren Vorbereitung wir bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen haben." 
 
Auch zukünftig kann das Unternehmen auf das uneingeschränkte Engagement Liaos vertrauen, der weiterhin inhaltlich und finanziell voll hinter dem Unternehmen steht. Langfristig will der Eigentümer verstärkt auf Eigenmarken setzen und deren Anteil am Gesamtsortiment schrittweise weiter ausbauen, um die Wertschöpfung zu verbessern und perspektivisch auch Potenziale im internationalen Business-to-Business-Geschäft zu erschließen. Das wird nicht zuletzt die Saison-Abhängigkeit des Geschäfts reduzieren. Diese Veränderungen sind bereits im neuen Hein Gericke-Katalog sichtbar, der seit Ende Januar in den Filialen erhältlich ist: Erstmals seit zehn Jahren wird Hein Gericke völlig neu entwickelte Kollektionen sämtlicher Eigenmarken wie Hein Gericke, Tuareg, Speedware und Bullson in den Markt bringen.

Über die Hein Gericke Europe GmbH (Eigendarstellung):
Die Hein Gericke Europe GmbH mit Hauptsitz in Düsseldorf ist Eigentümer der Traditionsmarke "Hein Gericke" und drittgrößter Filialist für Motorradzubehör und -bekleidung in Deutschland. In seiner 45-jährigen Geschichte hat Hein Gericke zahlreiche Impulse in der Branche gesetzt. Der Umsatz im Jahr 2015 belief sich auf rund 30 Millionen Euro.

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