Hofmann, Alexander: Interview (Archivversion)

Alex Hofmann zu seiner unsicheren Zukunft als MotoGP-Fahrer.

Alex Hofmann, wie geht’s Ihrem linken Knöchel?
Gemessen an der kurzen Heilungszeit seit dem Unfall in Japan geht’s
meinem Fuß gut. Ich bin bereits komplett
ohne Krücken unterwegs und betreibe
ein intensives Muskeltraining. Das ist das Positivste an meiner ganzen Situation.
Schlechter ist es um Ihre MotoGP-Zukunft bestellt. Wie haben Sie erfahren, dass Randy de Puniet Ihren Platz bei Kawasaki übernimmt?
In einem Telefonat mit Teamchef
Harald Eckl. Überrascht hat es mich
nicht, denn die Zeichen standen schon
seit längerer Zeit auf Trennung. Zu hören, dass man mich dort nicht mehr will,
war trotzdem nicht gerade erfreulich.
Was fällt Ihnen zu dem Argument
ein, Kawasaki brauche einen kleineren Fahrer?
Wenig. Eigentlich hätte ich gedacht, dass die dort technisch versierter sind.
In 99 Prozent aller Fälle bin ich mit den gleichen Reifen und dem gleichen Set-up wie Shinya Nakano gefahren und war oft genug komplett dran an ihm, manchmal sogar schneller. Deshalb zählt für mich das Argument der Körpergröße nicht. Dass es statt der wahren Leistung eines Fahrers herangezogen wird, ist mir unverständlich.
Suzuki hat Chris Vermeulen verpflichtet, damit ist diese Türe auch zu.
Ich habe mir Riesenhoffnungen gemacht, dort zu fahren. Dass sie sich anders entschieden haben, akzeptiere ich. Ich bin im Moment bitter enttäuscht und frustriert. Alle guten Plätze der MotoGP-Klasse sind besetzt, und das nach einer Saison, in der ich sportlich Zeichen setzen konnte und
in der ich mir die Rückschläge nicht selbst in die Schuhe schieben muss.
WelchePerspektiven gibt es derzeit?
Ich werde definitiv beim Saisonfinale in Valencia antreten. Und auch im nächsten Jahr werde ich in der MotoGP-Klasse fahren, auch wenn noch nicht klar ist, ob als permanenter Starter oder nur gelegentlich. Doch ich komme auf jeden Fall zurück – der Kampf geht weiter.

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