Honda 800 (Archivversion)

Honda 800

Während die Ducati GP 7 in aller Öffentlichkeit fährt, entwickelt Honda in Japan im Verborgenen.

Die neue Honda RCV 800 läuft bereits: Die Testfahrer Okada und Kamata haben den Prototypen unter strenger Geheimhaltung und der Führung von HRC-Boss Suguru Kanazawa (Foto) auf zwei Strecken in Japan ausprobiert. Yamahas 800-cm3-Variante der M1 wird nach der Sommerpause fahrbereit sein, weshalb auch Rossi zu Tests nach Japan eingeladen wurde. Der will aber lieber in Europa testen, und zwar am Montag nach dem Brünn-GP im August. Für diesen Termin hatte auch Kawasaki den Roll-out seiner 800er-MotoGP-Maschine angekündigt. Teammanager Harald Eckl glaubt indes nicht daran: »Ich habe keine Informationen aus Japan über den Stand
des Projekts, nach denen ein Roll-out in Brünn wahrscheinlich wäre.«
Eckl sieht seine schlimmsten Befürchtungen eintreffen: »Kawasaki
ist schwer im Verzug. Inzwischen dämmert es da vielleicht einigen Leuten, dass es keine so gute Idee war, das von mir 2004 initiierte Motorenprojekt mit Konstrukteur Mario Illien wieder zu stoppen.« fk
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Lüthi (Archivversion) - Aufsteiger

125er-Weltmeister Tom Lüthi soll 2007 in seinem Team
Elit-Caffè-Latte eine 250er-Werksmaschine fahren.
Der in der 125er-WM derzeit sechsplatzierte Weltmeister Thomas
Lüthi war auch ohne Sieg happy. Die Verteidigung des Titels ist
ohnehin längst als unerreichbar abgehakt, und Teamchef Daniel Epp ist mit der Leistung seines Schützlings zufrieden, solange er in der Spitzengruppe mitfährt. Seit dem starken Rennen in Mugello geht’s auch mit Vollgas in Richtung Zukunft. Danach verständigten sich Epp und Lüthi endgültig darauf, 2007 mit Werksmaschinen in der 250er-Klasse anzu-
treten. In Barcelona sprach Daniel Epp auch schon mit zwei Schlüssel-
figuren der Kategorie: KTM-Konstrukteur Harald Bartol und Aprilia-
Rennchef Gianpiero Sacchi. Die erste Variante ist eher unwahrscheinlich. »Unsere Motorräder sind noch nicht ausgereift genug, um sie einem
anderen Team anzuvertrauen«, schüttelte Harald Bartol den Kopf.
Mit Aprilia in die Zukunft zu gehen, wäre verlockender. Die Marke
zeigt sich derzeit als die überlegene Macht der Zweitakt-Klassen, ist nach der Übernahme durch Piaggio wieder gut organisiert und kann bei Verhandlungen Fakten, Preise und Perspektiven präsentieren. fk

250er-Stars (Archivversion) - Zukunftspläne

Zwei 250er-Stars gehen völlig verschiedene Wege: Lorenzo und Porto.
Ebenso turbulent wie der Kampf auf der Piste ist das Tauziehen um die Zukunft Jorge Lorenzos hinter den Kulissen. Dani Amatriain, Teamchef und Manager des talentierten Teenagers, möchte Lorenzo noch ein weiteres Jahr in der 250er-Klasse reifen lassen, gleichzeitig aber bereits zu regelmäßigen MotoGP-Tests und 2008 dann perfekt vor-
bereitet in die MotoGP-WM schicken. Sowohl Repsol-Honda, wo man in Zukunft am liebsten vier MotoGP-
Motorräder einsetzen würde, als auch
Yamaha, wo bald ein Generationenwechsel ansteht, ringen mit den Scheckbüchern um Lorenzo. Nachdem Yamaha die von Amatriain vorgeschlagene Gage nicht akzeptieren wollte, sind die Japaner nun bereit, sämtliche Forderungen zu erfüllen.
Ein anderer 250er-Star nahm dagegen Abschied vom Grand-Prix-Zirkus. »Es hat nichts mit dem Team, der Technik oder dem Management zu tun, sondern einzig und allein mit
mir: Ich konnte mich nicht mit dem Motorrad anfreunden«, erklärte Repsol-Honda-Pilot
Sebastián Porto vor dem Katalonien-GP. Im letzten Jahr auf Aprilia noch einer der Favoriten, fuhr er nach dem Wechsel auf Honda aussichtslos hinterher, zog nun die Konsequenz und gab nach zwölf Jahren den Rücktritt vom GP-Sport bekannt. Weil Porto in seinem Heimatland für den Ölkonzern Repsol-YPF ein Aushängeschild darstellt, darf er für künftige Projekte trotzdem auf Unterstützung hoffen: Porto will Autorennen fahren, außerdem sprach er davon, künftig junge Talente zu WM-Piloten aufbauen zu wollen. fk

Andrea Dovizioso (Archivversion) - Auswärts-Sieg

Dem Italiener Andrea Dovizioso
gelang sein erster 250er-Sieg.
Es wurde laut am Circuit de Catalunya, als sich fünf Runden vor dem Ende des 250er-Rennens der spanische Lokalmatador Jorge Lorenzo an die dreiköpfige Spitzengruppe herangekämpft hatte und sich anschickte, in die Auseinandersetzung um die Podestplätze einzugreifen. Vorn waren fast das gesamte Rennen über Andrea Dovizioso, Alex de Angelis und Roberto Locatelli durchaus unterschiedlicher Ansicht darüber, wem der Platz auf der obersten Stufe des Siegertreppchens gebührt. Diese Frage klärte Dovizioso (Foto), als er sich zu Beginn der letzten Runde beherzt an Locatelli vorbeidrückte und den ersten Sieg seiner Karriere nicht mehr aus der Hand gab. Wenige Meter hinter ihm gerieten de
Angelis und Locatelli so heftig aneinander, dass sie kurz aus dem Tritt kamen – Lorenzo nutze die Gunst der Zehntelsekunde und schnappte sich die beiden unter dem Jubel der Fans.
Nach dem niederschmetternden Totalausfall des KTM-125er-Teams war auch das Resultat seiner Viertelliter-Piloten nicht dazu angetan, Harald Bartol, dem Renndirektor der
Österreicher, überschäumende Glücksgefühle zu bescheren. Platz sechs für Hiroshi Aoyama, Rang elf für Manuel Poggiali – das hatte zumindest Aoyama dieses Jahr schon besser
gezeigt, nicht nur bei seinem Sieg in der Türkei. abs

Vier Aspar-Aprilia-Fahrer (Archivversion) - Renn-Quartett

Vier Aspar-Aprilia-Fahrer auf den ersten vier Plätzen im 125er-Rennen.
Drei spanische Fahrer aus einem Team gemeinsam auf dem Siegerpodest – diesen nicht gerade alltäglichen Trick hatte die Truppe von Ex-Weltmeister Jorge Martinez Ende April bereits in der Türkei vorgeführt. Jetzt wiederholten Alvaro Bautista, Hector Faubel und Sergio
Gadea das Kunststück vor ihrem Heim-publikum – und setzten noch einen drauf: Vierter wurde ihr italienischer Teamkamerad Mattia Pasini. Weltmeister Tom Lüthi, als schnellster Honda-Pilot von Position zehn gestartet, konnte seinen Plan umsetzen, nach einem guten Start in der Spitzengruppe mitzufahren. Im Finale gelang es ihm jedoch nicht, den zweiten Platz, den er sechs Runden vor dem Ziel erkämpft hatte, zu halten. Lüthi-Techniker Sepp Schlögl: »Wir hatten einen weichen Reifen gewählt, der hat zum Rennende nachgelassen.« Sein Teamkollege Sandro Cortese wurde 19.
Die KTM-Achtelliter-Truppe erlebte
ein schwarzes Wochenende. Junior Stefan Bradl erhielt nach drei Trainingsstürzen von den Ärzten Startverbot, sein Kamerad Michael Ranseder stürzte drei Minuten nach Beginn des Rennens. Den KTM-
Senioren erging es ebenso: Julian Simon
und Mika Kallio wurden beide in Runde drei aus dem Wettbewerb katapultiert. abs

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