IDM auf dem Salzburgring/A (Archivversion) Nachtexpress

Samstagnachmittag auf dem Salzburgring, die Ergebnisse der Superbike-Qualifikationstrainings machen bei der fünften von acht Veranstaltungen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) die Runde. Betretene Gesichter in der Box des offiziellen Suzuki-International-Europe-Teams: Superbike-WM-Profi Max Neukirchner auf Rang acht, die Kollegen Andreas Meklau und Roman Stamm direkt dahinter. Allesamt mehr als eine Sekunde langsamer als die Bestzeit, die Jörg Teuchert auf der MV Agusta vorgegeben hat, der Deutsche Meister. Auf dessen Titel hatte es Meklau abgesehen, war er doch 2006 von Teuchert nur denkbar knapp mit fünf Punkten Vorsprung geschlagen worden. Allerdings rangierte Meklau vor dem Salzburgring-Rennen mit 63 Punkten Rückstand auf Rang drei der Tabelle – Titelchancen praktisch gleich null.
Über Nacht bewies dann Neukirchners Fahrwerks-Tüftler Mario Rubatto einmal mehr, was er drauf hat. Sein Schützling bedankte sich in den beiden heiß umkämpften Rennen, in denen bis in die letzte Runde jeweils vier Piloten Chancen auf den Spitzenplatz hatten, mit zwei Siegen. Zwar gelangen auch Meklau nach Änderungen am Chassis-Set-up deutlich bessere Rundenzeiten als im Training. Doch der Österreicher machte Fehler, fuhr einmal durchs Kiesbett. Das reichte nur für Rang zehn und Rang sieben.
Dass sein im IDM-Zwischenklassement überlegen führender Landsmann Martin Bauer etwas mit dem Leistungsdefizit seiner Honda zu kämpfen hatte, besonders auf der langen Bergauf-Gegengeraden ein Handicap, das ihm jegliche Siegchancen nahm, war kein Trost für Meklau. Denn Bauer fuhr als schnellster Honda-Pilot zweimal aufs Podest. Sein nächster Verfolger in der Tabelle ist jetzt Jörg Teuchert – mit 66 Punkten Abstand.
Die Spitze der Supersport-Kategorie ist nach den Salzburger Wettbewerben näher zusammengerückt. Günther Knobloch, Herbert Kaufmann und Sébastien Diss gehörte in dieser Reihenfolge nach beiden Durchgängen das Podest. Mit dem Doppelheimsieg brachte sich der österreichische Yamaha-Pilot Knobloch in Schlagdistanz zu Tabellenführer und Kawasaki-Fahrer Diss, der sich aber noch mehr vor dem derzeit in Top-Form auftrumpfenden 44-jährigen Suzuki-Fahrer Kaufmann in Acht nehmen muss.
Für die Überraschung im Supersport-Rennen sorgte der deutsche Ex-Grand-Prix-Star Jürgen Fuchs, der bei Triumph Rico Penzkofer ersetzte, da dieser Verpflichtungen im BMW-Endurance-Team nachkommen musste. Fuchs, der seine letzten 250er-WM-Rennen 1998 bestritt, hat offensichtlich nichts verlernt, holte sich zunächst Startplatz drei und mischte in beiden Rennen munter an der Spitze mit. Ohne die 20-Sekunden-Zeitstrafe für einen Frühstart wäre er im zweiten Rennen Vierter statt Zwölfter geworden.
Nach dem 125er-Rennen musste das Zielfoto herangezogen werden, um den Sieger zu bestimmen – und das war Jonas Folger mit acht Tausendstelsekunden Vorteil gegenüber Georg Fröhlich, der bis dahin alle IDM-Rennen des Jahres gewonnen hatte. Folger, mit 13 Jahren jüngster IDM-Sieger und sonst in der spanischen Meisterschaft aktiv, bleibt der IDM bis zum Saisonende treu. abs

www.idm.de, www.yamaha-sebring.at, www.jonasfolger.com





Ergebnisse

Superbike 1. Rennen: 1. Max Neukirchner (Stollberg/Suzuki), 13 Runden (55,315 km) in 17.43,633 min (Schnitt 187,221 km/h); 2. Martin Bauer (A/Honda), 0,222 sek. zurück; 3. Werner Daemen (B/Honda), +0,376; 4. Jörg Teuchert (Simmelsdorf/MV Agusta); 5. Stefan Nebel (Velbert/Suzuki); 6. Kai-Børre Andersen (N/Honda); 7. Roman Stamm (CH/Suzuki); 8. Michael Schulten (Bottrop/Kawasaki); 9. Dominic Lammert (Holzwickede/Suzuki); 10. Andy Meklau (A/Suzuki).
Schnellste Runde: Bauer in 1.20,613 min (190,019 km/h).

Superbike 2. Rennen: 1. Neukirchner, 17 Runden (71,825 km) in 23.07,921 min (Schnitt 187,623 km/h); 2. Teuchert, 0,340 sek. zurück; 3. Bauer, +0,483; 4. Daemen; 5. Nebel; 6. Schulten; 7. Meklau; 8. Stamm; 9. Markus Wegscheider (I/Suzuki); 10. Andersen.
Schnellste Runde: Neukirchner in 1.20,768 min (189,654 km/h).
IDM-Stand nach zehn von 16 Rennen: 1. Bauer (204 Punkte); 2. Teuchert (138); 3. Daemen (121); 4. Meklau (120); 5. Stamm (112); 6. Nebel (109); 7. Andersen (108); 8. Neukirchner (101); 9. Lammert (66); 10. Wegscheider (51).

SuperSPORT 1. Rennen: 1. Günther Knobloch (A/Yamaha), 15 Runden (63,825 km) in 21.32,129 min (Schnitt 177,823 km/h); 2. Herbert Kaufmann (Ismaning/Suzuki), 0,575 sek. zurück; 3. Sébastien Diss (F/Kawasaki), +0,718; 4. Swen Ahnendorp (NL/Yamaha); 5. Jürgen Fuchs (Scheyern/Triumph); 6. Steven Michels (Oberhausen/Suzuki); 7. Sascha Hommel (Reichenbach/Honda); 8. Pascal Eckhardt (Sonthofen/Yamaha); 9. Lars Reichelt (Aalen-Dewangen/Kawasaki); 10. Rigo Richter (Hohenstein-Ernstthal/Honda).
Schnellste Runde: Knobloch in 1.24,455 min (181,375 km/h).

SuperSPORT 2. Rennen: 1. Knobloch, 15 Runden (63,825 km) in 21.20,391 min (Schnitt 179,453 km/h); 2. Kaufmann, 0,907 sek. zurück; 3. Diss, +1,271; 4. Philipp Hafeneger (Solingen/Triumph); 5. Ahnendorp; 6. Eckhardt; 7. Hommel; 8. Michels; 9. Meik Minnerop (Siegen/Yamaha); 10. Sébastien Le Grelle (B/Honda).
Schnellste Runde: Fuchs in 1. 23,914 min (182,544 km/h).
IDM-Stand nach acht von 13 Rennen: 1. Diss (137 Punkte); 2. Kaufmann (125); 3. Knobloch (116); 4. Ahnendorp (96); 5. Hafeneger (72); 6. Kim Phillip (DK/Suzuki/63); 7. Vladimir Ivanov (RUS/Yamaha/50); 8. Michels (48); 9. Le Grelle (42); 10. Rico Penzkofer (Böhlen/Triumph/41).

125 CM³: 1. Jonas Folger (Schwindegg/Honda), 12 Runden (51,060 km/h) in 18.15,052 min (Schnitt 167,861 km/h); 2. Georg Fröhlich (Wechselburg/Honda), 0,008 sek. zurück; 3. Marvin Fritz (Neckarzimmern/Honda), +9,683; 4. Robin Lässer (Isny/Honda); 5. Jasper Iwema (NL/Honda); 6. Eric Hübsch (Lichtenstein/Aprilia); 7. Daniel Kartheininger (Boos/Honda); 8. Bastien Chesaux (CH/Aprilia); 9. Patrick Unger (Oberlungwitz/Aprilia); 10. Ernst Dubbink (NL/Honda).
Schnellste Runde: Folger in 1.29,691 min (170,786 km/h).
IDM-Stand nach fünf acht Rennen: 1. Fröhlich (120 Punkte); 2. Unger (62); 3. Fritz (48); 4. Toni Wirsing (Chemnitz/Honda/47); 5. Lässer (43); 6. Marcel Schrötter (Plugdorf/Honda/43); 7. Sebastian Eckner (Dresden/Honda/39); 8. Hübsch (37); 9. Sebastian Kreuziger (Ammerndorf/Aprilia/ 29); 10. Blake Leigh-Smith (AUS/Honda/27).

GESPANNE: 1. Schlosser/Hänni (CH/CH, LCR-Suzuki), 12 Runden (51,060 km) in 17.19,451 min (Schnitt 176,840 km/h); 2. Roscher/Hildebrand (Großalmerode/Haidfeld, LCR-Suzuki), 1,671 sek. zurück; 3. Grabmüller/Grabmüller (A/A, LCR-Suzuki)*, +13,546; 4. Hainbucher/Adelsberger (A/Wartenberg, RSR-Suzuki); 5. Schröder/Burkard (CH/CH, LCR-Suzuki).
Schnellste Runde: Schlosser/Hänni in 1.24,531 min (181,212 km/h).
IDM-Stand nach fünf von acht Rennen: 1. Hainbucher/Adelsberger (98 Punkte); 2. Schlosser/Hänni (91); 3. Schröder/Burkard (62); 4. Roscher/Hildebrand (60); 5. Kornas/Stepien (Wartenberg/Wartenberg, RSR-F1/ 55).

ADAC-JUNIOR-CUP: Cup-Stand nach vier von acht Rennen (Platzierungen von Salzburg/A in Klammern): 1. Luca Grünwald (Waldkraiburg/Aprilia) 90 Punkte (2.); 2. Jan Bühn (Kronau/Aprilia) 61 (5.); 3. Toni Finsterbusch (Hohenossig/Aprilia) 59 (1.); 4. Ben Gädke (Neuwürschnitz/Aprilia) 51 (7.); 5. Sarah Heide (Limbach-Oberfrohna/Aprilia) 37 (4.); 6. Sebastian Skibbe (Köln/Aprilia) 35 (3.); 7. Michael Moller Pedersen (DK/Aprilia) 27 (12.); 8. Pepijn Bijsterbosch (NL/Aprilia) 22 (21.); 9. Patrick Meile (CH/Aprilia) 20; 10. Katrin Meyer (Markt Taschendorf/Aprilia) 19 (6.).

*Gaststarter, ohne Punkte

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