IDM-Supersport 2007 (Archivversion) Alles neu

Neues Reglement, mehr Rennen – die IDM Supersport bekommt 2007 ein neues Gesicht. Das hat auch Auswirkungen auf das Starterfeld. Völlig neu auf-
gestellt geht Honda in die Saison. Deren Meistermannschaft Alpha Technik konzentriert sich künftig auf die IDM Superbike.
In der kleineren Klasse tritt dagegen die neu formierte HKM-Crew mit der brandneuen CBR 600 RR an.
Mit nur wenig kaschierter Unterstützung der Honda Racing Corporation – die Motoren werden direkt von HRC geliefert – schickt Honda Motor Europe North als deutscher Importeur zwei sächsische Helden ins Rennen. Routinier Rigo Richter und Nachwuchsmann Sascha Hommel sollen den IDM-Supersport-Titel im Hause halten.
Die Aufwertung der IDM Supersport hat – neben dem erweiterten Rennkalender – vor allem mit einem gänzlich neuen Regelwerk zu tun, das sich jetzt an dem der internationalen Superstock-Klasse orientiert. Dadurch sollen die Rennmaschinen billiger und die Serie attraktiver für neue Teilnehmer werden. Deshalb müssen die Motoren der Serie entsprechen, von minimalen Anpassungen beispielsweise an der Zündbox abgesehen. Lediglich in Sachen Auspuff macht die IDM eine Ausnahme. Mit 110 statt der international üblichen 105 dB (A) dürfen die Maschinen über deutsche und grenznahe Rennstrecken brüllen.
Eine weitere Ausnahme von internationalen Regeln ermöglicht gar die Teilnahme einer bislang ausgeschlossenen Marke. Neben den bekannten 600-cm3-Vierzylindern und 750er-Twins sind in der IDM-Supersport ab 2007 auch Dreizylinder-
Motoren mit bis zu 675 cm3 startberechtigt. Dies als »Lex Triumph« zu bezeichnen ist sicher zulässig. Die Daytona 675 wird auf Anhieb massiv in der IDM vertreten sein. Mit Motorsport-Allzweckwaffe Rico Penzkofer und Motorentuner Dietmar Franzen weiß das Triumph-Top-Team zwar noch nicht so recht, unter welchem Namen es firmieren soll. Alles andere als »Triumph Deutschland« läge allerdings im Bereich des Etikettenschwindels.
Darüber hinaus überzeugte der flotte Dreier auch den alteingesessenen Fahrwerksspezialisten Benny Wilbers. Der hatte eigentlich wegen Streits mit dem Deutschen Motor Sport Bund DMSB seine Rennsportaktivitäten gänzlich einstellen wollen, wurde aber durch die IDM-Zulassung der Triumph sozusagen zum Rücktritt vom Rücktritt bewegt. Folglich wird noch eine zweite Triumph an der Startlinie
stehen – eventuell mit Philipp Hafeneger im Sattel, vom fahrerischen Potenzial ganz sicher ein Titelkandidat.
Suzuki und Yamaha haben zwar keine neuen 600er-Renngeräte. Die aufblühende kleine IDM-Klasse zeigte allerdings auch bei diesen Marken Wirkung. Ex-Supersport-WM-Held Christian Kellner und die Tschechin Marketa Janáková starten für Suzuki International Europe auf GSX-R 600. Als halboffizielle Yamaha-Speerspitze tritt Superbike-Umsteiger Günter Knobloch aus Österreich auf einer YZF-R6 an.
Von Kawasaki dagegen ist in der IDM-Supersport weniger zu erwarten. Noch am ehesten darf mit dem Yamaha-Cup-Sieger von 2005, dem jungen Franzosen Sébastien Diss, gerechnet werden.
Auf der Rennstrecke werden die IDM-Supersportler mehr zu tun haben als
bisher. Bei fünf der acht IDM-Termine fahren sie zwei statt wie bisher ein Rennen. Lediglich im niederländsichen Assen, auf dem Nürburgring und in Hockenheim bleibt es bei einem Lauf. mtr

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