Im Test: Honda Fireblade Abschluss-Zeugnis Honda Fireblade

Ihre radikale Jugend hat die Fireblade hinter sich. Schnell ist sie noch immer.

830 mm
17,7 Liter
1410 mm
209 kg
"Je älter wir werden, desto besser waren wir früher" - diese leicht ironische Selbsterkenntnis gibt’s sogar schon als T-Shirt-Aufdruck. Die Honda Fireblade, zu
Beginn der 1990er-Jahre radikales Leicht-bau- und Leistungswunder, steckt zwar nicht in der Midlife-Crisis. Doch seit BMW, Ducati und Kawasaki 190 PS zur Mindestanforderung an Superbikes erklären, ist die Japanerin in die zweite Reihe zurückgetreten.
Wenn es nicht grade um Rundenzeiten geht, sind ihre 178 PS Nennleistung aber immer noch genug, um in 5 Sekunden den Führerschein zu verlieren. Eine gut beherrschbare Gasannahme, eine solide Drehmomentausbeute bei mittleren Drehzahlen und eine gut gewählte Übersetzung sind auf öffentlichen Straßen viel wertvoller als 12 PS mehr in den äußersten Drehzahlen. Bestens ins Bild passt der neuerdings als Erstbereifung aufgezogene Bridgestone S 20. Er zeigt sich erfreulich kompromissbereit, will nicht mehr um jeden Preis ein knallharter Sportreifen sein. Vielmehr hält er mit guter Eigendämpfung ein wenig Arbeit vom Fahrwerk der Fireblade fern und trägt so zu Fahrers Wohlgefühl bei. Das Fahrwerk bedankt sich auf seine Art: Die Gabel verdient in Ihrer Grundabstimmung das Prädikat "komfortabel"; das Federbein übertreibt es ein wenig und wirkt zu weich. Und auch wenn die Blade sich nicht mehr so radikal-sportlich zeigen möchte: Ein kleines Stückchen weiter hinten dürften die Fußrasten durchaus sitzen. (mf)
14 990
? Prima Landstraßenmotor? ABS serienmäßig? Elektronisch gesteuerter
Lenkungsdämpfer? Gut gewählte Übersetzung? Angriffslustiges Design? Kaum teuer als ’ne GSX-R 1000
? Kleiner Durchhänger
bei 4000/min? Ergonomie und Fahrwerk
etwas zu touristisch ausgelegt? Keine Traktionskontrolle
Motor
Dem Durchhänger bei 4000/min folgt eine starke Drehmomentwoge. Selbst eine BMW S 1000 RR bietet bis 9000/min nicht mehr - sie dreht nur höher.
Fahrwerk
Findet sich auf Landstraßen gut
zurecht und bietet überraschend viel Komfort. Wer auf die Rennstrecke
will, wird eh am Setup feilen.
Bremsen
Die absolute Bremsleistung bleibt
etwas hinter der Konkurrenz zurück, aber das brillant funktionierende ABS reißt es wieder raus.
Ausstattung
Beinahe ein Gran-Turismo-Sportler, diese Honda: Ein großer Tank, vielfältige Anzeigen und eine hochwertige Verarbeitung zeichnen sie aus.
Komfort
Zwischen radikal-zweckmäßig und sänftengleich findet die Fireblade
einen erträglichen, aber nicht restlos
bequemen Kompromiss.
Einsteigertauglichkeit
Außer der immensen Leistung und dem Preis spricht wenig gegen die gutmütige Fireblade als Einsteigerbike. Selbstbeherrschung ist obligatorisch.

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