Im Test: Suzuki GSX 1250 F Volle Verkleidung

Mit Bandit-Technik und GSX 650 F-Optik erweitert Suzuki sein Tourersortiment. Das Ergebnis heißt GSX 1250 F.

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? Drehmomentstarker Motor? Gute Grundausstattung? Straffes Fahrwerk mit Reserven? ABS serienmäßig? Günstig
? Kurze Wartungsintervalle? Lenkt etwas schwerfällig ein
Man nehme eine große Suzuki Bandit, die Vollverkleidung der GSX 650 F, einen Scheinwerfer der GSX-R 1000 K4, und fertig ist der neue Sporttourer von Suzuki. Was zusammengewürfelt klingt, ist ein tourentaugliches Motorrad geworden. Die Suzuki GSX 1250 F bietet alles, was man sich auf langen Etappen wünscht - ein straffes Fahrwerk, das auch mit Sozius nicht überfordert ist, allerhand Verzurrmöglichkeiten für Gepäck und natürlich einen kräftigen Motor mit reichlich Drehmoment. Schon bei 3700 Touren gibt der Reihenvierer 108 Nm an das Getriebe ab, das bedeutet Druck in allen Lebenslagen. Schaltfaul lässt es sich in hohen Gängen schön über Landstraßen touren. Wer es sportlicher mag, muss den Motor am oberen Ende der Drehzahlskala bewegen. Versicherungsgünstige 98 PS Nennleistung liegen bei 7500/min an, darüber hinaus wird es zäh - ausdrehen bis 9500 Touren bringt wenig. Wer es dennoch tut, wird vom eigentlich überflüssigen Schaltblitz an die Gangwechsel erinnert. Zudem entwickelt der Motor bei höheren Drehzahlen feine Vibrationen, die Suzuki mit dicken Ausgleichsgewichten an den Fußrasten und einem in Gummi gelagerten Lenker dämpfen möchte. Trotz zweier Ausgleichswellen läuft der Motor etwas rau. Die GSX 1250 F ist eindeutig mehr Tourer als Sportler. Ihr Fahrwerk hat sich in der großen Bandit tausendfach bewährt. Es arbeitet straff, dennoch komfortabel und bietet Reserven für Sozius und Gepäck. Für Sicherheit sorgt das serienmäßige ABS, auch wenn den Bremsen ein klarer Druckpunkt fehlt und sie etwas stumpf wirken. Wie es sich für einen Sporttourer gehört, gibt es für 510 Euro Aufpreis ein Gepäcksystem, bestehend aus stabiler Halterung, Topcase und zwei Seitenkoffern. Damit sind dann längere Urlaubsfahrten zu zweit möglich.
Im Landstraßenbetrieb erlaubt der 19-Liter-Tank Reichweiten bis zu 380 Kilometer. Der Fahrer wird aber zwischendurch eine Pause wollen, da die Sitzbank straff gepolstert ist. Dafür
ist der Kniewinkel angenehm offen, und selbst lange Fahrer können ihre Beine bequem unterbringen. Mit der GSX 1250 F dürfte Suzuki großen Erfolg haben. Das Bike ist gut ausgestattet und bietet ordentliche Fahrleistungen. Die größte Stärke ist jedoch der günstige Preis. (mh)
Triumph Sprint GT
Mehr Sportler als Tourer ist die GT. Dank stabilem Fahrwerk und starkem Motor macht sie auf Landstraßen
richtig Spaß. Preis: 13 190 Euro
Honda VFR 800
Sie galt lange Zeit als bester Tourensportler, bietet sie doch ein tolles Fahrwerk, bissige Bremsen und einen kräftigen V4-Motor. Preis: 12 340 Euro
Kawasaki ZZR 1400
Leistungsmäßig spielt sie einer anderen Liga. Mit 193 PS zählt die 1400er eher zu den Supersportlern, ist aber auch tourentauglich.Preis: 14 295 Euro
Trotz leichter Lastwechselreaktionen ist die große Suzuki überaus alltagstauglich und eignet sich prima für die Fahrt zur Arbeit. Auch mit seinen 257 Kilogramm lässt sich der Tourer mühelos manövrieren. Die hydraulische Kupplung und das leicht zu schaltende Getriebe machen Stadtfahrten angenehmer.
Hier ist das bevorzugte Revier der GSX 1250 F. Mit dem drehmomentstarken Motor sind zügige Überholmanöver kein Problem. Etwas schwerfällig lenkt sie ein, und enge Kurvenradien liegen der Suzuki nicht besonders. Zum Touren ist das große Vierzylinder-Bike perfekt geeignet, zwei Personen finden ausreichend Platz.
Zum Rasen ist die Suzuki nicht gedacht, wenn es sein muss, rennt sie aber Tempo 230 - genug für die schnelle Anreise zum Urlaubsort. Eine einstellbare Vario-Touring-Scheibe kostet 117 Euro. Sie leitet den Fahrtwind wirkungsvoll über den Kopf des Fahrers und entlastet den Oberkörper vom Winddruck.
Motor
Viel Kraft liegt schon bei niedrigen Drehzahlen an. Der Vierzylinder läuft etwas rau, die Lastwechselreaktionen gehen gerade noch in Ordnung.
Fahrwerk
Das Fahrwerk bietet eine gute Balance zwischen Komfort und Rückmeldung
und verfügt auch mit Sozius und
Gepäck über Reserven.
Bremsen
Das serienmäßige ABS macht seine Sache gut und regelt recht spät. Einen klaren Druckpunkt vermisst man, die Bremse fühlt sich etwas stumpf an.
Ausstattung
Die Suzuki ist solide verarbeitet.
Ganganzeige, Edelstahlauspuff und Alu-Kettenschutz sind in dieser
Preisklasse nicht selbstverständlich.
Komfort
Große Fahrer können ihre Beine bequem unterbringen. Auch das Platzangebot für den Sozius geht in Ordnung. Die Sitzbank ist etwas zu straff.
Einsteigertauglichkeit
Vor diesen 98 PS und 108 Nm muss
sich niemand fürchten. Die Leistung setzt sanft ein und wird Anfänger
keineswegs überfordern.
1485 mm
805-825 mm
19 Liter
257 kg
Blau
Schwarz
Silber

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