Indian Motorcycle Company: Firmenreport (Archivversion) Indian-Historie

im Jahr 1900 hat alles begonnen: Der ehemalige Radrennfahrer George Hendee, der eine Fahrradfabrik in Springfield/Massachusetts besaß, lernte Oscar Hedström kennen, den Erbauer und Fahrer einer Schrittmachermaschine. Im Windschatten solcher motorisierter Fahrräder pflegten die Radrennfahrer neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen. Hendee und Hedström gründeten zusammen die Firma Indian Motocycle. Das erste Motorfahrrad verließ 1901 das Werk, angetrieben von einen Thor-Einzylinder-Viertaktmotor, der 1,75 PS leistete. Bereits 1907 fabrizierte Hendee einen eigenen Motor mit 600 cm3 Hubraum und vier PS, dessen zwei Zylinder in V-Form angeordnet waren. Sozusagen der Urahn heutiger Indian. Den Durchbruch schaffte Indian 1911 mit dem Sieg bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man, 1914 produzierte das junge Werk bereits 60000 Einheiten. Der Name Scout tauchte erstmals 1920 auf, eine Konstruktion des Ex-TT-Fahrers Charles B. Franklin. Das Motorrad mit dem 500 cm3-V2 wurde in der Folge zum Bestseller. Zwei Jahre darauf kam die Chief mit 1000 cm3 Hubraum auf den Markt, deren 1200er-Ausführung ab 1923 ebenfalls zum Verkaufsschlager wurde. Ein weiteres Wahrzeichen der Firma wurde nach der Übernahme des amerikanischen Motorradfabrikanten Ace die Indian Four mit 1264 cm3 großem, längst eingebautem Vierzylinder. Ab 1941, nach Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg, produzierte Indian Militärmaschinen. Nach dem Krieg wollte die zivile Produktion nicht mehr so richtig ins Laufen kommen, zumal als einziges ziviles Modell die Chief übrig geblieben war. In Zusammenarbeit mit der britischen Firma Vincent HRD entwickelte man zwar zwei neue Motorräder, eines mit dem 998-cm3-Vincent-V2-Triebwerk, das andere mit dem Indian-V2 im Vincent-Fahrwerk. Keins davon ging jedoch in Serie. Im Mai 1953 verließen die letzten Indian Chief das Werk. Damit schloss der in den 20er-Jahren weltgrößte Hersteller von Motorrädern seine Tore.Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. 1993 tauchten zwei US-Geschäftsleute auf, die sich die Rechte am Namen Indian streitig machten. Der eine, Philip S. Zanghi, handelte mit Accessoires unter dem Namen Indian. Er wollte mit Hilfe des Motorenkonstrukteurs Cyril Batten in Springfield/Massachusetts eine neue Chief mit wassergekühltem 60-Grad-V2-Motor aus der Taufe heben. Daraus wurde nie etwas. Der andere, Wayne Baughman, beanspruchte ebenfalls die Namensrechte und stellte in Juni 1994 in Albuquerque/New Mexico einen Prototyp vor, dessen Motor seltsamerweise besagter Cyril Batten konstruiert hatte. Auch dieses Projekt scheiterte. Danach traten die heutigen Besitzer auf den Plan.

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