Instruktoren-Tipps (Teil 15) (Archivversion) Der Rechtshänder

Wenn es für Kurven Sterne gäbe, hätte der Apennin deren fünf.

Kaum eine Übungseinheit bringt innerhalb kürzester Zeit mehr Erfolg als das intensive Training an der Bremse. Denn nur mit
viel Übung kann das komplexe System bis an seine Grenzen ausgelotet werden. Und was macht es so komplex? In der Regel haben wir zwei getrennte Systeme für vorn und hinten zu kontrollieren. Ohne ABS müssen wir zudem blockierende Räder verhindern, die keine Seitenführungskräfte mehr übertragen können. Lässt sich ein stehendes Rad hinten eventuell noch kontrollieren, führt vorn eine längere Blockade unweigerlich zum Sturz. Das Hauptaugenmerk gilt der Vorderradbremse. Und zwar wegen der dynamischen Radlastverlagerung. Sie entsteht, weil die Bremskräfte an der Reifenaufstandsfläche angreifen, die Massenkräfte jedoch am viel höheren Schwerpunkt der Einheit Motorrad/Fahrer. Dadurch kann sich die Gewichtsverteilung und somit die übertragbare Bremskraft bis zu 100 Prozent aufs Vorderrad verlagern. Also Kupplung ziehen, Bremshebel schnell an den Druckpunkt, mit steigender Radlastverlagerung immer mehr Druck aufbauen bis möglichst nahe an die Blockiergrenze. Genau das will geübt sein.

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