Instruktoren-Tipps (Teil 16) (Archivversion) Bremsassistent

Das MOTORRAD action team hat schon Tausende Motorradfahrer zu Top-Bremsern ausgebildet. Helmut Pohl
über die Besonderheiten von ABS.

Bremsentraining mit ABS? Obwohl die Elektronik bereits alles kann, was Fahrer herkömm-
licher Motorräder mühsam lernen müssen, nämlich die Reifenblockiergrenze selbst ertasten. Wir meinen ja. Auch wenn ABS-Fahrer theoretisch einfach zupacken können, bis die Fuhre steht. Dass die Praxis viel ungemütlicher sein kann, wissen alle, die bereits eine Vollbremsung aus dreistelligen km/h-Sphären bis in den Regelbreich erlebt haben. Eine Notbremsung mit gnadenlosem Durchreißen aller Hebeleien. Wo der Reifen
zu wimmern, das Motorrad zu schlingern und womöglich noch der Antriebsstrang zu schlagen beginnt, weil man in der Auf-
regung vergessen hat, die Kupplung zu ziehen. Und fast die Arm- und Handkraft ausgehen, weil Körperabstützung und Hebelzug auf Dauer viel mehr Kraft als erwartet rauben. Läuft das alles noch auf Belägen mit unterschiedlichem Haftungsvermögen
ab, ist das System mit vielen Regelintervallen heftigst gefordert.
Notbremsungen sind auch mit ABS kein Kindergeburtstag. Zeich-
nen Sie deshalb Ihre Bremspunkte auf ein stilles Asphaltstück
und simulieren Sie den Ernstfall. Und Sie werden merken, dass Übung auch ein elektronisch kontrolliertes Bremsmanöver deut-
lich verkürzt. Lernen Sie Ihre Bremse kennen, spüren Sie die Regelintervalle, die oft heftige Rückmeldung in den Hebeln und gewöhnen Sie sich an den hohen Kraftaufwand. Dann bleiben Sie auch in kritischen Situationen stets Herr/in der Lage.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel