Instrumenten-Reparatur (Archivversion) Dosenöffner

Wenn Tacho oder Drehzahlmesser den Dienst verweigern, geht es ihnen ans Blech. Nur ein offenes Gehäuse ist ein gutes Gehäuse.

Es passiert nicht zwangläufig auf dem Arbeitsweg: Der Tacho wird zum Pendler. Guter Rat ist erst einmal billig. Vorausgesetzt, die Geschwindigkeitsanzeige wird mechanisch angetrieben, gilt die erste Kontrolle der Tachowelle. Im Idealfall hat sich nur deren Überwurfmutter am Instrument gelöst. Hat die schwankende oder gar ganz ausgefallene Anzeige einen anderen Grund, muß die Welle ausgebaut werden. Der Abtrieb erfolgt am Vorder- oder Hinterrad oder am Getriebe (BMW). Ob eine Tachowelle eine Macke hat, läßt sich leicht überprüfen: Mit der einen Hand hält man die Hülle fest, mit der anderen dreht man an der Seele. Die muß sich leicht drehen lassen, und das andere Ende muß sich mitdrehen. Ersatzwellen für fast alle gängigen Maschinen gibt’s für zehn bis 30 Mark zum Beispiel bei Gericke, Götz oder Louis.Liegt die Ursache der Fehlanzeige im Inneren des Instruments, hilft nur noch Öffnen. Das schaffen Bastler zwar noch allein, doch beim Abnehmen des Frontrings reißt dieser unter Garantie ein. Erneutes Umbördeln beim späteren Zusammenbau hält nicht, das Zukleben ist eine wenig elegante Lösung. Die Sache ist ein Fall für den Fachmann, genauer gesagt der Feinmechaniker des nächstgelegenen Tachometerdienstes. Adressen verrät zum Beispiel die Zentrale der VDO-Kienzle Service und Vertriebs GmbH (Telefon 0 69/75 86-0). Der Fachmann nimmt das Instrument komplett auseinander, reinigt es gründlich und baut es mit neuem Frontring wieder zusammen. Das allein reicht bei den meisten Instrumenten aus, um sie wieder funktionsfähig zu machen. Wenn tatsächlich Teile verschlissen sind, handelt es sich dabei meist um das Gleitlager der Hauptachse oder die Feder, die den Zeiger im Zaum hält. Ersatz ist für die gut sortierten Tachodienste kein Problem. Die haarigste Arbeit ist das Verschließen, denn ohne eine Bördelmaschine geht gar nichts. Nach getaner Arbeit wird das Instrument abgeglichen, das heißt, die Anzeigegenauigkeit überprüft. Der Zeitaufwand für eine komplette Überholung liegt zwischen einer halben und einer Stunde. Macht mit Material und Mehrwertsteuer im schlimmsten Fall 300 Mark.Deutliche preiswerter ist die Beseitigung von Sturzspuren oder ein kosmetischer Eingriff zwecks Chromring-Montage. Der Austausch von Glas und Frontring eines runden Instruments kostet rund 130 Mark. Bei eckigen Instrumenten wird’s deutlich teurer, denn Glas und Ring gibt’s fast nie als Ersatzteile, aber mit Einzelanfertigungen kann auch den Problemkindern wieder zu einem makellosen Äußeren verholfen werden. Erste Adresse für Härtefälle ist der KA-JA Tachodienst (Telefon 0 91 34/3 68). Die Firma Mend (Telefon 07 21/57 35 05, Andreas Schifferdecker) hilft ebenfalls, speziell bei Oldtimern, weiter. Für elektronische Instrumente, Design-Arbeiten und Skalen-Erweiterungen ist die Firma WSM (Telefon 0 61 51/89 12 92) ein guter Tip. Für die Motometer-Instrumente aller BMW gibt es ebenfalls einen Ansprechpartner: die Firma Imak (Telefon 07 11/9 51 94 40).

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