Inter-Straßen-DM in Oschersleben (Archivversion) Dem Himmel sei Dank

Strömender Regen in Oschersleben brachte Ex-Pro Superbike-Meister Jochen Schmid zurück auf die Siegerspur. Als es wieder trocken war, rückte Titelverteidiger Andreas Meklau die Dinge wieder zurecht.

So unbeständig wie das Wetter waren in Oschersleben vor gut 5000 Zuschauern die beiden Vorstellungen von Pro Superbike-DM-Titelverteidiger Andreas Meklau. Der österreichische Ducati-Fahrer, nicht gerade ein Freund nasser Rennbahnen, verwachste im ersten Rennen unter starkem, später nachlassendem Regen total und fiel auf Rang sechs zurück.Ganz vorn überrumpelte derweil Kawasaki Deutschland-Fahrer Jochen Schmid den Schweden Christer Lindholm und surfte unaufhaltsam zum Sieg. »Trotz gleich zweier Trainingsstürze war ich absolut sicher, die richtige Abstimmung für die nasse Piste in Oschersleben gefunden zu haben«, resümierte Schmid.Und das war mehr als die halbe Miete zur Regenmeisterschaft. Denn sowohl der abgetauchte Meklau wie auch Yamaha Deutschland-Star Lindholm wählten zu weiche Fahrwerksabstimmungen. Der im Ziel zweitplazierte Lindholm, der sich über die gesamte Renndistanz heftiger Attacken seines Markenkollegen Brian Morrison erwehren mußte, dazu: »Jochen und ich hatten identische Regenreifen. Aber meiner hat sich aufgearbeitet, während Jochen bis zum Ende perfekten Naßgrip hatte.«Noch vor Meister Meklau kamen der heldenhafte Alpha-Technik-Suzuki-Fahrer Giovanni Bussei trotz eines Sturzes sowie Kawasaki-Junior Jonnie Ekerold ins Ziel.Das zweite Rennen auf inzwischen völlig trockener Bahn zeigte Andreas Meklau in bestechender Form. Bis zu neun Sekunden nahm der Meister dem Rest schon zur Hälfte des gerade mal gut 20minütigen Rennens ab und freute sich als Sieger, »wie gut die Ducati zur Zeit funktioniert«.Weder Christer Lindholm noch der frische Sieger Schmid fanden ein Gegenmittel und waren entsprechend resigniert. »Auf trockener Strecke ist zur Zeit nichts gegen die Ducati zu machen«, so Schmid mit dem gequälten Lächeln des Drittplazierten. Lindholm, knapp vor dem Schwaben im Ziel und nach Oschersleben wieder DM-Tabellenführer, schlug augenzwinkernd vor: » Die sollen den Andy Meklau künftig halt immer aus der letzten Reihe starten lassen.«Zwischen den beiden Pro Superbike-Rennen fuhren die Supersport 600-Helden auf abtrocknender Fahrbahn. Und die eher trickreichen Verhältnisse brachten die alten Herren nach vorn. Thomas Körner, deutscher Meister 1995, siegte auf Suzuki vor Yamaha-Fahrer Herbert Kaufmann, Meister 1994 und Stefan Scheschowitsch, Titelträger 1993, auf Suzuki. Hinter dem jugendlichen Yamaha-Angreifer Stefan Nebel konnte MOTORRAD-Mitarbeiter Markus Barth als Fünfter mit seiner Alpha-Technik-Suzuki die DM-Tabellenführung halten.Unter heftigstem Regen rutschte 125er Überflieger Klaus Nöhles aus und wurde danach immerhin Siebter, während ADAC-Junior-Team-Honda-Mann Jarno Müller überlegen gewann.Wie gewohnt dagegen dominierte TSR-Honda-Fahrer Mike Baldinger das 250er Rennen, nachdem der zunächst führende Dirk Heidolf schon in der ersten Runde gestürzt war.

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