Interview (Archivversion) «Das Ziel ist, daß Motorräder sauberer werden“

Dr. Gert Kemper, Referatsleiter beim Bundesumweltministerium, zu »Motorrad und Umwelt“

?Was wird aus dem Bericht »Motorrad und Umwelt«?Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Spitze des Ministeriums dazu stellt. Der Bericht hat eine Eigendynamik entwickelt, seit die Motorradvertreter aus der Projektgruppe ausgetreten sind. Damit haben sie dem Papier eine öffentliche Aufmerksamkeit gegeben, die so nicht vorgesehen war. ?Jetzt will das Bundesumweltministerium noch schärfere Abgasgrenzwerte in der Europäischen Union vorschlagen, als bislang je geplant waren. Warum? Wir werden in Brüssel unsere Vorstellungen vorlegen, mit der Aufforderung an die Kommission, in Kürze einen entsprechenden Vorschlag für eine Richtlinie zu machen. Das Ziel ist, daß Motorräder sauberer werden. Dann gibt es keine Diskriminierung der Motorradfahrer gegenüber den Pkw-Lenkern aus Abgasgründen mehr. ?Die Motorradfahrerverbände kritisieren, daß ihre Einwände nicht aufgenommen worden sind. Warum nicht?Das wundert mich. Wir waren der Auffassung, wir hätten viele Anregungen aufgenommen.Seit Beginn der Projektgruppenarbeit haben wir klargestellt, nur die Themen Abgas und Lärm ansprechen zu wollen. ?Warum dann Drehzahl und Leistung von Motorrädern begrenzen? Es steht drin, daß man versuchen soll, eine freiwillige Vereinbarung mit den Herstellern zu finden. Unser Bestreben ist, Motorräder technisch so zu verbessern, daß es nicht notwendig ist, große Unterschiede zwischen Pkw und Motorrädern zu machen. ?Was sagen Sie zu dem Vorwurf des IVM, das Zahlenmaterial sei veraltet? Es bestand genug Gelegenheit, neues Zahlenmaterial zu liefern. Wir haben die Vergleichswerte nur aus 1992, 1993. Wenn moderne Motorräder besser sind, halten sie auch die Grenzwerte ein.

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