Interview (Archivversion) (Seite 51)«Wir sehen noch Wachstumspotential« (Seite 52)«Es bleibt genügend Wachstumspotential für alle Shops“

Herbert Will, 52, war bislang Geschäftsführer der Hein Gericke GmbH & Co KG, leitet seit kurzem als Alleinvorstand die Eurobike AG und ist Mitinhaber der Handelskette.

1 In der IVM-Analyse des Zubehörmarkts wird von einer Größenordnung von 2,1 Milliarden Mark im letzten Jahr mit Wachstumstendenz ausgegangen. Diese Marktbetrachtung hat Ihnen bei der Börseneinführung sehr geholfen. Insider halten diese Zahl allerdings für zu hoch gegriffen.Für unsere eigenen Planungen ermitteln wir seit Jahren das Volumen des Zubehör- und Bekleidungsmarkts. Die inzwischen vorliegenden Ergebnisse der Marktforschungsinstitute aus den Jahren 1995 und 1996 decken sich mit den Größen von 1,8 bis zwei Milliarden Mark in etwa mit unseren eigenen Erhebungen, so daß wir von einer richtigen Analyse ausgehen. Auch sehen wir durch die steigende Zahl von Marktteilnehmern noch Wachstumspotential.2 Beim Börsengang sind eine Million neuer Aktionen zu einem derzeitigen Wert von etwa 30 Mark emittiert worden. Wofür werden diese etwa 30 Millionen Mark frisches Kapital verwendet?Es ist richtig, daß Eurobike im Zuge des Börsengangs rund 30 Millionen Mark an frischem Kapital zugeflossen sind. Dieses Geld wurde vorrangig genutzt, um Fremdverbindlichkeiten wie zum Beispiel Bankschulden zurückzuführen. Die Bilanzstrukturen wurden erheblich verbessert.3 Gibt es unter den neuen Aktionären auch Großanleger?Unter den neuen Aktionären befindet sich nach unserem Kenntnisstand kein Großanleger. Wir verstehen hierunter Beteiligungen über fünf Prozent. Nach unseren Informationen sind die Aktien im In- und Ausland breit gestreut.4 Derzeit beackern 54 HG- und 40 Polo-Shops in Deutschland den Zubehörmarkt. Können Sie uns sagen, wieviel diese Shops durchschnittlich umsetzen?Eine Durchschnittsumsatzzahl für alle Hein Gericke- und Polo-Shops gibt es nicht, da sich immer eine ganze Reihe von Shops in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. Etablierte Shops erzielen aber einen durchschnittlichen Netto-Umsatz von rund 2,5 Millionen Mark pro Jahr.5 Sie wollen die Zahl der Shops in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Schon jetzt klagen jedoch etliche Shop-Partner über zu geringe Erlöse und zu enge Einzugsgebiete. Weder die Firma Hein Gericke noch die Firma Polo sind bisher in Deutschland nach unserem Verständnis flächendeckend vertreten. Unsere Zielsetzung ist es, auf den Kunden zuzugehen und dem Verbraucher das Einkaufen so leicht wie möglich zu machen, das heißt in seine Nähe zu kommen. Genügend Wachstumspotential verbleibt für alle Shops. Wenn Umsatzprobleme bei vereinzelten Shops auftreten, so sind wir für Analyse und Beratung beziehungsweise Unterstützung da. Wir arbeiten ständig an der Verbesserung des Vertriebssystems. 6 Eurobike bezeihungsweise HG, Polo oder GoTo Helmstudio schließen mit den Shop-Partnern Verträge als sogenannte freie Handelsvertreter ab. Diese Verträge lassen ihnen relativ wenig unternehmerischen Spielraum. Ein Indiz hierfür könnte auch die hohe Fluktuation unter den Shop-Partnern sein. Wie sehen Sie das?Es ist richtig, daß unsere operativen Gesellschaften Hein Gericke, Polo und GoTo Helmstudio mit unseren Shop-Paertnern Handelsvertreterverträge abschließen. Auf dieser Basis arbeiten wir seit nunmehr 17 Jahren mit gegenseitigem Erfolg. Wir können auch keine hohe Fluktuation unter den Shop-Partnern erkennen, wenn zum Beispiel bei Hein Gericke zwei Drittel aller Partner schon länger als drei Jahre einen Shop führen. Natürlich arbeiten wir an einem festen und klaren Konzept, das beide Vertragspartner verpflichtet, aber von beiden akzeptiert und getragen wird. Einen geringen unternehmerischen Spielraum sehen wir auch nicht, denn wir suchen ja gerade Unternehmer als Partner und eröffnen dem Shop-Partner die Möglichkeit, sich selbst unternehmerisch zu betätigen.

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