Interview (Archivversion) «Umstellumg noch vor dem Jahre 2000“

Die Konkurrenz schläft nicht. Auch der niederländische Federungsexperte White Power entwickelt derzeit ein progressiv arbeitendes Federbein.

? Nach Öhlins arbeitet auch White Power an einem Federbein ohne Umlenkung. Warum?Das herkömmliche Federungssystem mit Umlenkung ist inzwischen technisch ausgereizt. Wir arbeiten seit Jahren nur an der Verfeinerung des Bestehenden. Um aber wirkliche Verbesserungen zu erreichen, müssen wir neue Wege finden. Das nach dem PDS-Prinzip arbeitende System bietet uns das nötige Potential dazu.? White Power darf aber aus patentrechtlichen Gründen das Öhlins-Konzept nicht kopieren. Welche technische Lösung streben Sie an?Das möchte ich noch für mich behalten. Nur soviel: Dämpfungsseitig arbeiten wir ebenfalls mit zwei Dämpferkolben. Federungsseitig kommt man um eine progressiv gewickelte Feder so oder so nicht herum. Ein Prototyp von uns wurde bereits gefahren. Problematisch ist momentan noch die Abstimmung der beiden Kolben. Aber noch in dieser WM-Saison soll einer unserer Fahrer dieses Federbein im GP-Einsatz testen.? Was sind die Vorteile des PDS-Systems oder eines ähnlichen Federbeins?Erstens: Durch die in jedem Bereich exakt justierbare Progressionskurve läßt sich der Dämpfungsverlauf des Federbein viel exakter auf die jeweilige Piste einstellen. Zweitens: Das Federbein kann außerhalb der Schwingenmitte eingebaut werden, so daß der Ansaugtrakt begradigt werden kann. Das wird sich sicherlich in mehr Motorleistung niederschlagen. Drittens: Die Hersteller ersparen sich die nicht unerheblichen Produktions- und Montagekosten der Umlenkung. Viertens: Der Kunde kann sich die umständliche Wartung der Hebellager ersparen.? Und was sind die Nachteile?Das neue Federbein wird etwas teurer werden. ? Um welchen Betrag wird es sich dabei drehen?Für eine genaue Preiskalkulation ist es natürlich zu früh. Wir rechnen aber mit einem Aufpreis von etwa 150 Mark.? Das klingt insgesamt sehr positiv. Wird sich das PDS-Federbein wirklich durchsetzen?Davon bin ich überzeugt. Die Argumente sprechen ganz klar dafür. Ich wage sogar zu behaupten, daß sich das neue System, zumindest im Markt der Wettbewerbs-Maschinen, bereits vor dem Jahr 2000 etablieren wird.

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