Interview (Archivversion)

«Nur 30 Prozent original“

? Wieviel der gebraucht angebotenen Harley sind Ihrer Einschätzung nach umgebaut?Knapp 30 Prozent sind wohl noch original.? Sind für 1996 mehr Maschinen nach Deutschland ausgeliefert worden als im Vorjahr?Das Kontingent für dieses Jahr ist höher. Aber die Distribution hängt in erster Linie von den USA ab.? Heißt das, die Kapazität ab Werk, also die Stückzahlen, sind höher, oder, der Verkauf in den USA stagniert, so daß Harley mehr exportieren kann?Deutschland ist der stärkste Abnehmer in Europa, eigentlich logisch, daß Harley USA darauf reagiert.? Welche Modelle sind gefragt?Ganz eindeutig die Heritage-Modelle. Und zwar in der Reihenfolge Classic, Fat Boy und Special.Und welche Modelle gehen dieses Jahr nicht so gut?Die Sportster Reihe, dann die Softail Custom und die Dyna Glide.? Bedeutet das, daß das Sportster-Segment trotz der Harley Cup-Aktivitäten ausgeschöpft ist?Erst mal heißt das, einige reagieren darauf, daß sie in der Harley-Familiy mit den Babys, also den Sportstern, eher belächelt werden.? Ist das vielleicht typisch deutsch?Nein, diese Haltung wird kritiklos aus den USA übernommen.? Dann müßten gebrauchte Sportster jetzt günstig zu kaufen sein?Wer sich entschließt, schnell wieder zu verkaufen, tut das meistens auf dem freien Markt oder gleich unter der Hand. Da werden die besten Preise erzielt.? Laut Sonny Barger, Chef der Hells Angels in den USA, laufen Harley schlecht und bremsen kaum. In zehn Jahren würde die Firma bereuen, so schlechte Qualität geliefert zu haben. Wie kommt er darauf?Wahrscheinlich ist er Anteilseigner der Firma, mit deren Spezialteilen er die Maschine seiner Frau Sharon umgebaut hat. Nein, ernsthaft: Ich glaube kaum, daß Harley der Firma Porsche soviel Geld für die Entwicklung der Evolution-Motoren abgedrückt hätte, wenn das nicht der Qualität und Solidität der Marke ganz entscheidend zugute gekommen wäre..
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