Interview (Archivversion) «Kein Buch über Raben, eins über Motorräder“

Harald Tondern, 54, lebt in Hamburg und schreibt Romane und Geschichten für Jugendliche.

? Fahren Sie selbst Motorrad?Früher bin ich gelegentlich mal gefahren, aber eine eigene Maschine hatte ich nie.? Wie kamen Sie auf das Thema Moto Cross und Umweltschutz?Eigentlich dadurch, daß wir ein Buch über Raben schreiben wollten. Und da fehlte uns noch eine Störung für die Rabennester - so kamen wir aufs Motorrad. Diesen Part mußte ich dann übernehmen, denn Frederik Hetmann war schon auf Vögel spezialisiert.? Sie sagten, Sie hätten diesen Teil übernehmen müssen. Hat’s denn keinen Spaß gemacht, sich mit Motorrädern zu beschäftigen?Anfangs war es wirklich nur ein Job, aber je tiefer ich mich in die Materie hineingekniet habe, desto spannender wurde die Geschichte. Und am Ende ist ja statt eines Buches über Raben eins über Motorräder entstanden, weil wir versucht haben, alle Facetten des Motorradlebens aufzunehmen. Das geht von der vergoldeten Harley über Ratten-Harry und sein Rat Bike bis eben hin zum Sport, dem Moto Cross.? Was mir fehlt, ist der nette Motorradfahrer von nebenan, dem sein Bike nicht gar so fürchterlich wichtig ist.Wir hatten vor, die Motorradszene insgesamt aufzuarbeiten. Da sind solche Typen, wie die im Buch beschriebenen, natürlich interessanter. Die sind alle Mitglied im MC dieses Dorfes im Westerwald, das es übrigens wirklich gibt. ? Ihr Buch ist für den Schulunterricht aufgearbeitet worden. Besteht da nicht die Gefahr, daß viele Lehrer aufgrund ihrer Sozialisation - wenig Motorrad, viel Ökologie - da einiges mißverstehen?Glaube ich jetzt weniger. Frederik Hetmann und ich machen oft Lesungen in Schulklassen, und da stellen wir fest, daß gerade die Schüler sich beim Thema Motorrad sehr gut auskennen. Außerdem greifen vor allem die Lehrer zu dem Stoff, die eh eine Affinität zum Motorrad haben. Aber das Buch sollte nicht belehren, es sollte vor allen Dingen eins sein: spannend. Ein befreundeter Motorradfahrer sagte mir, daß sein Sohn noch nie ein Buch zu Ende gelesen habe. Ich gab seinem Filius das fertige Manuskript. Er hat es gelesen. Und das war eigentlich das größte Kompliment.

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