Interview Meik Appel (Archivversion) «Schnelle Pisten wie Assen liegen mir“

? Meik, vor zwei Jahren waren Sie in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Inzwischen halten Sie mit 151 Metern den Weltrekord im Vorderrad-Stoppie und liegen momentan in der Super Moto-Inter-DM an der Spitze. Aus welcher Versenkung sind Sie denn aufgetaucht?Angefangen habe ich mit Moto Cross im Alter von elf Jahren. Später habe ich den 125er Nordcup zweimal gewonnen. ? Das sind aber Lorbeeren auf eher regionaler Ebene. Warum haben Sie mit Ihrem ausgeprägten Talent nicht mehr erreicht?Das hatte mehrere Gründe. Zunächst zerstritt ich mich früh mit meinem Vater, ohne dessen Unterstützung ich danach große Probleme hatte, den Sport zu finanzieren. Dann beendete ich meine Lehre bei Volkswagen und mußte ans Fließband. Dies und die langen Anreisewege von Wolfsburg zu den DM-Rennen in der gesamten Bundesrepublik war mir einfach zu aufwendig und mühselig. ? Klingt insgesamt nicht nach einer erfolgversprechenden Karriereplanung. Wann hat´s denn geklickt?Als ich nach meiner Moto Cross-Zeit der Kunstkradstaffel der Polizei in Braunschweig beigetreten bin. Irgendwelche Faxen auf dem Motorrad zu machen hat mir gelegen. Das war auf Anhieb meine Welt. ? Das ist nicht zu leugnen. Vorderrad-Stoppies in allen Variationen, Wheelies mit beiden Füßen auf der Sitzbank und andere Verrücktheiten beherrschen Sie wie kein Zweiter. Wie lange trainiert man denn, um solche Kapriolen zu zaubern? Das geht fix. Zwei, drei Stunden Training, dann stimmt die Richtung.? Und warum stiegen Sie dann zum Super Moto um? Mit der Polizeistaffel hatten wir einen Auftritt bei der Moto Bike auf dem Nürburgring. Dort lief gleichzeitig auch eines der ersten Super Moto in Deutschland. Ich war sofort begeistert.? Inzwischen sind Sie sogar Super Moto-Dauerregent Harald Ott ebenbürtig oder überlegen. Kommt man im Super Moto leichter zum Erfolg als anderswo?Sagen wir so: Ich bin faul und mache im Moto Cross nach drei Runden schlapp. Super Moto streßt sehr viel weniger. Deshalb kann ich mein Talent ausspielen. Daß es so gut läuft, hätte ich aber nicht erwartet.? Was löste den Leistungsschub vom letzten Jahr auf dieses Jahr bei Ihnen aus?Ich glaube, der Grund ist überwiegend in der Technik zu suchen. Ich hatte 1995 ein kaum verändertes Serienmotorrad. In dieser Saison haben wir uns besser vorbereitet - wenn man vom fehlgeschlagenen Versuch mit einem 585-cm³-Motor zu Saisonbeginn absieht. Dieser Treibsatz hat vibriert wie verrückt. Nun hat mir Kawasaki-Popko eine Maschine mit einem sauber abgestimmten 510-cm³-Aggregat präpariert. Dazu verfüge ich über bessere Reifen. Dies hat mir die Sekunde gebracht, die mir im letzten Jahr noch gefehlt hat. ? Läßt das auch für den vierten Inter-DM-Lauf in Assen hoffen?Ich denke schon. Schnelle Kurse wie in Assen liegen mir im Gegensatz zu Harald Ott mehr. Ich möchte die Chance auf den Titel in diesem Jahr unbedingt nutzen.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote