Interview mit Carsten Sauer (Archivversion) »Die Erste Liga ist Unser Ziel“

Carsten Sauer, 39, ist Unternehmensberater. Bis 2004 war er Manager des Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach und führte den Verein seiner Heimatstadt von der Insolvenz in die Riege der Top-Clubs. Seit 2005 bemüht er sich um die Vermarktung der Seitenwagen-WM.

Herr Sauer, seit 2005 gibt es wieder eine Seitenwagen-Weltmeisterschaft, seit 2005 arbeiten Sie daran, die Serie nach vorn zu bringen. Wie lautet die Bilanz Ihres ersten Jahres?
Mein Fazit ist grundsätzlich positiv. Ich denke, wir haben es geschafft, von
der vierten in die zweite Liga aufzurücken. Natürlich gab es ein paar Dinge, die nicht so gut gelaufen sind, etwa der Rückzug
von Jörg Steinhausen mitten im Jahr. Jetzt müssen wir eben genau analysieren, wo wir anpacken und weitermachen müssen.
Wo soll die Reise denn hingehen?
Wir möchten den Gespannsport
wieder so populär machen, wie er einmal
war. Ich rede nicht von MotoGP, das wäre Größenwahnsinn. Aber in die erste Liga wollen wir schon.
Wie sieht Ihr Plan dazu aus?
Zunächst einmal wird vom sportlichen und technischen Reglement alles so bleiben, wie es war – es wird wieder die Rennen im Match-Race-Format geben, und die Teams müssen nach einem gewonnenen Rennen zehn Kilogramm Handicap-
Gewicht mitnehmen. Das geht bis maximal 30 Kilo bei drei aufeinander folgenden
Siegen. Wir haben das Preisgeld-Schema für die Teams attraktiver gestaltet, außerdem zahlen fest eingeschriebene Mannschaften kein Nenngeld mehr. Sie müssen lediglich am Jahresanfang eine Sicherheitssumme hinterlegen und sich verpflichten, bei allen Rennen anzutreten. So wollen wir die Stärke des Starterfelds konstant halten.
2005 war die Seitenwagen-WM bei zwei Läufen zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) zu Gast. Im kommenden Jahr werden die Seitenwagen-WM-Termine mit drei IDM-Meetings kollidieren. Ein guter Plan?
Wir wären gerne im Rahmen der IDM gefahren, die Veranstalter waren zufrieden mit uns und wollten uns erneut im Programm haben – auch, um für die Fans noch interessanter zu werden und damit das finanzielle Risiko eines IDM-Wochenendes zu verringern. Aber seitens der IDM-Organisation wurden neue, restriktive Bestimmungen zum Zeitplan herausgegeben. Da wäre das Gespann-WM-Rennen sonntags um 18 Uhr gestartet worden. Entschuldigung, doch das haben wir nicht nötig. Zumal es genügend andere Angebote von Rennveranstaltern gab.
Wie viele Zuschauer hatten Sie 2005?
170000, inklusive des Superbike-WM-Wochenendes in Assen.
In welchem Umfeld wird die Gespann-WM 2006 zu erleben sein?
Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird die Gespann-WM wieder im Rahmen eines Straßen-Grand-Prix gefahren, im Juni, bei der Dutch TT in Assen. Die waren letztes Jahr so zufrieden, dass sie uns gleich zweimal haben wollten. Deshalb sind wir auch im September während des World-Superbike-Weekends dort.
Wäre der deutsche GP auf dem Sachsenring nicht auch ein passendes Ambiente?
Klar. Bislang ist unser Termin am Sachsenring aber eine Woche vor dem GP geplant – passend zum Finale der Fußball-WM. Die wird im Rahmenprogramm natürlich auch gebührend gefeiert.
Das Interview führte MOTORRAD-
Redakteur Andreas Schulz

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