Interview mit dem neuen Guzzi-Geschäftsführer Mario Tozzi-Condivi (Archivversion)

Geht es weiter mit Moto Guzzi?Auf jeden Fall. Die Situation ist zwar nicht einfach, aber wir stehen nicht mit dem Rücken zur Wand.Welche Modelle plant Guzzi für 1999?Das Herz von Moto Guzzi ist der große Motor, der 90-Grad-V mit Kardan-Antrieb, und genau da wollen wir weitermachen. Die Strategie heißt: Weiterentwicklung der California, dazu sportliche Motorräder und Tourer – alle selbstverständlich mit viel Kubik.Wie sieht die Weiterentwicklung der California aus?Wir werden im Frühjahr eine abgespeckte, zierlichere Version bringen. Wir haben beobachtet, daß gerade die California-Kunden ihr Motorrad gern individuell ausstatten, und das steht ihnen mit dieser günstigeren Basis-Version völlig frei. Außerdem müssen sie nicht für etwas bezahlen, was sie gar nicht wollen.Wann kommt der Sportler V11?Ebenfalls im nächsten Jahr, aber da sind wir noch voll in der Erprobung, ebenso bei der Tourer-Version GT. Wir haben ein neues Sechsganggetriebe entwickelt, das wirklich ein Gedicht ist, es schaltet sich ausgesprochen weich. Ursprünglich wurde die V11 aber mit dem alten Fünfganggetriebe entwickelt, und die Anpassung des neuen braucht einfach ihre Zeit. Ich hoffe natürlich, daß wir die V11 zur neuen Saison fertig haben, aber lieber bringen wir sie etwas später als unausgereift.Guzzi hat im letzten Jahr knapp 6000 Motorräder produziert. Wie viele sollen es in Zukunft sein?Unsere Motorräder sind Nischenprodukte für Leute, die ein etwas anderes Motorrad fahren wollen. Natürlich möchten wir die Produktion erhöhen, aber das geht nur ganz allmählich im Einklang mit dem Markt und unserem Vertriebsnetz, also in drei bis vier Jahren maximal 15000 Stück.

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