Interview mit Helmut Dähne (vielfacher TT-Teilnehmer) (Archivversion)

Helmut Dähne, 62, vielfacher deutscher TT-Teilnehmer und 1976 Sieger der 1000er-Produktion-TT, über die Insel, den Kurs und die Menschen der Isle of Man

Was war Ihr schönstes Erlebnis auf der Insel?

Natürlich war der Sieg 1976 auf der BMW eine tolle Sache. Und auch die Begegnung mit Mike Hailwood 1978. Der überholte mich kurz nach Windy Corner und grüßte mich im Vorbeifahren mit dem Ellenbogen. Sehr gefreut habe ich mich auch 2003 oder 2004. Wir waren mit Metzeler zu einer Reifenpräsentation da. Auf einer Kreuzung hat mich ein Polizist erkannt. Aber ohne rot-weiße Kombi, den Helm noch auf. »Bist du Dahne?« hat er gefragt. Und dann hat er die meine ganze Truppe trotz Absperrung auf den Kurs gelassen. Nach so vielen Jahren. Verrückt, oder?

Wie erklären Sie sich so etwas?

Die Isle of Man ist ganz speziell. Die gesamte Bevölkerung steht hinter der Tourist Trophy. Und wer dort gut fährt, ist ein Held.

Was muss man tun, um dort gut zu fahren? Ist das vergleichbar mit der Nordschleife, wo Sie ja den offiziellen Rundenrekord halten?

Vergleichbar? Ein bisschen vielleicht. Zunächst einmal ist die Nordschleife ja zigfach sicherer. Physisch ist der Nürburgring aber anstrengender, es gibt weniger Zeit zum Ausruhen. Doch psychisch schlaucht ganz klar die Isle of Man mehr. Dieses unglaubliche Tempo, die nahen Mauern!

Ist das dann Angst?

Nein, Angst habe ich nie gehabt. Aber es ist eine extreme Anspannung. Du weißt, du darfst keinen Fehler machen.

Wer war für Sie der größte Fahrer der TT?

Mike Hailwood.

Was ist mit Joey Dunlop?

Keine Frage, ein ganz Großer. Er kannte zwar die Strecke besser als Hailwood. Doch Hailwood fuhr noch präziser.

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