Interview mit John Kocinski (Archivversion) »Erv gibt dir sein Herz“

? 1998 hatten Sie trotz Geld und Werksunterstützung keinen Erfolg, jetzt ist es genau umgekehrt. Warum?Erv Kanemotos Team ist mit Abstand das beste im Fahrerlager. Ihm geht es nicht darum, möglichst viel Geld in die hintere Hosentasche zu stecken, sondern sportlich erfolgreich zu sein, und dafür arbeitet er Tag und Nacht. Was immer dir ein Werk auch an Material zur Verfügung stellt: Erv gibt dir sein Herz, und das ist wertvoller als alles andere. In diesem Umfeld habe ich mich verändert, ich bin lockerer geworden, habe mehr Zutrauen und spüre, daß wir eine echte Chance auf große Erfolge haben.?Wie wichtig ist es, daß Sie sich bei Kanemoto in Ihrer Muttersprache verständigen können?Letztes Jahr bin ich jedes freie Wochenende nach Amerika gejettet, jetzt bin ich schon fünf Wochen am Stück in Europa, weil ich mich unter lauter Amerikanern wie zu Hause fühle. In meiner ganzen Karriere hatte ich dreimal ein englischsprachiges Umfeld, und zweimal davon hat es mit einem Titelgewinn geendet. Das sagt alles.?Welche Chance gibt es, trotz technischer Limits ständig vorne mitzufahren?Das Motorrad muß besser werden, und ich muß lernen, mich besser darauf einzustellen, dann herrscht ein faires Gleichgewicht. Doch derzeit ist die Sache eine Gratwanderung. Denn bis jetzt passen Fahrer und Maschine noch nicht richtig zusammen, und wenn du zu sehr mit dem Motorrad kämpfen mußt, bekommst du Probleme. Ich versuche ständig, das Limit weiter hinauszutreiben, und deshalb war ich in dieser Saison bereits häufiger am Boden als in den zwei Jahren zuvor.

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