Interview mit Kosei Umemura, Präsident der Kawasaki Motoren GmbH (Archivversion)

Herr Umemura, was sind die Gründe für die zukünftige Zusammenarbeit von Kawasaki und Suzuki?Die Verkaufszahlen des japanischen Motorradmarktes sind von 3,3 Millionen in 1981 auf nun 778000 im Jahr 2000 gefallen. Die teilen sich zwischen vier starken japanischen Marken auf. Da ist es nur logisch, wenn sich, nach Zulassungen gerechnet, die Nummer drei und vier zusammentun, um weiterhin profitabel zu wirtschaften.Ausschlaggebend war jedoch die lange Freundschaft unseres Vorstandsvorsitzenden Masamoto Tazaki mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden von Suzuki, Herrn Osamu Suzuki. Kawasaki Heavy Industries kooperiert bereits schon in anderen Bereichen, so zum Beispiel im Schiffsbau. Da haben sich die Nummer drei und zwei zusammengetan.Gab es ihrer Meinung nach Fehler in der Modellpolitik von Kawasaki?Sicher haben wir die Retro-Welle überschätzt, unsere W 650 und auch die Drifter-Modelle verkaufen sich nicht so gut, wie wir es uns vorgestellt haben. Aber Kawasaki hat reagiert und in Holland Kawasaki Motors Europe gegründet. Damit werden wir in Zukunft viel besser die Wünsche unserer Kunden in den verschiedenen europäischen Ländern erfahren und umsetzen.Wie wird sich die Modellpalette durch die Zusammenarbeit ändern?Unsere Flaggschiffe bleiben natürlich typische Kawasaki und werden auch von Kawasaki entwickelt und gebaut. Im Supersportsegment bleiben wir völlig unabhängig. Wir denken daran, nicht so markenbezogene Kunden, beispielsweise bei Einsteigermaschinen und im unteren Preissegment, mit Gemeinschaftsentwicklungen zu erreichen. Durch die größeren Stückzahlen können wir unsere Gewinnsituation verbessern und damit die Voraussetzung schaffen, um attraktivere Preise und auch niedrigere Ersatzteilpreise zu erzielen. Wann werden die ersten gemeinsam entwickelten Maschinen zu sehen sein?Ziemlich schnell. Vielleicht schon in 2003. Was versprechen Sie sich von der zukünftigen Zusammenarbeit?Nun, jetzt müssen wir erst einmal profitabler arbeiten. Der hohe Yen/Euro-Wechselkurs zwingt uns dazu. Heute sind die Motorräder für den Kunden vielfach zu teuer, aber zur gleichen Zeit sind die Einkünfte der japanischen Hersteller aufgrund des Wechselkurses stark gefallen. Hier muss die Balance wieder gefunden werden. Und dies erreichen wir durch niedrigere Kosten bei der Entwicklung und Herstellung. Dann können wir auch wieder verstärkt in neue Produkte investieren.

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