Interview (Archivversion) Interview

Die 19-jährige Holländerin Nynke de Jong mischte vergangenes Jahr den deutschen Grasbahn-Nachwuchs auf. Jetzt startet sie international.

?Wie sind Sie zum Motorradsport gekommen?Über meinen Cousin Otto de Jong, der früher Motocross fuhr. Mit einem kleinen Moped, das meine Eltern gekauft haben, ging’s los. Mit acht Jahren bin ich dann zu meinem ersten Grasbahnrennen gestartet. ? Sie fahren seit zwei Jahren mit einer Lizenz des deutschen Verbands DMSB. Warum?Weil ich in Deutschland mehr erreichen kann als in Holland. Die deutsche Bahnsportszene ist einfach größer, hier gibt es mehr Bahnen, und man kann besser trainieren.? Im vergangenen Jahr haben Sie die deutsche B-Lizenz-Meisterschaft auf der Grasbahn gewonnen, jetzt steigen Sie in die internationale Klasse auf. Mit welchen Erwartungen?Jetzt heißt es einfach abwarten, was kommt. Die ersten Startverträge habe ich bereits. Es wäre in diesem Jahr für mich schon ein Erfolg, wenn ich mithalten kann – auch wenn es nicht ganz vorn ist.? Wie verhalten sich die männlichen Rennfahrerkollegen Ihnen gegenüber?Eigentlich ganz nett. Aber ich weiß, dass hinter meinem Rücken ziemlich viel über mich gesprochen wird. Echte Freunde hat man im Fahrerlager nicht. Wenn ich die Jungs auf der Bahn überhole, sind sie wirklich sauer. Aber ich muss zugeben, dass es mir ganz genauso ginge.? Was halten Sie von rennfahrenden Kolleginnen wie der GP-Pilotin Katja Poensgen?Die finde ich wirklich gut. Ich habe sie vor zwei Jahren im Fernsehen beobachtet. Da ist sie ziemlich negativ dargestellt worden, von wegen »in die Kamera schauen und schön lächeln, das kann sie wohl«. Darüber war ich sehr verärgert, denn sie fährt ja wirklich gut Motorrad.

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