Interview (Archivversion) Interview

Benelli-Chef Andrea Merloni über die Zukunft der Marke als Motorradproduzent und Superbike-WM-Teilnehmer.

Sie haben in München die Tornado Biposto für 17000 Euro vorgestellt. Wann gibt´s die zu kaufen? Die Produktion läuft im Dezember an – ein ganz schön aufregender Moment für einen kleinen Hersteller wie Benelli. Für 2003 planen wir eine Produktion von 2000 Motorrädern. Allein 500 davon gehen an unseren deutschen Importeur Ronald März.Haben Sie im Benelli-Werk in Pesaro, wo Roller gebaut werden, genug Platz für die Motorradproduktion?Den Platz müssen wir im Zweifel schaffen. Den Dreizylinder-Motor montiert Morini Franco in Bologna für uns, aber den Rest machen wir in Pesaro am Band. Sollte es wirklich eng werden, denken wir über ein Outsourcing der Rollerproduktion nach. Planen Sie weitere Modelle?Natürlich. Aber wann und was das sein wird, verrate ich jetzt noch nicht. Ich habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, denn die Tornado haben wir schon 1998 gezeigt, viel zu früh vor Produktionsbeginn. Nur so viel: Unsere Neue wird kein Custom-Bike sein und aller Wahrscheinlichkeit nach auch kein Tourer. Und sie wird mit Sicherheit gut aussehen.Ihr Rennsportengagement in der Superbike-WM war nach einem relativ guten Start 2001 in dieser Saison nicht sonderlich erfolgreich. Wollen Sie weitermachen?Das entscheiden wir in den nächsten Wochen. Es hängt davon ab, ob wir Sponsoren und eine geeignete Struktur finden. Denn wenn wir weitermachen, dann im größeren Stil als bislang. Mit zwei statt einem Fahrer, denn nur so lässt sich die Entwicklung des Motorrads wirklich vorantrieben, und mit einem professionell organisierten Team. Weil aber inzwischen auch die Superbike-WM sehr teuer ist, brauchen wir dafür potente Sponsoren. Und die in wirtschaftlichen Krisenzeiten zu überzeugen ist nicht leicht.

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