Interview (Archivversion) Interview

Der Europaparlamentarier Bernd Lange über die Brüsseler Politik zu Geräuschemissionen von Bikes.

?Welche Pläne gibt es in der EU, was die Geräuschemissionen von Motorrädern betrifft?Die Europäische Union hat jetzt mit der neuen Rahmenrichtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm ein integriertes Konzept erstellt. Die Ergebnisse der Umsetzung der Lärmrahmenrichtlinie sind dann Grundlage für neue Gesetzgebungen zur Lärmminderung bei einzelnen Lärmquellen. Diese sollen dort ansetzen, wo sie nötig sind und wo sie die größten Wirkungen erzielen. Es werden also so genannte Tochterrichtlinien zur Festlegung von neuen EU-Standards für Emissionen aus wichtigen Lärmquellen erarbeitet, gegebenenfalls auch für Motorräder und Motorradreifen.?Das Bundesumweltministerium in Berlin favorisierte vor der Wahl eine Absenkung der Geräuschgrenzwerte. Was halten Sie davon? Die Diskussion um die Höhe der Grenzwerte halte ich zur Zeit nicht für vordringlich. 80 dB (A) bei einer Vorbeifahrt von 50 km/h ist subjektiv keine größere Belästigung. Vielmehr muss zum einen das Testverfahren realitätsnäher werden - insbesondere der Geschwindigkeitsbereich zwischen 60 und 140 km/h ist zu erfassen, wo zur Zeit bei Vollbeschleunigungen bis zu 15 dB (A) zusätzlich emittiert werden. Und zum zweiten müssen illegale Manipulationen verschwinden. Wir brauchen leichte Kontrollmöglichkeiten, Nachrüstteile, die garantiert den Originalwerten entsprechen, und das Ausschalten jeglicher Manipulationsmöglichkeiten von Auspuffanlagen.?Wann ist frühestens mit einer Gesetzesänderung in der EU zu rechnen?Aus den genannten Gründen werden wir die Basisrichtlinie RL 94/27/EG hinsichtlich des Testverfahrens und der Manipulationsmöglichkeiten zu überarbeiten haben. Im Rahmen der Analysen der Lärmrahmenrichtlinine werden Vorschläge für einzelne Emissionsquellen erarbeitet, diese sollen spätestens bis 18. Juli 2006 vorliegen.

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