Interview (Archivversion) Interview

Evelyn Kessler, Pressesprecherin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, über das neue Gewährleistungsrecht.

?Was unterscheidet Gewährleistung und Garantie?Die Gewährleistung ist gesetzlich verbrieft. Der Händler muss zwei Jahre lang dafür gerade stehen, dass das Motorrad zum Zeitpunkt des Kaufs mangelfrei ist. Tritt während der ersten sechs Monate nach dem Kauf ein Mangel auf, ist der Händler in der Beweispflicht. Das heißt, er müsste dem Kunden beweisen, dass der Mangel beim Kauf noch nicht vorhanden war, wenn er nicht kostenlos umtauschen oder reparieren will. Treten ab dem siebten Monat nach dem Kauf Mängel auf, muss der Kunde beweisen, dass sie schon beim Kauf vorhanden waren. Im Gegensatz zur gesetzlich festgelegten Gewährleistung ist die Garantie eine Vereinbarung zwischen Hersteller oder Händler und Kunden, die der Vertragsfreiheit unterliegt. Der Garantiegeber kann die Leistungen an bestimmte Bedingungen knüpfen und einschränken. Bei Mobilitätsgarantien lohnt sich ein Vergleich zwischen Anbietern wie Fahrzeughersteller und Automobilclubs. ?Ist das neue Gewährleistungrecht eine Verbesserung?Verbraucher sind besser als früher gestellt. Bis Ende 2001 musste der Kunde bei jeder Reklamation beweisen, dass es den Mangel schon beim Kauf gab. Unzählige Rückrufaktionen der Kfz-Industrie belegen, dass potentiell folgenschwere Mängel vorkommen. Bei Streitereien sollte man sich bei der Verbraucherzentrale informieren. Dort erfährt man auch die Adresse der nächstgelegenen Schiedsstelle des Kfz-Handwerks.

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