Interview (Archivversion) Interview

Ulrich Dilchert, Geschäftsführer der Rechtsabteilung beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

Die Bundesregierung will Zugabeverordnung und Rabattgesetz im Sommer abschaffen. Was regeln die Gesetze?Das Rabattgesetz sieht vor, dass Barzahlungsnachlässe von mehr als drei Prozent und Sonderpreise für Gruppen, zum Beispiel für Vereinsmitglieder, unzulässig sind. Die Zugabeverordnung verbietet die Gewährung von kostenlosen Zugaben und Sonderleistungen.Welche Chancen und Risiken ergeben sich durch die Abschaffung für den Motorradhandel?Der Motorradhandel kann sich Kundenbedürfnissen besser anpassen und interessante Sonderangebote machen. Die Nachteile und Risiken werden jedoch langfristig überwiegen. Zunächst wird ein zunehmender Preisdruck entstehen. Große Händler sind dafür besser gerüstet als kleine. Das Ergebnis wird eine Konzentration sein, die zu einer Monopolisierung führen könnte. Welche Auswirkungen hat die Abschaffung auf die Kunden?Mittelfristig sehe ich Vorteile, aber langfristig nicht. Im Motorradhandel sind bereits heute die Preise ausgereizt. Das kann bedeuten, dass es zu einer Differenzierung je nach Kunde kommt, mit der Folge, dass ungeschickte Käufer die geschickten subventionieren werden. Denkbar sind auch Preisverschleierungen, riesige Rabatte bei hohen Preisen. Aus dem reinen Leistungswettbewerb wird dann ein Rabattwettbewerb. Auch durch Kundenbindungsinstrumente wie Bonuspunkte wird es nicht billiger – das rechnet sich nur bei vorheriger Preisanpassung. Kurz, ein Nullsummenspiel.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote