Interview (Archivversion) Interview

Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt zum Durchschlängeln von Motorradfahrern

Ist das Durchschlängeln von Motorradfahrern generell verboten?Das Durchschlängeln von Motorradfahrern nicht nur zwischen stehenden, sondern auch langsam fahrenden Fahrzeugen ist leider eine weithin geübte, aber nicht zulässige Praxis. Wegen der Gefährlichkeit kann eine Legalisierung, wie sie von Teilen der Motorradfahrer gewünscht werden, nicht in Betracht kommen.Laut Aussagen Ihres Vorgängers Franz Müntefering ist das Vorbeischlängeln an stehenden Fahrzeugen unter gewissen Umständen innerorts erlaubt. Wie sehen Sie das?Diese Auffassung ist in juristischen Fachkreisen kritisch aufgenommen worden. Ich habe daher veranlasst, dass die Frage nochmals im Bund-Länder-Fachausschuss erörtert wird. Wonach sollten sich Motorradfahrer in der Praxis richten?Wer sich zwischen langsam fahrenden Fahrzeugen durchschlängelt oder außerhalb geschlossener Ortschaften bei Stau zwischen stehenden Fahrzeugen weiter fährt, handelt rechtswidrig und riskiert eine Anzeige, aber vor allem die eigene Gesundheit. Hinsichtlich des Durchschlängelns zwischen stehenden Fahrzeugen innerorts ist eines jetzt schon unstreitig, auch wenn diese Fallkonstellation zurzeit noch nicht abschließend geklärt ist: Wenn diese Fahrmanöver überhaupt als zulässig angesehen oder zumindest toleriert werden können, dann nur bei ausreichendem Sicherheitsabstand nach beiden Seiten. Das ist nur sehr selten der Fall. Unterlassen Sie das Durchschlängeln im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit, bis eine Änderung der StVZO Rechtssicherheit schafft. Ob es dazu kommen wird, ist nicht zuletzt wegen der erforderlichen Zustimmung des Bundesrates vollkommen offen.

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