Interview (Archivversion) Interview

Die Motorrad Spaett GmbH in München schließt zum 31. August. Der Geschäftsführer Peter Spaett zu den Gründen:

Warum hören Sie auf? Das hat viele Gründe. Wir haben unser Betriebsgrundstück verkauft und kein bezahlbares anderes Objekt gefunden. Zur Zeit ist die Rentabilität äußerst schlecht, bedingt durch steigende Einkaufspreise und Kosten sowie einem enormen Preisdruck von Kundenseite. Hohe Neuinvestitionen sind deshalb nicht gerechtfertigt.Wie beurteilen Sie die Situation von Motorradhändlern?Die Hersteller und Importeure legen die Daumenschrauben immer enger an. Honda ist hier federführend. Die Händler müssen im Herbst ordern, bevor sie wissen, was gefragt ist und welche Konkurrenzmodelle es gibt. So bleiben Motorräder entweder stehen, oder Händler mit Bankfinanzierungen steigen auf jeden Preis ein. Das hat mit seriösen Geschäften nichts mehr zu tun. Ein beachtlicher Teil der Schuld liegt bei den Herstellern, die Händler knebeln, sie gegeneinander ausspielen, und Neid und Hass schüren. Als wir in München versuchten, die Händlerkontakte zu verbessern, wurde von der Münchner Mafia gesprochen. Was raten Sie anderen Händlern?Entweder Spezialisierung im technischen Bereich mit einem kleinen Betrieb, der repariert und Spezialteile fertigt, oder als großer Multibrand-Händler mit hohen Stückzahlen, das wollen allerdings die Hersteller nicht. Die sollten begreifen, dass die Händler mehr Geld verdienen müssen. Es kann nur schädlich sein, wenn weitere Betriebe schließen. Motorradfahrer, die keinen kompetenten Ansprechpartner mehr finden, könnten die Lust an diesem Hobby verlieren.

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