Interview (Archivversion) Interview

Am 24. Januar stellte Simson den Insolvenzantrag. Jetzt hat Klaus Bänsch den Suhler Zweiradhersteller übernommen. Der Unternehmer ist Hauptgesellschafter der Kontec-Gruppe, die mit mehr als 600 Mitarbeitern 88 Millionen Mark Umsatz macht.

Herr Bänsch, fahren Sie Motorrad?Seit 31 Jahren. Derzeit eine Ducati 996 SPS, mit der ich an der Deutschen Seriensport-Meisterschaft teilgenommen habe. Warum haben Sie Simson gekauft?Ich bin Hauptgesellschafter der Kontec, einem technischen Dienstleistungsunternehmen. Kontec entwickelt und konstruiert im Auftrag von Automobilherstellern Motoren, Antriebsstränge, Karosserien und vieles mehr. Ich hatte schon immer das Ziel, auch ein eigenes Produkt herzustellen, um unsere Leistungsfähigkeit zu zeigen. Vorstellbar ist, dass Systeme und Teile für die Autoindustrie künftig auch in Suhl gefertigt werden.Was haben Sie mit Simson vor?Ich will die Produkte weiterentwickeln, die bestehende Palette von Mofas, Mopeds, Rollern und der 125er überarbeiten, Design und Technik modernisieren. Auch Händlerstruktur und Vertrieb werden neu geordnet. Zunächst tätigen wir Investitionen in Höhe von rund vier Millionen Mark. Ich glaube fest an den Erfolg der Marke, wenn dort Innovation und wirtschaftliches Denken das Handeln bestimmen. Simson bleibt ein eigenständiges Unternehmen mit Produktionsstandort in Suhl. Wir denken natürlich später auch an höhere Hubraumklassen.Wie viele Mitarbeiter übernehmen Sie?Von 110 Leuten bleiben 55 Leistungsträger. Der Rest wird freigesetzt. Wenn die Produktion anzieht, werden neue Arbeitsplätze geschaffen.

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