Interview (Archivversion) Interview

Dieter Könemann, Motorradhändler in Schneverdingen, zu Motorradmarkt und Parallelimport.

Welche Modelle sind für den Parallel-Import interessant? Zum Beispiel Honda X4 und CB 1300, weil sie offiziell nicht importiert werden. Aber das wechselt ständig. Wir spielen manchmal eine Vorreiterrolle, etwa bei der Suzuki GSX 1200, die später auch vom offiziellen Importeur eingeführt wurde. Zudem beliefern wir rund 1000 Händler in der Bundesrepublik.Wie groß sind die Preisunterschiede zwischen offiziell importierten und parallel importierten Motorrädern? Der Preis ist sicher nicht mehr der ausschlaggebende Faktor. Der Unterschied beträgt zehn Prozent zur unverbindlichen Preisempfehlung des offiziellen Importeurs. Das ist vergleichbar mit der möglichen Preisgestaltung eines Vertragshändlers. Was zählt dann?Service, Glaubwürdigkeit und Vertrauen der Kunden. Wir haben mit der neuen ZTK Erlebniswelt Motorrad einen richtigen Schritt gemacht. Wir bieten kompetent alle Marken unter einem Dach an, und das ist zukunftsweisend. Unserer Ansicht nach fällt die Gruppenfreistellung 2002. Dann gibt es keine Markenbindung mehr für Händler. Die Entwicklung folgt sicher der im Automobilbereich: große Konzentrationen.Wie sehen Sie die Entwicklung auf dem deutschen Markt dieses Jahr?Wir sehen eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Die 2000er-Modelle sind überall knapp verfügbar. Aufgrund des hohen Yen-Kurses wagt sich kein Importeur oder Händler allzu weit vor. Eine Verknappung der 2000er-Modelle führt dazu, dass der Überhang aus 1999 verkauft wird. Das ist positiv für den Markt, weil sich die Preise dadurch stabilisieren. Und die Kunden sind nicht mehr enttäuscht, wenn sie ein neues Modell kaufen, da dessen Preis dann nicht mehr mitten in der Saison reduziert wird. Davon profitiert der Gesamtmarkt, denn auch die Gebrauchtpreise werden sich erholen.

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