Intro MOTORRAD 04/2010 Motorrad-Nachrichten

Harley-Davidson bringt eine weitere Variante der Sportster 1200 nach Europa, die "48". Nur in den USA vorgestellt wurde dagegen eine auf 999 Exemplare limitierte CVO Ultra Classic Electra Glide.

Die Sportster 48 will an das Jahr 1948 erinnern. Hunderttausende von Kriegsheimkehrern ließen damals in den USA eine blühende Motorradszene entstehen, eine Vielzahl von Stilelementen hatte ihren Ursprung in dieser Zeit. Und eine Zweitakt-Harley, die S 125. DKW-RT-Nachbau, nichts besonderes dran. Außer dem schnuckeligen Tank. "Peanut-tank", Erdnusstank wurde diese Form alsbald genannt, und sie ziert die Sportster-Modelle noch heute. Nur eben mit 12,5 Litern Inhalt, während die "48" auf den kaum acht Liter fassenden Behälter früherer Jahre zurückgreift. Sie rollt auch auf 16-Zoll-Rädern mit dicken 150er-Ballonreifen und trägt ihre Rückspiegel unterhalb des Lenkers. Knapp geschnitten präsentieren sich Einzelsitz und Kotflügel, Motor und Getriebe entsprechen dagegen dem Sportster-Standard. Zu haben ist die "48" für 10395 Euro.
Ganz in Schwarz präsentiert sich das neue E-Glide-Sondermodell. Es prunkt mit 1802-Kubik-V2, Navigationsgerät und dem übrigen standesgemäßen E-Glide-Luxus.
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"Wir fertigen auch für BMW"

Lino Dainese über die Projekte seiner Firmen Dainese und AGV ? Ihre Firma gibt Produktlinien auf. Müssen wir um Dainese fürchten?
! Nein, das nun nicht. Natürlich hat die Krise auch uns ge-troffen. Wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen, müssen wir Produkte, die nicht mehr gefragt sind, eben streichen. Für die betroffenen Mitarbeiter haben wir gemeinsam mit den Gewerkschaften umfassende Sozialpläne erarbeitet.
? Wie wollen Sie die Krise meistern?
! Indem wir unser großes Forschungs- und Entwicklungszentrum am Firmensitz in Molvena im Veneto noch verstärken, unter anderem durch qualifizierte Schulungen von Mitarbeitern. Nur Investitionen und Innovationen brin-gen uns nach vorn.
? Zu Dainese gehören seit gut zwei Jahren auch AGV-Helme. Wie ist die Situation dort?
! Zunächst einmal haben wir die Produktion aus Asien, wohin die alten Inhaber abgewandert waren, zum Großteil nach Italien zurückgeholt, in die Nähe von Padua. Dann haben wir die Modellpalette renoviert und in innovative Herstellungsprozesse investiert wie beispielsweise umweltfreundliche Wasserlacke. Unser technischer Stand ist hoch, was sich herumgesprochen hat: Wir fertigen jetzt auch Helme für BMW.
? Wie weit ist die Entwicklung des Motorradfahrer-Airbags?
! Er wird bereits von Rennfah-rern wie Valentino Rossi oder Jorge Lorenzo erprobt. Jetzt gehen wir in die Beta-Testphase, an der auch Motorradtester und Kunden teilnehmen. Die Version für die Rennstrecke werden wir in gut einem Jahr auf den Markt bringen.
? Und der Airbag für die Straße?
! Das dauert noch ein wenig länger, vor allem wegen der komplizierten Homologation. Dabei arbeiten wir mit dem deutschen TÜV zusammen.
Foto: Dainese
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Vorwärts aus der Krise

Der renommierte italienische Bekleidungshersteller Dainese hat im Januar rund 80 Mitarbeiter auf Kurzarbeit Null gesetzt. Der Grund: Wegen der Krise im Motorradmarkt sind einige besonders teure Produktlinien wie die Kombi Tattoo (2500 Euro), die nur auf Bestellung gefertigt wird, nicht mehr gefragt. Die Firma, zu der auch der Helmhersteller AGV gehört, hat in Vicenza und Molvena (Norditalien) über 400 und im Werk in Tunesien 145 Beschäftigte. An zukunftsweisenden Projekten will Dainese trotz verringerter Umsätze aber nicht sparen: Die Entwicklung des Airbags für Motorradfahrer wird weiter mit voller Kraft betrieben.

Wegen Pleuel: Aprilia-Rückruf

Aprilias Pleuel-Desaster (bei der ersten Pressevorstellung der RSV4 R waren fünf V4-Motoren durch gebrochene Pleuel geplatzt, siehe MOTORRAD 24/2009 und 2/2010) hat jetzt weitere Konsequenzen: Weltweit ruft Aprilia 300 RSV4 zurück, meist R-, aber auch einige Factory-Modelle. Die Maßnahme soll durch plötzliche Motorschäden verursachte Stürze ausschließen. Die betroffenen Motorräder bekommen komplett neue Motoren. Im Dezember hatte Aprilias Entwicklungschef noch versichert, dass bruchgefährdete Pleuel lediglich in Vorserien-Motorrädern und einigen wenigen weiteren Motoren verbaut wurden, die aber bereits wieder zerlegt seien. Laut Aprilia sind in Deutschland alle Besitzer einer betroffenen RSV4 bereits informiert.

Aue des Jahres wählen, zu gewinnen gibt‘s ein persönliches Porträt

Welche vorletzte Seite war 2009 die beste? MOTORRAD sucht den Aue-Cartoon des Jahres. Auf www.motorradonline.de/holgeraue kann man die Zeichnungen des MOTORRAD-Karikaturisten noch einmal Revue passieren lassen und daraus seinen Favoriten wählen. Der unter allen Teilnehmern zu verlosende Hauptgewinn: ein persönliches Porträt, gezeichnet vom Meister selbst. Einsendeschluss ist der 28. 2. 2010.

MZ-Schicksal besiegelt?

Letzte Runde in der Zitterpartie um MZ: Am Drucktag dieses Hefts trafen sich die MZ-Eigner nochmals mit Banken und Vertretern der sächsischen Landesregierung mit dem Ziel, doch noch die dringend benötigte Landesbürgschaft zu bekommen. Denn nur damit gibt‘s auch Geld von den Banken, um die 125er-Fertigung wieder aufnehmen zu können und ein Sportfahrwerk weiter zu entwickeln. MZ-Inhaber Martin Wimmer vor dem Termin: "Hier heißt es endgültig Daumen hoch oder Daumen runter." Ergebnis: www.motorradonline.de/mz und mehr in MOTORRAD 5/2010.

Kurz notiert

Diversion-Farben

Anders als in MOTORRAD 02/2010 gemeldet, bietet Yamaha die vollverkleidete XJ6 Diversion F nur in Blau und Schwarz. Die nackte und die halbverkleidete XJ6/Diversion gibt es in Rot, Weiß und Schwarz. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Messe in München: IMOT
Von 19. bis 21. Februar öffnet die IMOT, die wichtigste süddeutsche Motorrad-Frühjahrsmesse, in München ihre Pforten. 220 Aussteller zeigen in sechs Hallen die aktuellsten Bikes und Trends rund ums Motorrad. Ebenfalls dabei ist MOTORRAD (in Halle 2), u. a. mit den aktuellen Dauertest-Bikes. Eintritt: 12 Euro, Jugendliche bis 18 Jahre: 4 Euro, im M,O,C, in M-Freimann. Infos: www.imot.de

Endurospaß auf Sizilien
Winterflüchtlingen bietet das action team bis Ende März eine Woche Sizilien mit einer Husqvarna. Neben dem Motorrad sind im Preis von 1250 Euro inbegriffen: sieben Übernachtungen mit Halb-pension, Fahren im Offroad-Gelände und geführte Offroad-Touren über die Insel. Je Samstag bis Samstag. Infos unter Tel. 0711/182-1977 oder per E-Mail an info@actionteam.de.

Neumann-Neander-Schau
In einer Sonderschau von 18 Fahrzeugen würdigt das Technik-Museum Sinsheim (Ba-Wü, an der A6) den Motorradkonstrukteur Ernst Neumann-Neander. Mit außergewöhnlichen Ideen hatte Neander in den 20er-Jahren versucht, eine Brücke zwischen Auto und Motorrad zu schlagen. Noch bis 28. Februar. Infos www.sinsheim.technik-museum.de

Intermot bis 2016 in Köln
Mindestens vier weitere Male wird die Intermot, die größte Motorradmesse der Welt, alle zwei Jahre in Köln stattfinden. Ein entsprechender Vertrag ist unterzeichnet. Termin 2010: 6. bis 10. Oktober.

Über 100 Oldtimer unterm Hammer

Drei, zwei, eins - deins: Am 27. Februar versteigert das Auktionshaus Bonhams im Royal-Airforce-Musem in Hendon (GB) eine sagenhafte Privatsammlung von über 100 Motorrad-Oldtimern. Alleine eine Brough Superior SS100 wird auf rund 150000 Euro taxiert, das Zehnfache dieser BMW R 11. Infos unter www.bonhams.com (britische Website).

Buell: Schlussverkauf, alles muss raus

Die letzten Buell-Motorräder gibt es bei den Händlern, doch der eigentliche Schlussverkauf hat Ende Januar in der ehemaligen Buell-Fabrik in East Troy, Wisconsin, begonnen: Von der Dogde-Zugmaschine mitsamt Auflieger-Motorradtransporter über fünf Testmotorräder konkurrierender Hersteller, hunderte Werkzeuge, die komplette Lagerausstattung bis hin zu Fußmatten und sogar die Mülleimer - Harley lässt das noch übrige Inventar des Buell-Werks jetzt versilbern. Durchgeführt wird das Firmen-Outlet von der auf Liquidationen spezialisierten Firma Liquid Asset Partners aus Michigan. Verkauft wird direkt vor Ort. Im Internet kann das Angebot unter www.liquidassetpartners.com besichtig werden. Die Leichenfledderei soll dauern bis alles weg ist, längstens jedoch bis 28. Februar. Auf der Website der Auktionsfirma wird deren Chef zitiert mit den Worten: "Es ist so viel da, und wir verkaufen es billig. Da geht keiner mit leeren Händen heim."
Leer ausgegangen ist allerdings der kanadische Hersteller Bombardier, zu welchem auch Rotax gehört. Ein Bombardier-Angebot, die komplette Buell-Fertigung aufzukaufen und fortzuführen, habe Harley laut US-Medienberichten abgelehnt.

Fallen Führerscheinprüfungen weg?

Die Führerscheinprüfung zur (Motorrad-)Klasse A könnte künftig wegfallen, wenn der Führerscheinbewerber bereits einmal in der (Leichtkraftrad-)Klasse A1 geprüft wurde. Nach EU-Recht müssen sich die Mitgliedsstaaten bald entscheiden, ob sie im Stufenführerscheinsystem eine fortlaufende Ausbildung oder mehrere Prüfungen innerhalb der aufsteigenden Zweiradklassen vorschreiben werden. Beides, wie derzeit in Deutschland noch vorgeschrieben (Ausbildung plus Prüfung sowohl für A1, ab 16 Jahren, wie auch für nachfolgend A, ab 18) wird es spätestens ab 2013 nicht mehr geben. Anders formuliert: Wer mehrere Zweiradführerscheine macht, A1 und größer, legt künftig entweder nur mehr eine, nämlich die erste Prüfung ab oder darf nur mehr in einer Klasse ausgebildet werden. Der Industrieverband Motorrad (IVM) hat bereits angekündigt, für die Lösung zu plädieren, die die mehrfache Ausbildung bei einmaliger Prüfung vorsieht.
Ebenfalls ab spätestens 2013 neu: Führerscheinklasse A2. Sie umfasst Motorräder bis höchstens 35 kW (48 PS) und entspricht der bisher in Deutschland gültigen Stufenführerscheinklasse A bis 25 kW (34 PS). Einschränkung: Bikes der Klasse A2 dürfen ungedrosselt nicht mehr als 70 kW (95 PS) leisten. Auch für A2 wird gelten: entweder Ausbildung oder Prüfung.

Black and white

Triumph trumpft auf mit Sondermodellen, die die klassischen Zwei-zylinder gleich noch eine Spur klassischer wirken lassen sollen. Mit drei Sondermodellen startet Triumph in die Saison 2010. Am meisten sticht dabei die Thruxton SE mit ihrem feuerroten Rahmen und dem roten Zierstreifen auf den weiß lackierten Teilen hervor. Bis auf die winzige Lampenverkleidung vorn ist sie technisch mit der Serien-Thruxton identisch, kostet aber mit 9340 Euro 350 mehr als diese. Sie soll im März in den Handel kommen. Dasselbe gilt für die ebenfalls neue Bonneville T100-Special Edition. Sie ist inklusive des Zweizylinders komplett in Schwarz gehalten, lediglich die Drahtspeichenräder sind verchromt. Mit 8840 Euro ist die nachtschwarze Bonnie sogar um 150 Euro günstiger als die zweifarbig lackierte T100 bisher. Den unverkleideten Dreizylinder-Straßenfeger Street Triple (7990 Euro) bietet Triumph ab sofort zusätzlich noch in einem dunklen Gelb an.

KTMs geklaut, BMWs und Kawas ignoriert

Mindestens zwei Lkw müssen dreiste Diebe zum Abtransport ihrer Beute benutzt haben - und keiner hat was gemerkt: Erst als die Betriebsferien Mitte Januar zu Ende waren, stellte ein Motorradhändler im österreichischen Graz fest, dass ihm ganze 40 KTMs geklaut worden waren. Laut Polizei sollen die Diebe nachts in den nur durch ein Vorhängeschloss gesicherten Hinterhof des Händlers eingebrochen sein, ignorierten die Alamanlage und räumten den KTM-Showroom leer. Kurios: Zwei angrenzende Verkaufsräume voll mit neuen BMWs und Kawasakis wurden nicht angerührt.

Louis-Protest gegen Hamburger Harley-Absage

Mit einem offenen Brief an den Hamburger Bürgermeister Ole von Beust hat die Detlev Louis GmbH gegen das Verbot der Hamburg Harley Days protestiert. Der Senat der Hansestadt hatte angekündigt, der für das letzte Juni-Wochenende geplanten Großveranstaltung keine Genehmigung mehr zu erteilen. In dem Schreiben äußert Zubehör-Multi Louis, der allein in Hamburg 400 Mitarbeiter beschäftigt, Unverständnis für die Entscheidung und fragt nach den Gründen dafür. Laut Louis brächten die Harley Days den Hamburger Hotels, Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben regelmäßig einen zweistelligen Millionenbetrag in die Kassen. Harley-Davidson sucht derzeit nach einer geeigneten Ausweichmöglichkeit außerhalb Hamburgs. Seit 2003 hatte die riesige Fete jedes Jahr in der Hansestadt bis zu einer halben Million Besucher angezogen.

Zur Polo-Fete Karten gewinnen

Polo wird 30, feiert in Jüchen (NRW) mit den Kultbands Leningrad Cowboys (Foto) und Tito & Tarantula (6. März, Tickets 29,70 Euro) und tags darauf Kevin Costner mit Band (7. März, 43,90 Euro). MOTORRAD verlost pro Abend 3 x 2 Karten. E-Mail bis 21. 2. an motorrad@motorpresse.de, Stichwort "Polo-Konzert". Bitte Namen, Anschrift, Telefon* angeben und, ob lieber Tito und Cowboys oder Costner.
*Daten werden nicht weitergegeben, keine Barauszahlung, Rechtsweg ausgeschlossen

Vectrix wird billiger

Um 1600 Euro im Preis gesenkt, ist der in Breslau/Polen produzierte Elektro-Roller Vectrix (Test in Heft 22/2008) jetzt für 8390 Euro zu haben. Im Herbst hatte der chinesische Akku-Hersteller GoldPeak die insolvente US-Firma Vectrix übernommen. Dennoch soll der E-Scooter weiter in Polen gebaut werden.

Sport kompakt

Eisspeedway: Abstieg verhindert

In der Moskauer Vorstadt Krasnogorsk holte das russische Eisspeedway-Trio zum 28. Mal den Team-WM-Titel, obwohl sie mit dem nunmehr zwölffachen Weltmeister Nikolai Krasnikov nur einen ihrer drei besten Spikepiloten im Aufgebot hatten.
Das deutsche Team, aus dem sich Grand-Prix-Fahrer Günther Bauer wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Mannschaftsführung abgemeldet hatte, hatte mit der Medaillenvergabe nichts zu tun. Max Niedermaier (21), Stefan Pletschacher (29) und Hans Weber (26) erkämpften gegen die Niederlande Platz sechs und entgingen damit knapp dem Abstieg, der die letztplatzierte Mannschaft trifft. Vizeweltmeister wurden die schwedischen Oldies Per-Olov Serenius (61, siehe unten) und Stefan Svensson (51) im letzten Einzelrennen gegen Österreich.

 

Zu schnell für die Rente
Per-Olov Serenius, der als 61-jähriger Feuerwehrmann in seiner schwedischen Heimatstadt Gävle schon Rentenansprüche hat, gehört noch immer zu den 18 besten Eisspeedwayfahrern der Welt. Im österreichischen St. Johann qualifizierte sich "Posa" als Sechstplatzierter ganz regulär zum 32. Mal nacheinander für die GP-Endrunde. Da eine umstrittene Wildcard-Regelung aber einen Fixplatz für jede Nation, die auch einen GP veranstaltet, vorsieht, wurde sein Startplatz kurzerhand dem Niederländer Sven Holstein gegeben. Serenius kündigte daraufhin grimmig entschlossen an, dass er 2011 als dann 62-Jähriger erneut zur WM-Qualifikation antritt - bei hoffentlich klarerem Regelwerk.

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