Intro MOTORRAD 10/2010 Motorrad-Nachrichten

Die Übernahme des Offroad-Spezialisten Husqvarna durch BMW im Jahr 2007 trägt nun erste Früchte: Die Italiener haben zurzeit ein neues 450er-Crossmodell in der Erprobung, das von der BMW-Enduro G 450 X mit dem unkonventionellen Motor abgeleitet ist.

Bayern-Husky
Für den Crosser haben die Husky-Techniker einen völlig neuen, filigranen Stahlrorrahmen konstruiert. Geblieben ist aber der prinzipielle Aufbau mit Tank unter der Sitzbank, Airbox hinter dem Lenkkopf und koaxialer Anordnung von Ritzel und Schwingenlagerung, Im Unterschied zur bayerischen Enduro wird das Federbein über eine Wippe angelenkt. Der Motor erscheint hingegen prinzipiell unverändert, also mit der Kupplung auf der rückwärts drehenden Kurbelwelle. Gestartet wird auschließlich elektrisch, eine aktuelle Einspritzung ist selbstverständlich. Die Federelemente sollen auch für die Serienversion von Kayaba geliefert werden. Die neue 450er wird dieses Jahr in der WM erprobt und könnte bereits im Modelljahr 2011 als Enduro und Crosser in Serie gehen.
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Motorrad-Marktanteil

In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind 23160 Motorräder über 125 cm3 neu zugelassen worden - ein Minus von 6,4 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2009. Den Motorradmarkt führt BMW vor Honda an. Kawasaki ist auf den dritten Platz vorgerückt. Die meistverkauften Motorräder: BMW R 1200 GS (1460 Stück), BMW S 1000 RR (628), Yamaha XJ6 (619), BMW F 800 R (607), Honda CBF 600 S (583). Neben den Motorrädern sind 1921 Kraftroller (minus 24,9 Prozent), 2252 Leichtkrafträder (minus 26,6 Prozent) und 4514 Leichtkraftroller (minus 17,9 Prozent) verkauft worden. Jeweils die Top Seller: Piaggio MP3-400 (309 Stück), Honda CBF 125 M (295 Stück) und Honda SH 125 (501 Stück).
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Honda verkauft E-Roller

Ab Dezember 2010 plant Honda, den EV-neo als Null-Emissions-Fahrzeug für Kurier- und Postdienste in Japan anzubieten. Der Elektroroller ist mit Lithium-Ionen-Batterien ausgerüstet, die für eine Reichweite von 30 Kilometern auf flachen Straßen sorgen. Binnen 20 Minuten wird fast 80 Prozent der Batteriekapazität wieder aufgeladen. Die komplette Ladung dauert allerdings vier Stunden. Am EV-neo für den Massenmarkt arbeiten die Techniker noch, den Prototyp hat Honda auf der Tokyo Motorshow 2009 vorgestellt. www.honda.com Morini vor der Rettung
Der italienische Hersteller Moto Morini, der sich letzten Herbst für zahlungsunfähig erklärt hatte, kann weitermachen: Für 2,9 Millionen Euro will "Nuova Garelli die Marke kaufen. Dabei handelt es sich um eine Neuauflage der Traditionsfirma Garelli, die heute allerdings nur noch 125er- und 50er-Roller aus chinesischer Produktion vertreibt und Paolo Berlusconi, dem Bruder des italienischen Ministerpräsidenten, gehört. Läuft alles glatt, kann Moto Morini bereits im Mai die Produktion wieder aufnehmen.

BMW S 600 RR: Website, aber kein Motorrad
Ein aufmerksamer Leser hat MOTORRAD verraten, dass BMW die Website www.s600rr.de reserviert hat. Allerdings nicht, weil eine S 600 RR entwickelt wird. Dies hat ein BMW-Sprecher definitiv ausgeschlossen. Ein solches Projekt käme zu teuer, um angesichts der möglichen Verkaufserlöse rentabel zu sein. BMW übernahm die Web-Adresse, weil ein nicht genannter Inhaber zuvor auf der Seite die Markenrechte der Bayern verletzt hatte. Im Zuge eines Vergleichs hat er sein illegales Treiben eingestellt und die Website abgetreten.

Mammuth - das Roadmovie
In dem französischen Film "Mammuth", der bislang in Deutschland keinen Verleiher hat, spielt Gerard Dépardieu den dicken Mammut. Der verdankt seinen Spitznamen seiner alten Münch Mammut von 1973. Weil ihm zur Beantragung der Rente Belege fehlen, macht er sich mit seinem Motorrad auf eine Reise in die Vergangenheit.

Ural Cross für reisende Sportler
Mit Stangen und Griffen zum Herumturnen für den Beifahrer sowie genügend Raum fürs Gepäck und Laschen zum Anbinden von Taschen ist das Boot der Ural Cross ausgerüstet. Das Gespann, das der Europaimporteur Ural Motorcycles in Linz/Österreich erbaut, kostet samt Beiwagenantrieb netto 9100 Euro. Zur Ausstattung gehören Reserverad, Klappspaten und Motorschutzblech. www.ural.at

Interview Provida

"Schuss nach hinten"

Sten Norre, 66, Generalvertreter für Provida-Messsysteme in Deutschland, zu den Messfehlern der Poli- zei mit Videomotor- rädern bei Kurvenfahrten (Heft 9/2010)
? Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) hat festgestellt, dass Ihr Provida-System fehlerhaft misst. Warum?

! Grundsätzlich ist das richtig. Allerdings misst nicht die Provida-Anlage falsch. Bei deutlicher bis extremer Schräglage des Mess-Motorrads ist der Abrollumfang des Reifens geringer und außerdem wird bei einem Schneiden der Kurven eventuell auch eine kürzere Wegstrecke gemessen. Dieses kann bei dem Messfahrzeug zu einer höheren Mess-Geschwindigkeit führen, als die, die mit dem zu messenden Motorrad tatsächlich gefahren wird, und wäre dann zu dessen Nachteil. Die Messung in aufrechter Position auf gerader Strecke, das hat die PTB festgestellt, war und ist aber korrekt. Experten bei den Länderpolizeien und ein unabhängiger Gutachter klären derzeit die physikalischen Zusammenhänge. Die Auswertungen laufen noch. England und einige skandinavische Länder, in denen unser System eingesetzt wird, haben das Problem zur Kenntnis genommen, aber als vernachlässigbar abgewunken. In Deutschland ist man hier sehr genau.

? Wie geht es jetzt weiter?

! Derzeit gibt es eine Empfehlung der PTB an die Länderpolizeien, Messauswertungen mit Motorrädern nur in aufrechter Position vorzunehmen. Bisher wird die Durchschnittsgeschwindigkeit meist aus einer längeren Strecke ermittelt und, falls sie zu hoch ist, geahndet. Grundsätzlich könnten künftig mehr kürzere Strecken, etwa nach Kurven, gemessen werden. Dies könnte dazu führen, dass die oft höheren Geschwindigkeiten auf geraden Strecken, wo das Messfahrzeug in aufrechter Position messen darf, eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit ergeben, da grundsätzlich von der Provida-Messanlage keine Mindeststrecke für eine Messung vorgeschrieben ist. Dann ginge der Schuss im Sinne der Motorradfahrer nach hinten los.
Wandel-Monster
Die von Roberto Totti entworfenen Teile passen an Ducati Monster, die vom Erstbaujahr 1993 bis Modelljahr 2005 produziert wurden. Die Kits von Recycle sind aus Original-Teilen und Nachbauten hergestellt. Tank- und Heckform lassen sich durch Abdeckungen aus Fiberglas ändern. Schutzbleche, Nummerntafeln und Fußrastenanlagen gehören zum Angebot. Wer will, kann weiter gehen: Totti lackiert Rahmen um, überholt Motoren, montiert Speichenräder und Zwei-in-eins-Auspuffanlagen. www.tottimotori.com

Kurz notiert

Wechselkennzeichen gefordert
Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, fordert die Einführung von Wechselkennzeichen, die die Nutzung mehrerer Fahrzeuge mit einem Nummernschild ermöglichen. Steuer und Versicherung würden nach dem jeweils größten Modell berechnet. Österreich und die Schweiz dienen als Vorbild.

Gewinn in Indien steigt
Hero Honda, der größte Motorrad- und Rollerhersteller Indiens, hat bekanntgegeben, dass der Nettogewinn des Konzern im Jahr 2009 um 49 Prozent auf 159 Millionen US-Dollar gestiegen ist.

Sicherheitstag in Malmsheim
Das baden-württembergische Innenministerium veranstaltet zusammen mit TÜV Süd, ADAC und der Landesverkehrswacht am Pfingstsonntag, 23. Mai, einen Motorradsicherheitstag auf dem Flugplatz Malmsheim. Sternfahrt, Gewinnspiel, Shows und der Radiosender SWR 3 sorgen für Unterhaltung. www.gib-acht-im-verkehr.de

Sperrung der B 236 am Schälk
Für ein weiteres Jahr bleibt die B 236 zwischen Schälk und Ergste in Nordrhein-Westfalen an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt.

Alpen Biker Days in Seefeld
Mit Musik, Ausfahrten, Charity Run, Custom Bike Prämierung wird in Seefeld in Tirol vom 27. bis zum 30. Mai gefeiert. www.alpenbikerdays.de

Himmelfahrt in Todtnau
Vom 13. bis 16. Mai findet in Todtnau im Schwarzwald ein Motorradwochende mit Bikertreff, Gottesdienst und Touren statt. Telefon 07671/969695, www.motorrad-schwarzwald.de
Weitere Nachrichten unter www.motorradonline.de; alle Termine ohne Gewähr

Sport kompakt

GP Japan wegen Vulkan verschoben
Der Motorrad-Grand Prix von Japan auf dem TwinRing Motegi, ursprünglich angesetzt am 25. April, wurde eine Woche vor dem Termin abgesagt. Aufgrund der von dem Vulkanausbruch in Island verursachten, internationalen Flugverbote war der überwiegende Teil der Fahrerlagerbevölkerung nicht in der Lage, rechtzeitig nach Japan zu kommen. Da das gesamte Material der Teams - Motorräder, technisches Equipment und ähnliches - bereits auf dem Weg von Qatar, der Stätte des vorausgegangenen Grand Prix, nach Japan unterwegs war, stand kurzfristig auch der fristgerechte Weitertransport der Hardware zum nächsten WM-Rennen in Jerez/Spanien in Frage, und damit auch dessen Austragung. Inzwischen ist allerdings klar, dass die traditionelle Eröffnung der Europa-GP-Saison wie geplant am 2. Mai stattfinden kann. Der GP Japan wird nun, selbstverständlich wieder in Motegi, am 3. Oktober gefahren.

24 Stunden Le Mans: Kawasaki-Sieg
Statistisch gesehen war es eine Riesenüberraschung. Denn die Franzosen Julien da Costa, Olivier Four und Gregory Leblanc holten bei den 24 Stunden von Le Mans für Motorräder den ersten Kawasaki-Sieg seit 1999. Dabei übernahmen die Werks-Grünen bereits in der zweiten Rennstunde die Führung, weil das hoch favorisierte Suzuki-Werksteam nach einem Sturz bereits nach eineinhalb Stunden aufgeben musste. Das Kawa-Trio baute seine Spitzenposition bis ins Ziel auf stattliche elf Runden aus, während die Suzuki-Werksmannschaft bereits zum zweiten Mal in Folge nicht gewinnen konnte. Zweite wurden die Vorjahressieger und Weltmeister, das Team Yamaha Austria mit Igor Jerman/Steve Martin/Gwen Giabbani. Bestes deutsche Team auf Rang elf der Gesamtwertung und als Dritte der serien-nahen Superstock-Klasse sogar auf dem Podium war Colexon-Racing mit einer BMW S 1000 RR und den beiden Deutschen Florian Kresse und Udo Reichmann sowie dem Schweizer Marc Wildisen.

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