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Neues Benelli-Naked-Bike; Rückrufe; Interview mit Ducati-Produkt-Chef Claudio Demonicali

Benelli Due 756
2010 bringt Benelli ein Naked Bike mit knapp 100 PS starkem Zweizylinder-Reihenmotor. MOTORRAD hat den Prototyp bei Testfahrten erwischt.

Italiener sind stolz auf ihre wohlklingende Sprache. So verwundert es nicht, dass bei der Namensgebung der neuen Zweizylinder-Benelli der Klang der Modellbezeichnung im Vordergrund stand: Obwohl der neue Reihenzweier nur 754 Kubikzentimeter groß ist, heißt die zukünftige Einsteiger-Benelli Due 756 („settecentocinquantasei“). Der Twin stammt direkt vom bekannten 1130er-Dreizylinder ab (der wurde praktisch um einen Zylinder erleichtert) und leistet in der momentanen Entwicklungsstufe 96 PS bei 10000 Umdrehungen. Fahrdynamisch dürfte die neue Benelli dank des schlanken Aufbaus von etwa 180 Kilogramm auf Augenhöhe mit den Platzhirschen Honda Hornet und Triumph Street Triple liegen. Auch preislich wird sie sich an direkten Wettbewerbern orientieren: In Pesaro spricht man von um die 8000 Euro. Bis zur endgültigen Serienreife stehen allerdings noch allerlei Abstimmungs- und Dauerlauf-Fahrten an.


Interview mit Claudi Demenicali
“Die Krise geht auch vorrei”

Interview mit Claudio Domenicali, 43, Produkt-Chef von Ducati und frisch gebackenes Vorstandsmitglied.

Glückwunsch zu Ihrer Berufung in den Vorstand. Bedeutet das, dass Sie als künftiger Chef von Ducati vorgesehen sind?
(lacht) Das ist wohl etwas hoch gegriffen. Aber für mich ist die Berufung natürlich ein wichtiger Schritt, und ich freue mich darüber.

Entgegen dem Trend hat Ducati 2008 das beste Geschäftsjahr aller Zeiten hingelegt. Geht die Krise an Ihnen vorbei?
Natürlich nicht, das wäre zu schön. Wir haben letztes Jahr 42000 Motorräder gebaut und verkauft, echter Rekord. Das werden wir 2009 nicht wiederholen können, auch wenn bislang nicht feststeht, um wie viel wir drosseln müssen. Wir haben bereits Ende 2008 die Produktion für einige Tage ausgesetzt, und das wird wohl auch 2009 noch das eine oder andere mal passieren.

Hat der Vorstand Kürzungen beschlossen?
Nein, bislang zum Glück nicht, unsere künftigen Modelle (darunter die Sport-Enduro, die Red.) werden weiterentwickelt wie geplant.

Baut Ducati, um der Krise zu begegnen, ein Billig-Bike?
Nein. Unsere Verkäufe 2008 beweisen, dass wir gut aufgestellt sind und die Produkte haben, die der Markt von uns erwartet: hochklassige Motorräder, die Emotionen wecken. Und die kann man nicht für kleines Geld bauen.

Was tut Ducati dann in Sachen Krisenmanagement?
Wir beobachten und analysieren den Markt noch genauer als bisher. Unser Erfolg 2008 zeigt, dass wir die richtigen Motorräder hatten, und das soll so bleiben. Die Krise wird auch wieder vorbeigehen, und dann werden die Hersteller gut dastehen, die in der Zwischenzeit ihre Neuheiten sorgfältig und mit genügend Budget weiterentwickelt haben. Jetzt auf Teufel komm raus zu sparen wäre der falsche Weg.

Hat es angesichts der Krise für einen kleinen Hersteller wie Ducati noch Sinn, in zwei teuren Rennserien wie der Superbike-WM und bei den MotoGP mitzufahren?
Auf jeden Fall, denn das sind zwei ganz unterschiedliche Konzepte. Über die seriennahe Superbike-WM bewerben wir unsere Supersportler direkt, über die MotoGP eignen wir uns noch mehr technische Kompetenz an und erreichen dank der TV-Übertragungen ein größeres Publikum. Sparen könnte man an den Kosten der Rennserien – daran arbeiten wir gemeinsam mit den anderen Herstellern.


Ab in die Werkstatt
Triumph ruft in Deutschland 34 Thruxton 900 aus 2008 und 2009 in die Werkstatt. Die Schrauben der Bremssattelhalterung sind zu kurz und können im schlimmsten Fall zum Bremsversagen führen. Suzuki schreibt gerade die Besitzer der GSX-R 1000 aus den Modelljahren 2005 und 2006 an. In Extremfällen kann es hinter dem Lenkkopf zu Rissen im Rahmen kommen. Bei insgesamt 3800 BMW F 650 GS und F 800 GS aus dem Produktionszeitraum Dezember 2007 bis Oktober 2008 kann sich das Kettenrad vom Radträger lösen. Ein geräuschvoller Kettentrieb und eventuell kritische Fahrsituationen sind die Folge. Und Honda muss bei 55 CRF 150 R-Crossern die Schwinge wegen einer fehlerhaften Schweißnaht ersetzen. Sie könnte brechen.


Keine Mini-Bikes mehr in den USA
Der Verbraucherschutz in den Vereinigten Staaten nimmt manchmal groteske Formen an: Nach dem neuen Consumer Product Safety Improvement Act (CPSIA) macht sich strafbar, wer Motorräder oder deren Ersatzteile für Kinder unter zwölf Jahren verkauft. Haftstrafen bis zu vier Jahren und Geldbußen von 100000 Dollar drohen, ab August sollen sogar bis zu 15 Millionen Dollar fällig werden. Absurd die Begründung: Nicht die Gefahr von Sturz und Unfall sind die Auslöser für die besonderen Vorsichtsmaßnahmen, sondern der hohe Bleigehalt in Rahmenlegierungen und Motorrad-Batterien.


KTM im Netz
Brennraum heißt das neue Online-Magazin von KTM, das die bisher gedruckte Kundenzeitschrift „Ready to Race“ ablöst. Die Mattighofener versprechen Infos, Bilder und Videos rund um die Marke sowie Lesenswertes über Modelle, Technik, Service, Wett-bewerbe, Trainings, Aktivitäten und die Menschen, die sich mit orangefarbener Materie beschäftigen. Die erste Ausgabe gibt es in Deutsch und Englisch, weitere Sprachen sind in Planung. Wer reinklicken will: http://brennraum.ktm.com.


Frühlingstreff
Am 4. und 5. April treffen sich Motorradfahrer in Augustfehn (knapp 50 Kilometer westlich von Oldenburg) auf dem „Eisenhüttengelände“ hinter Börjes Bikers Outfit und der Harley-Davidson-Vertretung zum Frühlingsauftakt. Neben Attraktionen wie Oldtimer-Parade, Schnupper-Fahrstunden, Harley-Probefahrten und Stuntshow stellen zahlreiche Firmen Motorräder und Bekleidung aus. Infos unter Telefon 04489/2541.


Kurz notiert
Lesestoff
Wer sich ein gebrauchtes Bike oder einen Roller zulegen möchte, der findet in den neuen MOTORRAD-Sonderheften wichtige Tipps und umfängliche Beratung.
Das „Gebrauchkauf-Spezial“ gibt es seit dem 18. Februar am Kiosk, der Katalog „Roller-Spezial 2009“ erscheint am 11. März.

Preisverleihung
Mehrere tausend MOTORAD-Leser haben das „Motorrad des Jahres 2009“ gewählt. Die Preisverleihung findet auf der Messe Dortmund am 5. März um 14 Uhr in der Halle 3b (Aktionsbühne) statt. Zuschauer sind herzlich willkommen!

100 Jahre Harley-V-Twin
1909 präsentierte Harley-Davidson den ersten V-Twin, der damals neun PS leistete. Bemerkenswert: Arbeitstakt, Zylinderzahl, -anordnung und -winkel sowie Anzahl der Ventile haben sich bei den luftgekühlten Motoren seither nicht geändert.

Suzuki-Schnäppchen
Satte Preisnachlässe gewährt Suzuki bei den „Best-Price-Bikes“. Bei verschiedenen Modellen aus 2006, 2007 und 2008, mit und ohne Tageszulassungen, kann man bis zu 25 Prozent sparen.

Krise bei Honda
Hondas Gewinn schmälerte sich von Oktober bis Dezember 2008 um 90 Prozent. Statt 180 Milliarden Yen werden nur noch 80 Milliarden Yen Gewinn für das laufende Geschäftsjahr erwartet, das noch bis Ende März andauert.


BMW am Start
Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit startet die S1000 RR am 1. März beim ersten Rennen.

Mit der Präsentation des endgültigen Designs biegt BMW zunächst auf die Zielgerade des eigenen Motorsport-Projekts ein und steht damit in Phillip Island/AUS in der Startaufstellung zum ersten Rennen. Optisch ist den Bayern ein Platz auf dem Siegertreppchen sicher, ob die Performance hingegen für Rennerfolge reicht, wird man sehen. Immerhin leistet der extrem kurzhubige (80 x 49,7 Millimeter) Vierzylinder deutlich über 200 PS.


Hell’s Gate 2009: Nur sieben kamen durch
Immerhin fast 80 Fahrer am Start, aber nur ganze sieben im Ziel – das Hell‘s-Gate-Enduro Mitte Februar in Lucca/Italien machte seinem Namen als einer der härtesten Offroad-Wettbewerbe für Motorräder alle Ehre. Und Taddy Blazusiak, der polnische KTM-Werksfahrer, nutzte die Gelegenheit, sich einmal mehr als einer der weltbesten Extrem-Enduristen zu präsentieren. Der Wettkampf ging über mehr als neun Stunden, bei schönem, aber kaltem Wetter über teilweise vereiste Sektionen. Auf einer der Eisfallen rutschte Blazusiak während der Qualifikationsprüfungen am Vormittag aus, konnte sich aber trotzdem den besten Startplatz für das Finale sichern und nachmittags den Gesamtsieg feiern. Der deutsche BMW-Werksfahrer Andreas Lettenbichler erreichte den sehr respektablen sechsten Platz.


Neues vom Motorbuch-Verlag
Harley-Davidson ist einer der ältesten und größten Motorrad-Hersteller und Kult. Autor Tod Rafferty aus Kalifornien setzt dies großformatig (30 x 30 Zentimeter) auf 240 Seiten mit 300 Farb-fotos in Szene.
Prof. Dr. Bernt Spiegel weiß: Nur wenn Mensch und Maschine eine Einheit bilden, fährt man schnell, sicher und gut Motorrad. „Die obere Hälfte des Motorrads“ hilft die eigenen fahrerischen Fähigkeiten zu verbessern und die Grundlagen der Fahrphysik zu verstehen. Neuerscheinung und Neuauflage sind für jeweils 24,90 Euro auf www.motorradonline.de im Shop oder im Buchhandel erhältlich.


Triumph-Garantie
Seit Anfang des Jahres bietet Triumph gemeinsam mit der Car-Garantie Versicherungs-AG ihren Kunden erweiterte Garantie-Pakete an. Die Neumotorrad-Anschlussgarantie verlängert die übliche zweijährige Garantie auf Wunsch um ein oder zwei weitere Jahre. Eine Gebrauchtmotorrad-Garantie gibt es ebenfalls wahlweise für ein oder zwei Jahre. Beide Versicherungen können ständig um zwölf Monate verlängert werden.


Jetzt wird gespart
Die Verantwortlichen der MotoGP-Weltmeisterschaft haben Sofortmaßnahmen beschlossen, um die Kosten der Prototypen-WM zu senken.

Plötzlich geht alles ganz schnell. Bereits am 18. Februar einigten sich die entscheidenden Gremien der MotoGP-WM auf neue Regeln, um die ausufernden Kosten in den Griff zu bekommen. Für die Fans am deutlichsten spürbar: Die Trainingszeiten der MotoGP-Klasse wurden pro GP-Wochenende von bisher 265 auf 155 Minuten reduziert, die Probeläufe am Freitagvormittag ganz gestrichen. Beim Sachsenring-GP soll es trotzdem volles Programm geben. ADAC-Sachsen- Sportchef Lutz Oeser: „Wir planen Trainings der Gespann-WM und Showeinlagen in der frei gewordenen Zeit.“


Fahren für den Frieden
Am Ostersonntag, den 12. April startet auf dem Kölner Südverteiler (Aral-Tankstelle) um 11 Uhr die Motorrad-Friedensfahrt des MC Brigadistas. Das Durchschnittstempo sei auch für schwächer motorisierte Zweiräder geeignet. Mit Kundgebung um etwa 15 Uhr auf dem Roncalli-Platz endet die Fahrt. Zur Stärkung und zum Aufwärmen werden heiße Getränke und warme Suppen verteilt.


Amerikaner müsste man sein
Motorradfahrer jenseits des Atlantiks haben es gut, können sich die Yamaha FZ6R kaufen. Eine scharf geschnittene Vollverkleidung macht aus der in Europa angebotenen XJ6 Diversion einen zackigen Mittelklassse-Sportler. Hammerhart ist der Preis: Für umgerechnet zirka 5700 Euro wäre die kleine Yamaha auch in Deutschland ein echter Marktfeger. Garantiert. Vielleicht überlegt es sich Yamaha doch noch.


Sport kompakt
Ungarn-GP unsicher
Der für den 20. September geplante Grand Prix auf dem noch im Bau befindlichen Balatonring in Ungarn könnte abgesagt werden, weil die vom spanischen Investor Grupo Milton geleiteten Bauarbeiten hinter dem Zeitplan herhinkten, erklärte István Gyenesei, ein Minister der zuständigen Regionalregierung. Der spanische GP-Vermarkter Dorna hält jedoch bislang an dem Termin fest. „Alle Beteiligten geben ihr Äußerstes, damit das Rennen dieses Jahr stattfinden kann“, teilte die Dorna mit.

Werner Daemen gestürzt
Der Belgier Werner Daemen, 37, Speerspitze des neuen Alpha-Technik-BMW-Aufgebots in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM, ist bei Testfahrten in Cartagena/Spanien gestürzt und musste sich am Knie operieren lassen. „Er wird aber in einigen Wochen wieder völlig fit sein“, versichert Alpha-Technik-Teamchef Josef Hofmann. Neben Daemen werden der Spanier Julian Mazuecos, 25, und der Sieger des Yamaha-Cup 2008, Filip Altendorfer, 22, unter weißblauer Flagge starten.

MotoGP: Kawa inkognito
Ohne Markenbezeichnung, mit nur einem Fahrer und geringstem Aufwand soll die von Kawasaki für die MotoGP-WM 2009 weitestgehend vorbereitete aktuelle Version des MotoGP-Prototyps ZX-RR nun doch an den Start gehen, nachdem der japanische Hersteller Anfang Januar seinen vollständigen Rückzug aus der MotoGP-WM verkündet hatte. Eine offizielle Bestätigung fehlt zwar noch, MOTORRAD-Recherchen deuten indes auf folgendes Szenario hin: Der bisherige Teammanager Michael Bartholemy ist nicht mehr mit von der Partie, seinen Part übernimmt Jasja Bos, die zuletzt Teamkoordinatorin war und davor drei Jahre in der Personalabteilung von Kawasaki Europa arbeitete. Als Fahrer ist der italienische Ex-Ducati-Werksfahrer Marco Melandri vorgesehen. Die Zukunft von Melandris designiertem Teamkollegen John Hopkins ist ungewiss.

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